1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Banken
  4. Banken: Abrupter Zinsanstieg sorgt für Wertberichtigungen bei Ost-Sparkassen

BankenAbrupter Zinsanstieg sorgt für Wertberichtigungen bei Ost-Sparkassen

Die harte Geldpolitik der EZB hat bei den Sparkassen in Ostdeutschland im vergangenen Jahr Spuren hinterlassen. Der Verband sieht in den hohen Zinsen aber auch Chancen. 21.02.2023 - 13:45 Uhr

OSV-Präsident Ludger Weskamp geht nach hohen Abschreibungen im letzten Jahr davon aus, dass das Betriebsergebnis in diesem Jahr wieder steigt.

Foto: dpa

Der schnelle Zinsanstieg in der Euro-Zone hat den ostdeutschen Sparkassen im vergangenen Jahr Abschreibungen auf Wertpapiere von 1,42 Milliarden Euro eingebrockt. Damit übersteige die Wertberichtigung den Betriebsgewinn von 1,32 Milliarden Euro, teilte der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) am Dienstag mit.

Diese Effekte seien aber meist temporärer Natur. „Wir gehen davon aus, dass mehr als 90 Prozent dieser vorübergehenden Wertberichtigungen bei Endfälligkeit der Papiere wieder zurückfließen davon allein 500 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren“, sagte Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Zender in Berlin.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im vergangenen Jahr die Zinsen mehrmals angehoben, um die anziehende Inflation zu bekämpfen. Eine konkrete Prognose für 2023 traut sich der Verband noch nicht zu. OSV-Präsident Ludger Weskamp geht allerdings davon aus, dass das Betriebsergebnis in diesem Jahr weiter steigen dürfte.

Zurück zu alter Stärke?

Denn die höheren Zinsen schafften auch Chancen und ermöglichten wieder mehr klassisches Sparkassengeschäft. Im vorigen Jahr war der Zinsüberschuss der Institute erstmals seit 2015 wieder gestiegen. Das Baufinanzierungsgeschäft dürfte im Jahresverlauf 2023 wegen der höheren Finanzierungskosten zunächst weiter schrumpfen und sich später stabilisieren.

Im vergangenen Jahr sank die Vergabe neuer Kredite durch die 43 OSV-Sparkassen um knapp ein Prozent auf 14,4 Milliarden Euro, vor allem Wohnungsbaukredite fielen um 4,1 Prozent. Erst im vierten Quartal 2022 habe es bei der Zusage neuer Darlehen spürbare Rückgänge gegeben, sagte Zender.

Die starke Inflation, die allgemeine Unsicherheit und die höheren Bauzinsen hätten die Nachfrage gedrosselt. „So mancher geplante Eigentumserwerb wurde jetzt erstmal in die Zukunft verschoben.“ Wegen der hohen Teuerung sei auch das Einlagengeschäft so langsam gewachsen wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) vertritt die Interessen der Institute in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick