Adnoc und Covestro: „Der Kaufpreis allein ist nicht entscheidend“
Seit Monaten sprechen Covestro und Adnoc hinter verschlossenen Türen miteinander, jetzt werden die Verhandlungen zwischen dem Kunststoffkonzern und dem Öl-Riesen aus Abu Dhabi konkret. Das teilte Covestro am Montag mit. Der Ölkonzern habe eine Offerte über 62 Euro je Aktie in Aussicht gestellt, vorbehaltlich der Ergebnisse der Bücherprüfung bei Covestro. Der Covestro-Vorstand gehe davon aus, dass mit Adnoc ein „gemeinsames Grundverständnis“ über die Kernthemen einer möglichen Transaktion einschließlich der Wachstumsstrategie des Unternehmens erzielt werden könne.
Dass es bei den Verhandlungen aber nicht nur um das Finanzielle geht, hat Coverstro-CEO Markus Steilemann bereits vor einigen Tagen im Interview mit der „WirtschaftsWoche“ klargemacht. Der Leverkusener Chemiekonzern drängt in den Gesprächen mit Adnoc auch auf die Einhaltung von Strategie- und Nachhaltigkeitszielen. „Der Kaufpreis allein ist nicht entscheidend“, so Steilemann: „Wir sind als ein in Deutschland ansässiges Unternehmen nicht nur unseren Aktionären gegenüber verpflichtet. Da unterscheidet sich das deutsche Aktienrecht vom amerikanischen.“
Daher führe Covestro die Gespräche mit Adnoc „seit Beginn insgesamt im Interesse unserer Gesellschaft, unserer Aktionäre, unserer Mitarbeiter und aller anderen Stakeholder. Und selbstredend betonen wir dabei die Bedeutung der weiteren Umsetzung unserer Unternehmensstrategie, der vollständigen Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft und des Erreichens unserer Klimaziele.“
„Sachlich und ergebnisoffen“
Laut Steilemann verlaufen die Gespräche mit den Arabern „sachlich und ergebnisoffen“.
Adnoc hatte bereits im vergangenen Jahr Interesse an Covestro bekundet. Das aktuelle Angebot von 62 Euro je Covestro-Aktie entspricht einem Wert von fast zwölf Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2023 hatte Covestro einen Umsatz von 14,4 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis (Ebitda) von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Lesen Sie hier: Das vollständige Interview mit Covestro-Chef Markus Steilemann