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PharmazuliefererSartorius-Chef Kreuzburg rettet sein Vermächtnis

CEO Joachim Kreuzburg steigerte den Wert der Sartorius–Aktie um das Hundertfache. Dann folgte der Absturz. Nun gibt es Hoffnung.Jürgen Salz 28.01.2025 - 14:28 Uhr

CEO Joachim Kreuzburg hat Sartorius geprägt wie kaum ein anderer

Foto: dpa

Minus 35 Prozent: Die Aktie des Pharma- und Laborzulieferers Sartorius zählte 2024 zu den größten Verlierern im Dax – schlechter schnitt nur noch Bayer ab. Dabei hatte CEO Joachim Kreuzburg doch eigentlich ein „klares Wachstum“ versprochen. Ausgerechnet Sartorius. Nahezu zwei Jahrzehnte lang kannten die Umsatz- und Gewinnzahlen nur eine Richtung – steil nach oben.

Der Aktienkurs legte zeitweise um fast das Hundertfache zu. Und in der Corona–Pandemie waren die Filter und Einwegbeutel für Bioreaktoren, die so dringend für die Impfstoffproduktion benötigt wurden, so gefragt wie nie.

Doch mit dem Ende der Pandemie ließ dann auch die Nachfrage nach. Die Medikamente- und Impfstoff-Hersteller hatten mehr als nötig bei Sartorius eingekauft. Die Lager waren jetzt voll, der Bedarf erschöpft. Bei Sartorius sanken entsprechend Umsätze und Gewinne – und vor allem der Aktienkurs.

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Starkes viertes Quartal

Nun sieht es jedoch danach aus, als sei die Trendwende geschafft. Nachdem Sartorius am heutigen Dienstag seine vorläufigen Zahlen für 2024 veröffentlichte stieg der Aktienkurs wieder zweistellig. Der Grund für den Optimismus: Zwar verharrte der Umsatz (rund 3,4 Milliarden Euro) noch auf Vorjahresniveau und das operative Ebitda–Ergebnis (945 Millionen Euro) fiel noch leicht ab. Doch im vierten Quartal nahmen die Geschäfte wieder deutlich Fahrt auf. Für 2025 erwartet CEO Kreuzburg wieder ein profitables Wachstum und eine moderate Umsatzsteigerung. Bei der Präsentation der Zahlen ließ er durchblicken, dass viele Kunden inzwischen wieder mehr bestellen und die „temporäre“ Nachfrageschwäche ihrem Ende entgegengeht.

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Phänomen Kreuzburg

Damit  verschafft sich Kreuzburg  noch einen einigermaßen guten Abgang. Zum 1. Juli übergibt der dann 60–Jährige an seinen Nachfolger Michael Grosse, der zuvor für verschiedene Pharma– und Verpackungshersteller, unter anderem TetraPak, gearbeitet hat. Dabei hat der studierte Maschinenbauer Kreuzburg  Sartorius geprägt wie kaum jemand anderes. 1999 kam er zu Sartorius, sechs Jahre später wurde er Vorstandschef. Er ist mittlerweile der dienstälteste Vorstandschef im Dax.Und wesentlich verantwortlich für den Erfolg von Sartorius in den vergangenen Jahrzehnten. 

Zu Beginn des Jahrtausends verbreiterte er einerseits das Sortiment, setze nun aber fast ausschließlich auf die sich gerade rasant entwickelnde Biopharmaindustrie. Von anderen Kunden, etwa aus dem Maschinenbau, der Grundstoff– und Chemieindustrie, trennte Sartorius sich.

Ein geschickter Zug, wie sich zeigte. Denn die Fortschritte im Pharmalabor, etwa bei monoklonalen Antikörpern oder Zell- und Gentherapien sorgten dann auch für steigende Umsätze, Gewinne und Aktienkurse bei Sartorius. Bis mit dem Ende der Corona–Pandemie der Schwung nachließ.

Arbeit für den Nachfolger

Während der Präsentation der jüngsten Zahlen zeigte Kreuzburg dann noch ein Chart über die schönen Wachstumsaussichten bei Laborinstrumenten und Verbrauchsmaterialien (plus fünf Prozent) oder bei Zell- und Gentherapien (plus zwanzig Prozent) in den Jahren 2022 bis 2027. Künftig kann Sartorius wieder mit kräftigem Wachstum rechnen, sollte das wohl heißen – mit einem schönen Gruß an Kreuzburgs Nachfolger Michael Grosse. 

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