Chinesischer Autobauer: Wieso die BYD-Aktie gerade so einen Lauf hat
Logo der chinesischen Automarke BYD.
Foto: REUTERSDie Aktie des chinesischen Autobauers BYD hat im Februar einen Lauf gehabt. Das in Hongkong in der Regionalwährung gelistete Papier stieg von umgerechnet 35,6 US-Dollar zu Monatsbeginn bis auf ein Hoch von 51,3 Dollar zum Monatsende.
Doch das Unternehmen machte nicht nur an der Börse eine gute Figur, sondern auch beim Verkauf.
Der weltweite Absatz an Fahrzeugen im Februar stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um über 164 Prozent auf 322.846 Stück an. Noch bemerkenswerter ist jedoch der Export von Elektro- und Hybridfahrzeugen, welcher bei mit 67.025 Stück rund 188 Prozent über dem Vorjahr lag.
Die Zollaufschläge, die sowohl in Amerika als auch in Europa insbesondere mit Blick auf BYD erlassen wurden, scheinen den Autobauer vorerst nicht bremsen zu können.
Zwar gaben die Papiere des Unternehmens seit Ende Februar leicht nach, haben sich aber wieder etwas erholt. Am Mittwochmittag lag der Kurs bei umgerechnet rund 45 Dollar. Grund ist ein milliardenschwerer Aktienverkauf, bei dem BYD Aktien im Gesamtwert von 5,6 Milliarden Dollar in Umlauf brachte, die besonders bei langfristigen Investoren auf Interesse stießen. Insider werten das als Vertrauensbeweis in die BYD-Führung.
Das Unternehmen hat den hohen Kurs damit erfolgreich genutzt. Citigroup-Analyst Jeff Chung erwartet, dass BYD die Erlöse vor allem für die weitere Expansion im Ausland einsetzen wird. Zudem könnte die Entwicklung und das Eigenkapital profitieren.
Die in Singapur ansässige United Overseas Bank geht davon aus, dass besonders der Bau von Werken unter anderem in Indonesien, Vietnam, Ungarn, der Türkei und Brasilien finanziert werden sollen. Dem Analysten Ken Lee zufolge ist hierfür eine Finanzierung von rund fünf Milliarden Dollar nötig, die dadurch neugewonnene jährliche Produktionskapazität schätzt er auf 800.000 Fahrzeuge.
Während das chinesische Unternehmen die Expansion im Ausland vorantreibt, muss es sich Zahlen des chinesischen Autoverbands CPCA zufolge immer weniger Gedanken um die Konkurrenz machen, insbesondere um Tesla. Der einstige Branchenführer im Elektro-Segment rangiert im wichtigen Markt China den Februar-Zahlen zufolge nur noch auf dem sechsten Rang. BYD dagegen liegt seit 2023 durchgängig auf dem Spitzenplatz.
Die Amerikaner mussten im Februar einen Rückgang ihrer Verkaufszahlen um 49 Prozent auf 30.688 Stück einstecken. Das war der niedrigste Monatswert seit Juli 2022, als nur 28.217 Elektrofahrzeuge ausgeliefert wurden.
Das schwache Tesla-Ergebnis in China reiht sich ein in eine Reihe von Verkaufsrückgängen in ganz Europa, obwohl die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in der gesamten Branche gestiegen sind.
Insgesamt sind die Autoverkäufe in China laut Prognosen der CPCA im Februar zum Vorjahresmonat um 26 Prozent auf rund 1,4 Millionen Stück gestiegen. Der Verkauf von Elektro- und Hybridfahrzeugen hat demnach sogar um 85 Prozent auf 720.000 Fahrzeuge angezogen.
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