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Joachim SchreinerSalesforce-Deutschlandchef wechselt zu Berliner KI-Start-up

Neustart für den deutschen Tech-Veteran Joachim Schreiner. Nach 17 Jahren bei Salesforce heuert er bei dem Jungunternehmen Parloa an, das über Künstliche Intelligenz den Kundenservice automatisiert.Matthias Hohensee 26.09.2023 - 18:19 Uhr
Foto: Raimar von Wienskowsk

Joachim Schreiner gilt als das Gesicht des US-Softwarekonzerns und SAP-Konkurrenten Salesforce in Deutschland. Er hat dessen Geschäft in Deutschland von der Pike aufgebaut. Als Schreiner dort vor 17 Jahren startetet, hatte die Dependance nur zehn Mitarbeiter. Inzwischen setzt Salesforce hier über eine Milliarde Dollar jährlich um.
Im Zuge des Umbaus von Salesforce – aktivistische Investoren wie Elliott Management und Starboard Value wollen das Geschäft des Konzerns mehr auf Profit trimmen – verlässt Schreiner nun Salesforce. In den Ruhestand geht er trotzdem nicht. „Durch die Umwälzungen durch Künstliche Intelligenz ist das Softwaregeschäft spannend wie nie“, sagt Schreiner. Deshalb hat sich der 61-Jährige für seinen Neustart das Berliner AI-Startup Parloa ausgewählt. Am 1. Oktober beginnt der Tech-Veteran hier als Chief Revenue Officer, will mit seinem Netzwerk und seiner Erfahrung Parloa helfen, „zum Unicorn aufzusteigen.“

Das vor fünf Jahren von den KI-Spezialisten Malte Kosub und Stefan Ostwald gegründete Unternehmen beschäftigt mehr als 150 Mitarbeiter und hat sich auf das Automatisieren des Kundenservice spezialisiert. Zu seinen Auftraggebern zählen unter anderem die französische Sportartikelmarke Decathlon, Home Shopping Europe, Teamviewer sowie etliche Versicherungskonzerne wie Ergo und Swiss Life.

Künstliche Intelligenz – Geschichte einer Idee
In den Fünfzigerjahren prägte ein Forschungspapier den Begriff künstliche Intelligenz (KI) erstmalig. KI sollte „die Art von Problemen lösen, wie sie bislang nur für Menschen vorgesehen sind“. Bis heute ist der Begriff jedoch umstritten. Offen ist, was Intelligenz genau umfasst – und inwiefern es dafür eines eigenen Bewusstseins bedarf.
Bei dieser Spielart der künstlichen Intelligenz erzeugt das System aus großen Datenmengen Wissen – indem es etwa anhand von Fotos selbst erlernt, wie eine Katze aussieht. Einige Experten sehen in dieser Mustererkennung jedoch noch kein intelligentes Verhalten.
Für viele Anwendungen, darunter die Bilderkennung, brachten die Methoden des Deep Learning den Durchbruch. Dabei werden die neuronalen Netze des Gehirns mit ihren vielen Knotenpunkten digital nachempfunden.
Kommerzialisiert haben insbesondere amerikanische IT-Konzerne wie Google, Microsoft, IBM oder Amazon KI-Anwendungen. Sie finden sich etwa in der Spracherkennung in Smartphones, selbstfahrenden Autos oder als Chatbots, die mit Kunden auf Shopping-Seiten kommunizieren.

Parloas über Microsofts Cloud Service Azure als Abo offerierter Service, so verspricht das Unternehmen, erzeuge über Künstliche Intelligenz natürlich klingende und stimmige Dialoge am Telefon oder über Messenger-Dienste, vermeide Warteschleifen und Überlastung von Call Centern.
Wenn die Künstliche Intelligenz und der Kunde trotzdem nicht klarkommen, können Spezialisten des Auftraggebers zugeschaltet und auf Wunsch sogar simultan übersetzt werden. Den Kundenservice über Spracherkennung zu automatisieren, ist schon oft versucht worden, oft zum Ärger von Kunden, die in der Warteschleife hingen, weil die Software am anderen Ende sie partout nicht verstehen wollte. Oder nochmal von vorn anfangen musste, weil sie sich im Tonwahlmenü vertippt hatten.
Parloa ist überzeugt, dass die Künstliche Intelligenz inzwischen so weit ist, dass dies nicht mehr passieren wird. Auch weil der Anbieter seine Software auf das spezifische Vokabular von Unternehmen trainiert, also auf bestimmte Fachbegriffe, Produktnamen oder Kürzel wie etwa Flugnummern. Ob die Auftraggeber offenlegen, dass ihre Kunden mit Künstlicher Intelligenz kommunizieren, ist ihnen überlassen.

Parloa hat laut dem US-Datendienstleister PitchBook bislang knapp 24 Millionen Euro Wachstumskapital eingesammelt, unter anderem von mehreren europäischen Wagnisfinanzierern wie EQT aus Schweden, Mosaic Ventures aus Großbritannien und Newion Investments aus den Niederlanden. Auch Business Angel wie der Fußballstar Mario Götze, der Personio-Gründer Hanno Renner und die Celonis-Gründer Alex Rinke und Bastian Nominacher sind bei Parloa investiert. Die im Frühjahr abgeschlossene zweite Finanzrunde brachte 20 Millionen Euro ein, die vor allem für die Internationalisierung verwendet werden sollen. Der Gang des Berliner Unternehmens in die USA steht bevor. Der sogenannte Contact Center Markt wird weltweit auf 400 Milliarden Dollar geschätzt, ist allerdings auch heiß umkämpft.

Lesen Sie auch: Das sind die 20 aussichtsreichsten KI-Start-ups Deutschlands

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