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KonjunkturDeutsche Industrie überrascht mit stärkstem Auftragsplus seit drei Jahren

Plus sieben Prozent statt dem erwarteten Minus: Mitten in der Konjunkturkrise gibt es positive Nachrichten aus der Industrie. Die Prognose sieht dennoch düster aus. 04.08.2023 - 08:29 Uhr

Aufgrund neuer Großaufträge ist die deutsche Industrie derzeit gut ausgelastet.

Foto: dpa

Die deutsche Industrie hat im Juni überraschend den stärksten Auftragszuwachs seit drei Jahren verbucht. Die Bestellungen legten dank Großaufträgen um 7,0 Prozent zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Das war das größte Plus seit Juni 2020. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang von 2,0 Prozent gerechnet, nachdem es bereits im Mai mit 6,2 Prozent einen ungewöhnlich kräftigen Zuwachs gegeben hatte.

Im gesamten zweiten Quartal (April bis Juni) legten die Bestellungen damit um 0,2 Prozent im Vergleich zur Vorperiode zu. „Durch die beiden deutlichen Anstiege in den Monaten Mai und Juni ist der Auftragseinbruch im März von 10,9 Prozent also ausgeglichen worden“, erklärten die Statistiker.

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht trotzdem keinen Grund zum Jubeln: „Dennoch bleiben die Aussichten für die Industriekonjunktur angesichts des weiter eingetrübten Geschäftsklimas und der schwachen Weltkonjunktur vorerst verhalten“.

Das sehen auch Ökonomen so. „Wieder einmal eine faustdicke Überraschung, allerdings auf der erfreulichen Seite“, sagte LBBW-Volkswirt Jens-Oliver Niklasch. Ist die Rezession am Ende nur ein böser Traum gewesen?“ Er bleibe aber auf der Seite der Konjunkturpessimisten, wenn auch mit etwas weniger Überzeugung als zuvor.

Der negative Trend ist noch nicht gestoppt

„Der Trend bei den Orders weist immer noch nach unten“, goss auch Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer Wasser in den Wein. „Ich erwarte nach wie vor, dass die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte schrumpfen wird.“

Die Bestellungen aus dem Inland gaben im Juni gegen den Trend um 2,0 Prozent zum Vormonat nach, während die Auslandsnachfrage um 13,5 Prozent zulegte – die aus der Euro-Zone dabei um 27,2 Prozent. Einen besonders positiven Einfluss hatten der sogenannte sonstige Fahrzeugbau mit Plus von 89,2 Prozent.

Dazu zählen der Bau von Schiffen, Schienenfahrzeugen, Luft- und Raumfahrzeugen sowie von Militärfahrzeugen. Auch im Maschinenbau gab es mit 5,1 Prozent ein kräftiges Wachstum, während die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen ein Minus von 7,3 Prozent meldeten.

rtr
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