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Tele ColumbusKabelbetreiber mit kapitalem Problem

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus braucht frisches Geld – und eine Strategie für 2024. Dann dürfen Mieter der Wohnungswirtschaft selbst über ihren Anschluss entscheiden. Droht ein Kundenexodus?Nele Husmann, Henryk Hielscher 11.08.2023 - 07:45 Uhr

Internetmarke Pÿur:Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat hohe Schulden

Foto: imago images

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus mit seiner Internetmarke Pÿur braucht erneut frisches Geld. Das mit mehr als 1,1 Milliarden Euro hoch verschuldete Berliner Unternehmen lotet derzeit „Optionen zur Beschaffung von Finanzierungen“ aus, teilt ein Sprecher mit. Konkret strebe Tele Columbus demnach „eine umfassende Rekapitalisierungstransaktion in diesem Jahr an“. Die Zeit drängt. Der Vorstand geht davon aus, dass im vierten Quartal 2023 eine „Liquiditätslücke entsteht, die sich in den nachfolgenden Monaten vergrößert“. Zuletzt hat das Unternehmen bereits einen Überbrückungskredit in Höhe von 15 Millionen Euro erhalten, zum Zinssatz von 13 Prozent.

Tele Columbus muss den Umbau vom Kabel- zum Glasfaseranbieter stemmen und hat schon mehrere Finanzierungsrunden hinter sich. Erst 2021 waren die Berliner von der Investmentfirma Kublai übernommen worden, hinter der Morgan Stanley Infrastructure Partners sowie der ehemalige Tele-Columbus-Großaktionär United Internet stehen. Dessen CEO Ralph Dommermuth investiert derzeit massiv in den Ausbau des 5G-Netzes von Konzerntochter 1&1.

Ein weiteres Problem: Tele Columbus ist von der Novelle des Telekommunikationsgesetzes betroffen. Bislang wurden Mietern über die Wohnungsbaugesellschaften pauschal acht Euro in den Nebenkosten für die TV-Versorgung abgerechnet. 40 Prozent der drei Millionen Tele-Columbus-Kunden sind bislang über solche Rahmenverträge gebunden und können sich ab 2024 frei entscheiden, ob sie den Anbieter wechseln. Das setzt dem Vernehmen nach den Vertrieb des Unternehmen unter Druck, die Kunden davon zu überzeugen, weiter bei Tele Columbus zu bleiben. Da von einem Großteil dieser Kunden aber keine individuellen Daten vorliegen, dürften in vielen Fällen wohl nur aufwendige Tür-zu-Tür-Kampagnen übrigbleiben.

Tele Columbus bietet vor allem Kabel-TV an, will aber auch ein eigenes Glasfasernetz ausbauen. Ende 2021 bot es der Wohnungswirtschaft den kostenlosen Ausbau der Glasfaser bis in die Wohnung an, soll das Tempo aber schon seit Frühjahr spürbar gedrosselt haben.

Lesen Sie auch: So gelang Ralph Dommermuth der 1&1-Deal mit Vodafone

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