Preisfrage: Die Ökonomie des Benzins
Der Preis für einen Liter Super E10 ging Ende Mai im bundesweiten Durchschnitt um 1,8 Cent zurück. Das geht aus einer Auswertung des ADAC zum Ende des Monats hervor. Demnach sinkt der Benzinpreis die vierte Woche in Folge und befindet sich weiterhin auf einem Abwärtstrend. Der ADAC führt das auf den gesunkenen Preis für Rohöl von 90 US-Doller auf 88 Dollar, sowie einen stabilisierenden Euro bei rund 1,08 US-Dollar, zurück.
0,73 €
Einkaufskosten
+
0,94 €
Mineralöl- & Mehrwertsteuer
+
0,11 €
CO2-Abgabe
+
0,01 €
Deckungsbeitrag
=
1,79 €
Bild: ddp-Images
Quelle: Statista
Über die Hälfte des Benzinpreises sind Steuern und Abgaben. Anders als die Mehrwertsteuer von 19 Prozent sind CO2-Abgabe und Energiesteuer feste Anteile, die nicht prozentual erhoben werden. Der nächste größere Kostenanteil sind die Einkaufskosten. Sie werden maßgeblich von drei Faktoren bestimmt: dem Rohölpreis und der Angebots- und Nachfragesituation, die beide auch von geopolitischen Ereignissen abhängen, wie dem Krieg im Nahen Osten, sowie dem Wechselkurs Dollar zu Euro als dritten Einflussfaktor.
Der kleinste Anteil geht in die Deckung der Fixkosten wie Transport und Marge der Tankstellenpächter. Sie sind hier als Deckungsbeitrag zusammengefasst.
Laut Umweltbundesamt nimmt der Anteil von Benzin am Kraftstoffverbrauch stetig ab und lag 2022 bei 57 Prozent im Vergleich zu 85 Prozent im Jahr 1995. Jedoch habe der Absatz von Ottokraftstoff laut Daten des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in den letzten Jahren wieder leicht zugelegt, zuletzt um drei Prozent im Jahresvergleich. Der Benzinpreis ist seit den 1970er-Jahren laut Daten des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie e.V. im langfristigen Trend um ein Vielfaches angestiegen.
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