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LandesgrenzeSpanien nach Einsatz gegen Schmuggler in der Kritik Gibraltars

In einer Auseinandersetzung spanischer Zollbeamter mit Schmugglern fielen Schüsse. Es droht ein diplomatischer Konflikt über das britische Territorium auf der iberischen Halbinsel. 04.02.2023 - 12:20 Uhr

Das spanische Außenministerium verurteilte seinerseits den Angriff auf die Zollbeamten, die ernsthaft verletzt worden sein.

Foto: IMAGO/Jochen Eckel

Nach einem Zwischenfall bei einem Einsatz spanischer Zollbeamter in Gibraltar hat das britische Überseegebiet schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Madrid erhoben. „Die Beweise rund um den Vorfall zeigen eine eklatante Verletzung der britischen Souveränität und möglicherweise den ernstesten und gefährlichsten Zwischenfall seit vielen Jahren“, sagte der Regierungschef von Gibraltar, Fabian Picardo, am Freitag.

Gibraltar müsse noch die Fakten prüfen, bevor eine Entscheidung über diplomatische Reaktionen getroffen werde. „Die Ereignisse deuten aber darauf hin, dass das Verhalten der spanischen Beamten untragbar ist.“ Im Raum steht der Vorwurf, dass die Zöllner auf dem Territorium Gibraltars Schüsse abgaben.

Spanischen Medienberichten zufolge waren zwei Zollbeamte auf der Jagd nach Tabakschmugglern, als ihr Boot streikte. Auf einem Strand von Gibraltar wurden sie mit Steinen beworfen und verletzt. In einem auf der Internetseite der Zeitung „El Pais“ verbreiteten Video sind die Schmuggler zu sehen.

Sie rufen den Beamten zu: „Das ist Gibraltar, das ist nicht Ihr Job!“ In anderen Videos in den sozialen Medien werden während des Streits Schüsse abgefeuert. Es bleibt aber unklar, von wem.

Die Regierung von Gibraltar erklärte, sollte es sich bestätigen, dass die spanischen Beamten Schüsse in Gibraltar abgegeben haben, wäre dies „ein sehr ernster Gesetzesbruch und zudem sehr rücksichtslos und gefährlich“. Die Regierung von Gibraltar und Großbritanniens würden eine diplomatische Reaktion genau prüfen.

Das spanische Außenministerium verurteilte seinerseits den Angriff auf die Zollbeamten, die ernsthaft verletzt worden sein. Das Ministerium wies nicht nur die Erklärung Gibraltars zu dem Vorfall zurück, sondern auch die Souveränitätsansprüche Großbritanniens auf das Territorium an der Südspitze der Iberischen Halbinsel. Spanien fordert seit langem die Rückgabe Gibraltars, das es 1713 an Großbritannien abgetreten hatte.

Derzeit ringen Großbritannien und Gibraltar um einen Vertrag über den Status des Gebiets nach dem Brexit und über die künftige Kontrolle der Grenze zu Spanien. Die Halbinsel war aus dem Vertrag über den EU-Ausstieg Großbritanniens ausgeklammert worden. Erst Mitte Januar hatte der spanische Außenminister Jose Manuel Albares der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Regierungen in Madrid und London seien einer Einigung sehr nahe.

rtr
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