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InfektionenBleib bloß im Homeoffice?!

Husten, Fieber, Heiserkeit: Die Grippewelle rollt durch deutsche Büros. Wie Sie sich vor Ansteckungen schützen und wann es Zeit fürs Homeoffice ist.Celine Imensek 19.02.2025 - 11:51 Uhr

Kränkelnde sollten öfter erwägen, aus dem Homeoffice zu arbeiten. Bisher macht das vor allem eine Generation.

Foto: imago images

Ganz Deutschland hustet und schnieft. Laut dem Robert-Koch-Institut liegt die Zahl akuter Atemwegserkrankungen aktuell auf hohem Niveau. Kinderkliniken melden einen besorgniserregenden Anstieg schwerer Verläufe bei den Kleinen. Und auch an den Schreibtischen der Republik zücken Beschäftigte Taschentuch und Fiebertablette. Herzlich Willkommen in der Grippesaison! 

Und obwohl sich viele verantwortungsvoll impfen lassen, bleiben Schnupfen und warme Stirn oft nicht aus. Da wir uns bei winterlichen Temperaturen öfter mit vielen Menschen in Innenräumen tummeln, setzen wir uns Erregern verstärkt aus. Zudem hat eine Studie der Universität Harvard gezeigt, dass unsere Immunreaktion bei Kälte schwächer ausfällt.

Da ist es um so lobenswerter, dass viele Arbeitnehmer versuchen, sich selbst und ihre Kollegen zu schützen. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Büromanagement-Plattform deskbird gaben 40 Prozent der 1106 Befragten an, dass Erkältungs- und Grippewellen Auswirkungen auf ihre Entscheidung haben, ob sie von zu Hause aus arbeiten oder in die Firma kommen – soweit das für sie zur Wahl steht. Auch eine Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse vom Dezember zeigt, dass Menschen verantwortungsvoll mit der Ansteckungsgefahr umgehen. Eine deutliche Mehrheit gab an, dass sie schon bei Kopf- und Halsschmerzen oder Schnupfen soziale Kontakte sowie gut besuchte Orte meidet.

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Wichtige Termine bei der Entscheidung beachten

Sich eine oder mehrere Saisons vor jeglicher Erkrankung zu schützen, ist jedoch selbst bei aller Vorsicht unrealistisch. Ohnehin stecken wir uns seltener im Büro an, sondern viel eher im Kreis von Freunden und Familie. Wenn eine Grippewelle gerade ihren Höhepunkt erreicht, ist es laut dem Infektiologen Siegbert Rieg trotzdem eine gute Idee, im Homeoffice zu arbeiten.

Wer sich trotz leichtem Schnupfen und Halskratzen fit genug fühlt und nicht daheimbleiben will, kann im Büro einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Gerade wenn ein wichtiger Termin ansteht, kann das sinnvoll sein. „Mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre wird auch keiner mehr schief angeschaut, wenn er eine Maske trägt“, sagt Rieg, der am Universitätsklinikum Freiburg die Abteilung für Infektiologie leitet.

Ansonsten hilft es, regelmäßig zu lüften, Hände zu waschen und als Verschnupfter ein Einzelbüro zu beziehen. Marion Predikant, Leiterin des betriebsärztlichen Dienstes der Uniklinik Heidelberg, rät zudem die Hände vom Gesicht und speziell der Nase fernzuhalten, da die meisten Erkältungskrankheiten hauptsächlich über Viren in der Nase übertragen werden.

Für Jüngere ist Ansteckungsgefahr relevanter

Neben der Maskentoleranz ist durch die Coronapandemie auch das Bewusstsein für Infektionskrankheiten geschärft worden. Die YouGov-Umfrage zeigt allerdings, dass vor allem junge Menschen darauf achten, ob sie sich und andere gefährden. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen überlegen deutlich mehr Befragte, ob sie im Homeoffice bleiben oder zur Arbeit kommen. Je älter die Teilnehmer der Untersuchung, desto unwichtiger ist ihnen der Faktor Krankheit.

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Rieg geht davon aus, dass jüngere Menschen durch ihre Schulzeit während der Pandemie besonders sensibilisiert sind. Der Erfahrung der Betriebsärztin Predikant nach kommt für diese Altersgruppe Homeoffice auch deshalb eher infrage, weil Themen wie Work-Life-Balance präsenter sind. Sie beobachtet zudem, dass sich Jüngere häufiger krankmelden.

Gleichzeitig zeigt eine Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbunds, dass im vergangenen Jahr fast zwei Drittel der Beschäftigten mindestens einmal gearbeitet haben, obwohl sie krank waren. Damit liegt das Niveau auf dem Stand von vor der Coronapandemie. Für Predikant trägt die größer werdende Sorge vor dem Jobverlust zu dieser Entwicklung bei. 

Zwar sei es in Ordnung, mit leichten oder abklingenden Symptomen weiterzuarbeiten. Gleichzeitig gibt die Medizinerin auch zu bedenken: „Wer sich zwei oder drei Tage richtig ausruht, bei dem zieht sich eine Erkrankung nicht so lang.“ Spätestens bei stärkeren Symptomen wie Fieber oder Gliederschmerzen sollte auch mit Homeoffice Schluss sein.

Lesen Sie auch: Geld, Homeoffice, Sicherheit? Das ist Mitarbeitern wirklich wichtig

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