Opel-Mutter: Stellantis plant Umbau – Tavares soll schon 2026 aufhören
Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender von Stellantis, geht 2026 in Rente. Seine Nachfolge ist noch ungeklärt.
Foto: Andreas Arnold/dpaDie Opel-Mutter Stellantis sucht nach neuer Führung. Der Vertrag von Konzernchef Carlos Tavares läuft noch bis Anfang 2026, wie der Mutterkonzern von Autobauern wie Peugeot, Citroen, Opel, Fiat, Chrysler und Jeep in Amsterdam mitteilte. Anschließend gehe der heute 66 Jahre alte Tavares in Rente. Der Konzern sucht bereits nach einem Nachfolger.
Der Chef des viertgrößten Automobilherstellers der Welt (gemessen am Umsatz) sah sich in den vergangenen Monaten scharfer Kritik von der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW), von Autohändlern und Aktionären ausgesetzt. Tavares entschied sich nun für eine Umstrukturierung des Managements, seinen Abgang in den Ruhestand eingeschlossen, um diese Bedenken auszuräumen, wie er in einer Erklärung mitteilte.
Umbau bei Stellantis
Bereits jetzt berief Stellantis Santo Ficili zum neuen Chef der italienischen Marken Maserati und Alfa Romeo. Unterdessen soll der Chef der Marke Jeep, Antonio Filosa, zusätzlich das gesamte Tagesgeschäft in Nordamerika führen. Was der bisherige Nordamerika-Chef Carlos Zarlenga künftig tut, will der Konzern noch bekannt geben. Das Unternehmen trennt sich zudem mit sofortiger Wirkung von seiner Finanzchefin Natalie Knight. Nachfolger wird Doug Ostermann.
Die Erträge und Umsätze des Autobauers sind rückläufig und zwangen das Unternehmen vergangene Woche dazu, seine Gewinnprognose für 2024 zu senken und mögliche Kürzungen der Dividende und Aktienrückkäufe im nächsten Jahr anzukündigen. Analysten haben die Aktie von Stellantis herabgestuft, die in diesem Jahr nach Fehltritten in Nordamerika, wo die Verkäufe beliebter Produkte wie Jeep und Ram Trucks in der Regel einen Großteil der Gewinne einbringen, um 42 Prozent gefallen ist.
Aktienkurs gibt weiter nach
Stellantis hat mit der Neustrukturierung des Managements am Markt für keine Erleichterung gesorgt. Im Gegenteil: Die an der Börse in Mailand gelistete Aktie des Autobauers setzte am Freitag ihre Talfahrt fort und verlor zeitweise fast vier Prozent an Wert.
Die Umstrukturierung geht nicht allen schnell genug. Man suche bereits nach einem Nachfolger für Tavares, erfuhr Reuters von Insidern. Der Chef des gemessen am Umsatz viertgrößten Automobilherstellers der Welt sah sich in den vergangenen Monaten scharfer Kritik von der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW), von Autohändlern und Aktionären ausgesetzt.
„Vergangene Erfolgte trübten den Blick"
„Selbstzufriedenheit war ihre Sünde“, sagte der Portfolio-Manager von AcomeA SGR, Fabio Caldato. Nach jahrelangen Erfolgen habe die Führung zu langsam auf die sich verschlechternde Marktlage reagiert. Die Erträge und Umsätze des Autobauers, zu dem neben Opel auch die Marken Peugeot, Citroen, Fiat, Chrysler, Jeep und Ram gehören, sind rückläufig und zwangen den Konzern vergangene Woche dazu, seine Gewinnprognose für 2024 zu senken.
Tavares entschied sich nun für eine Umstrukturierung des Managements, seinen Abgang in den Ruhestand eingeschlossen, um diese Bedenken auszuräumen, wie er in einer Erklärung mitteilte.
Der Automobilhersteller ernannte Doug Ostermann, den ehemaligen Chief Operating Officer seiner China-Sparte, zum neuen Finanzchef. Er löst damit Natalie Knight ab, die den Posten erst vor gut einem Jahr übernommen hatte und nun das Unternehmen verlassen wird. Zusätzlich zu den Veränderungen im Management krempelt Stellantis auch seine Struktur um. Die Organisation der Lieferkette wird in die Produktionsabteilung verlagert, um der Verbesserung der Leistung seiner Zulieferer mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
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