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VCIDeutsche Chemieindustrie verlagert Forschung immer mehr ins Ausland

Deutsche Standorte verlieren in der Branche immer mehr an Attraktivität. In anderen Ländern seien die Produktionsbedingungen oft besser, so der Verband der Chemischen Industrie. 29.08.2024 - 11:47 Uhr

Deutsche Chemieunternehmen forschen immer mehr im Ausland. „In anderen Ländern sind die Kosten niedriger, öffentliche Förderprogramme besser und die Bürokratie geringer“, sagte Thomas Wessel, Vorsitzender des Forschungsausschusses beim Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Donnerstag. „Bei Ideen ist ‚Made in Germany‛ zwar top, ‚Moneymakers‛ sind diese Ideen aber im Ausland.“

Vor allem dank des Wachstums in der Pharmaforschung seien die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie im vergangenen Jahr um vier Prozent auf rund 15,5 Milliarden Euro gestiegen. Für 2024 erwartet der VCI aber nur noch ein Plus von zwei Prozent.

Vor allem in der Chemie stellten Unternehmen ihre Investitionen auf den Prüfstand. „Hohe Kosten am Standort, eine schlechte Ertragslage und sich verschlechternde Innovationsbedingungen machen es immer schwerer, in Deutschland zu forschen“, sagte Wessel, der auch Personalvorstand beim Spezialchemiekonzern Evonik ist.

Der VCI erwartet für dieses Jahr kaum Zunahmen bei den Forschungsbudgets im Inland, dafür aber steigende Investitionen im Ausland. Einer Umfrage des Verbands zufolge will jedes dritte Unternehmen, das außerhalb Deutschlands forscht, seine Forschungsausgaben dort aufstocken.

Derzeit sei Deutschland noch der weltweit viertgrößte Chemieforschungsstandort - nach den USA, China und Japan -, doch er verliere an Bedeutung. „Andere Nationen legen nach und investieren in ihre Innovationssysteme. Wir müssen Gas geben“, forderte Wessel. Nötig seien deshalb etwa ein Bürokratieabbau, einfachere Fördersysteme und Genehmigungsverfahren sowie eine Stärkung der MINT-Bildung.

Die Arzneimittelbranche zeige, dass es besser gehe, dort zeige die Pharmastrategie der Bundesregierung erste Wirkungen und habe schon zu positiven Standortentscheidungen geführt, sagte Wessel. Milliarden-Investitionen in Deutschland haben etwa Eli Lilly , der Schweizer Pharmariese Roche und die französische Sanofi beschlossen.

rtr
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