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Schoko-HypeGibt es bald Dubai-Schokolade von Ritter Sport, Milka oder Lindt?

Sie ist mit Pistazien-Creme und Teigfäden gefüllt und zählt zu den großen Food-Hypes: Dubai-Schokolade. Jetzt setzt der erste Süßwarenkonzern auf den Trend.Henryk Hielscher 05.11.2024 - 07:42 Uhr

Dubai-Schokolade: Süßigkeit erlebt Nachfrageboom

Foto: Getty Images

Auf dem Tiktok-Kanal von Lindt war die Sache schnell klar: „Ihr wünscht Euch eine Fusion aus Dubai Schokolade und Lindt“, schrieb der Schokokonzern dort vor ein paar Tagen. Dazu die Frage: „Sollen die Lindt Maîtres Chocolatiers diesen Traum wahrwerden lassen?“

Die Kommentare der Follower fielen eindeutig aus: „das wäre ja geil... hab mich schon gewundert, warum kein Schoki Hersteller die mal macht...“, schrieb eine Nutzerin. „Ich bitte drum“, eine andere. „Wir sind gespannt“, kommentierte sogar Deutschlands größter Lebensmittelkonzern Edeka das Video.

Offiziell hielten sich die Schweizer zunächst jedoch bedeckt. „Wir beobachten die Trends im Schokoladenmarkt sehr genau und unsere Maître Chocolatiers testen laufend neue Rezepte und Innovationen“, teilte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage der WirtschaftsWoche mit. „Zum aktuellen Zeitpunkt können wir zum Thema Dubai Schokolade (noch) keine weitere Auskunft geben.“

Inzwischen steht fest, dass Lindt tatsächlich Dubai-Schokolade verkaufen wird. Allerdings nur als Marketing-Aktion. So soll es ab dem 9. November in ausgewählten Lindt-Shops insgesamt 1000 Tafeln Dubai Schokolade geben. Für den deutschen Markt ist das eine allenfalls homöopathische Dosis. „Die Tafeln sind aufgrund der besonderen Rezeptur handgefertigt sowie handverpackt und handnummeriert“, heißt es auf dem Instagram-Account des Konzerns, der damit auf einen Trend setzt, der schon seit Monaten für Furore sorgt in den sozialen Medien.

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Eine Schokoladentafel mit Pistaziencreme dominiert die Food-Trends in den sozialen Medien. Händler haben zunehmend mit der hohen Nachfrage zu kämpfen.

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Auf Tiktok wurden Geschmackstests zur Dubai-Schokolade millionenfach geklickt, Rezepte gingen viral. Das Video einer Influencerin aus den USA, die die Dubai-Schokolade testet, wurde mehr als 80 Millionen Mal aufgerufen. 

BIs zu 15 Euro pro Tafel Dubai-Schokolade

Die Schokolade soll ursprünglich vom Unternehmen Fix Dessert Chocolatier stammen, das sie seit 2021 in Dubai verkauft. Unternehmensgründerin Sarah Hamouda gilt als Erfinderin. Sie hat sich das Rezept während ihrer Schwangerschaft ausgedacht, wie sie schon mehrmals berichtet hat. Dass es sich zu einem globalen Hit entwickeln würde, hätte sie nie gedacht, sagte Hamouda dem Sender CNN. Inzwischen gibt es auch in Deutschland zig kleinere Anbieter, die die mit Pistazien-Creme und Teigfäden gefüllten Tafeln online verkaufen. 

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Internationale Schokogrößen halten sich - jenseits von Marketingaktionen - jedoch zurück. Aus einem einfachen Grund: dem Preis. Bis zu 15 Euro kostet aktuell eine Dubai-Schokolade. Auch wenn große Hersteller dank niedrigerer Produktions- und Einkaufskosten das Preisniveau wohl deutlich reduzieren könnten, bliebe das Produkt wohl zu teuer für den Massenmarkt. Als Zutat, für die die Hersteller besonders tief in die Tasche greifen müssen, gilt dabei die Pistazien-Creme. 

„Es handelt sich bei der Dubai-Schokolade um ein Nischenprodukt, das zudem extrem teuer ist von den Rohstoffkosten“, bestätigt eine Sprecherin von Ritter Sport. Die Umsetzung und der Aufwand, der dahinterstecke lasse sich in der Produktion des Unternehmens nicht kurzfristig abbilden. Kurzum: „Wir planen momentan, keine Dubai-Schokolade in unser Portfolio aufzunehmen“. Und auch der Kitkat-Hersteller Nestlé ist skeptisch: „Derzeit haben wir kein Produkt geplant, das in die Richtung geht“, teilt der Konzern mit. Gleiches gilt für den Hersteller Tony’s.

Derweil antwortet der Milka-Mutterkonzern Mondelez nur ausweichend. Von einem großen Einstieg ins Dubai-Schokoladenbusiness ist angesichts der Herstellungskosten und Preisstruktur der Kernmarke Milka aber auch hier nicht auszugehen.

Wer die Schokolade kosten, aber nicht so viel Geld dafür bezahlen will, könne sie sich ganz einfach selbst machen, erklärte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Berlin gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Das ist mit wenigen Zutaten zu Hause umsetzbar.“ Im Internet kursieren viele Anleitungen. Doch Hobby-Confiseure stehen zunehmend vor Herausforderungen in der Lieferkette: Angesichts des Dubai-Hypes wird Pistazien-Creme offenbar langsam knapp

„Wir haben so viele Anrufe und Mails bekommen, dass wir die Pistaziencreme aus dem Online-Sortiment nehmen mussten“, sagte Pascal Walch, Geschäftsführer von JM Posner, einem Großhändler für das Dessertgeschäft, der WirtschaftsWoche. Bald komme zwar eine neue Lieferung an, „jedoch wird jeder Kunde wegen der hohen Nachfrage nur eine gewisse Menge bestellen können“, so Walch. „So ähnlich muss es im Sozialismus gewesen sein.“

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Tranzparenzhinweis: Der Artikel wurde am 3. November aktualisiert und ergänzt. 

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