Leben mit Aktien: PepsiCo: Besser als Coca-Cola?
PepsiCo ist bekannt für das gleichnamige Getränk, aber der Konzern besitzt viele große Marken. Auch 7 Up, Mirinda, Lipton-Eistee, Sodastream und Lay’s-Chips gehören zum Portfolio. Bloß ist das noch keine Garantie für gute Geschäfte. Trends wechseln schneller, die Markentreue schrumpft und die hartnäckige Inflation macht die Eigenmarken der Einzelhändler immer beliebter. „Verbraucher sehnen sich nach günstigen Alternativen zu Markenprodukten“, stellt Investor Christian W. Röhl in der neuen Folge unseres Podcasts Leben mit Aktien fest.
Das schwierige Umfeld lässt sich direkt an PepsiCos neuen Quartalszahlen ablesen. Da die Firma hohe Preise durchgedrückt hat, konnte sie ihren Gewinn um zwölf Prozent steigern. Der Absatz stagniert aber. Um gerade einmal ein Prozent ist der Umsatz gestiegen.
Wird noch die Inflation berücksichtigt, landet man bei rückläufigen Absatzmengen. Besonders der amerikanische Markt schrumpft: Der Mengenrückgang bei Getränken lag bei drei Prozent, bei Chips waren es vier und bei Cerealien sogar 17 Prozent Verlust. Das Management gibt die Schwäche im US-Markt offen zu und hat seine Jahresprognose nach unten korrigiert. PepsiCo erwartet nun vier Prozent organisches Wachstum. Bei dieser Kennzahl werden Zuwächse durch Übernahmen ausgeklammert.
Selbst Schuld an der Flaute
Dass PepsiCos Wachstum erlahmt, hat sich das Unternehmen auch selbst zuzuschreiben. Um die Gewinnspanne hochzuhalten, hat PepsiCo immer wieder die Preise erhöht. Die Strategie stößt nun aber an ihre Grenzen. Allein zwischen 2019 und der ersten Hälfte 2023 hatte PepsiCo seine Produkte in Deutschland um 38 Prozent verteuert. Die Supermarktketten Aldi, Edeka, Kaufland und Rewe haben daraufhin den amerikanischen Konzern boykottiert.
Die Börse hat den fehlenden Umsatzschwung längst bemerkt. Die Aktie von PepsiCo entwickelt sich schwach. In den letzten zwei Jahren fiel der Kurs um fünf Prozent, der amerikanische Leitindex S&P 500 ist im selben Zeitraum hingegen kräftig gestiegen.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21 ist die Aktie auch nicht wirklich günstig. Das KGV gibt Auskunft über die Bewertung einer Aktie. Je höher es ist, desto teurer ist eine Aktie bezogen auf ihren Gewinn. Gute Aussichten beim Wachstum rechtfertigen höhere Werte.
Coca-Cola wirkt nicht interessanter
Immerhin bei der Dividende überzeugt PepsiCo. Die Ausschüttungsrendite beträgt aktuell 3,1 Prozent. Der S&P 500 wirft hingegen nur 1,3 Prozent ab. Außerdem hebt PepsiCo seine Dividende seit 52 Jahren in Folge an. Damit zählt das Unternehmen nicht nur zu dem Kreis der Dividendenaristokraten (25 Jahre steigende Dividenden), sondern zu den sogenannten Dividendenkönigen (50 Jahre).
Auch wenn die schleppenden Geschäfte die Aktie belasten, einen Totalausfall müssen Anleger nicht befürchten. Dafür sind Marken und Strategie zu etabliert. Nicht zu vergessen: PepsiCo ist nach Nestlé der zweitgrößte Lebensmittelkonzern der Welt. PepsiCos Umsatz lag vergangenes Jahr bei 91 Milliarden Dollar. Erzrivale Coca-Cola kam nur auf die Hälfte.
Die Aktie von PepsiCo könnte sich langfristig wieder – wie bisher über die Jahrzehnte – ähnlich gut wie der amerikanische Aktienmarkt entwickeln. Ein Kauf drängt sich nicht auf, außer Anleger suchen vor allem nach einer soliden Dividende.
Die Aktie von Coca-Cola ist nicht attraktiver. Die Dividendenrendite fällt mit drei Prozent ein wenig geringer aus als bei PepsiCo und das KGV von 24 ist ein gutes Stück höher.
Und das, obwohl Analysten dem Unternehmen dieses Jahr weniger Wachstum zutrauen. Bei Coca-Cola wird mit stagnierenden Umsätzen gerechnet, für PepsiCo erwarten Analysten immerhin ein Umsatzplus von 2,7 Prozent.
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