Der Ursprung meiner Karriere: Lucas Flöther: „Ich war auf einer Feier und erfuhr am Telefon, dass es bei Air Berlin brennt“
„Ohne Faszination und Herzblut geht es nicht. Wichtig ist auch, einfach loszulegen, ohne falschen Respekt vor Hierarchien und Aufgaben“
Foto: WirtschaftsWoche1. Erster Job
Während meiner Schulzeit in Zwickau hatte ich überlegt, Chemie zu studieren. Aber dann kam die Wende mit ganz neuen Möglichkeiten, und ich entschied mich für Jura. Ich zog nach Halle an der Saale und jobbte neben dem Studium bei großen Autovermietungen. Anfangs kümmerte ich mich um die Autowäsche und die Überführung von Fahrzeugen. Später leitete ich eine Sixt-Franchise-Station, entschied mich am Ende aber doch für eine juristische Karriere.
2. Erster Fall
An der Uni hatte ich Insolvenzrecht als Wahlfach belegt und das große Glück, die Vorlesungen von Professor Stefan Smid zu hören. Ich war sofort begeistert, Insolvenzrecht war mein Ding. Als Referendar bei der Staatsanwaltschaft hielt ich eines meiner ersten Plädoyers zum Thema Konkursverschleppung, und nach der Doktorarbeit ging es richtig los. Ich startete bei einer Kanzlei als Insolvenzverwalter. Mein erster Fall war eine kleine Fleischerei in Sachsen-Anhalt.
3. Erste Liga
Vom Onlinereiseanbieter Unister bis zum Fahrradhersteller Mifa war ich inzwischen bei vielen spannenden Großinsolvenzen im Einsatz. Das meiste Interesse gab es aber 2017 an Air Berlin. Ich war gerade bei einer Geburtstagsfeier und erfuhr am Telefon, dass es bei der Airline brennt. In den ersten Wochen ging es darum, den Flugbetrieb trotz des laufenden Insolvenzverfahrens aufrechtzuerhalten. Das gelang uns auch, ein Novum in Deutschland.