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ImmobilienWarme Feiertage statt kalter Bescherung

Hauseigentümer sollten ihre Heizung pflegen. Sonst droht eine frostige Bescherung.Martin Gerth 24.12.2024 - 08:22 Uhr

Wenn vor der Weihnachtsfeier die Heizung ausfällt, gibt es eine kalte Bescherung. 

Foto: imago images

Bei Regen und milden Temperaturen will sich auf dem Weihnachtsmarkt keine Feiertagsstimmung einstellen. Viele Marktbesucher bestellen lieber ein kühles Getränk als den obligatorischen Glühwein. Die Heizpilze an den Glühweinständen bleiben aus, weil selbst am Abend kein Frost in Sicht ist. Mützen und Schals sind fast schon modisches Beiwerk.

Zumindest im eigenen Haus soll es an Weihnachten aber gemütlich sein. Dabei hilft ein Kamin. Das Flackern der Flammen, das Knistern des brennenden Holzes vermittelt die richtige Feiertagsatmosphäre. Auch dann, wenn die zusätzliche Wärme gar nicht nötig wäre. Laut einer Umfrage des Immobilienportals Immoscout24 sind Häuser mit Kamin wertvoller als ohne. Die Holzfeuerstelle beschert gemütliche Weihnachten und einen hübschen Immobilienwert. 

Zu ernst sollten Sie dieses Loblied auf den Kamin allerdings nicht nehmen. Denn die höchste Kamindichte weisen Immobilien am Starnberger See auf, hat Immoscout24 ermittelt. Hier stehen die teuren Luxushäuser der Reichen und Schönen. Dass diese Villen pro Quadratmeter mehr wert sind als Immobilien ohne Kamin, überrascht wenig. Der Kamin allein macht die Häuser vielleicht doch nicht wertvoller. 

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Wichtiger ist da der gesamte energetische Zustand der Immobilie. Denn potenzielle Käufer werden die Sanierungskosten bei ihrem Kaufangebot berücksichtigen. Die Kosten fürs Dämmen, für die neue Heizung und neue Fenster sind erheblich und können die Marke von 100.000 Euro schnell übersteigen. Das mindert den Immobilienwert erheblich. 

Entscheidend ist vor allem, was im Heizungskeller steht und die gesamte Immobilie warm hält. In den Kellern vieler deutscher Immobilien stehen Heizungsanlagen, die veraltet sind. Laut dem Verband BDEW sind immerhin rund 20 Prozent davon 25 Jahre und älter. Diese Heizungen verbrennen häufig zu viel Heizöl oder Erdgas. Sie könnten ausfallen, wenn sich die eigene Familie gerade um den Weihnachtsbaum versammelt hat. Dann ist die festliche Atmosphäre schnell im Eimer. 

Versuchen Sie mal über die Feiertage einen Heizungsmonteur zu erreichen. Das ist beinahe unmöglich. Bei mir zu Hause war kurz vor Weihnachten nur ein Heizkörper zu entlüften. Am Freitag vor dem vierten Advent, nach 15 Uhr, war noch ein Termin dafür frei. Ich hatte Glück. Normalerweise sind die Monteure dann schon im Wochenende. Der Rest der Woche, so die Heizungsfirma, sei für Notfälle verplant. 

Nun kommt die Heizperiode nicht gerade überraschend. Spätestens im November muss in der Regel geheizt werden. Hauseigentümer sollten daher regelmäßig vor der Heizperiode ihre Heizungsanlage überprüfen. Zwar können alte Öl- oder Gasheizungen durchaus 30 und mehr Jahre laufen. Allerdings kommt es darauf an, wie stark sie genutzt und wie gut sie gewartet wurden. Individuell kann die wirtschaftliche Nutzungsdauer daher auch kürzer als 30 Jahre sein. 

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Eine ältere Heizungsanlage muss deswegen nicht gleich komplett ausgetauscht werden. Oft reicht es schon, ein wichtiges Teil wie beispielsweise die Heizungspumpe auszutauschen. Das spart zudem Energie. Denn modernere Heizungspumpen verbrauchen deutlich weniger Strom als veraltete. Da der Austausch der Pumpe die Heizung optimiert, gibt es auch staatliche Fördermittel vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Die Förderprogramme gelten zumindest noch bis zum 23. Februar, dem Tag der Bundestagswahl. Dass der Staat danach mehr dazu gibt, egal ob für die Optimierung oder den Austausch der Heizung, ist unwahrscheinlich. Jens Spahn (CDU) hat bereits gefordert, beispielsweise die Fördermittel für Wärmepumpe zu kürzen. Die Union insgesamt sieht das Gebäudeenergiegesetz, das den Heizungstausch regelt, kritisch.  

Wenn es einen Wunsch fürs neue Jahr gibt, dann den, dass Hauseigentümer nicht durch zu viel Hin und Her beim Thema Heizung verunsichert werden. Denn Unsicherheit lähmt. Reparaturen und andere Maßnahmen, die dringend nötig wären, werden aufgeschoben. Das rächt sich spätestens dann, wenn die Heizung kalt bleibt. 

Lesen Sie auch: Warum ein Wärmepumpenhersteller einen Verzicht auf Fördermittel gut findet

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