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WirtschaftsprüferKPMG schnappt sich Brainnet

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG übernimmt die Beratungsfirma Brainnet. Und wird damit ein ernsthafter Rivale im Segment der Strategieberatung.Julia Leendertse 15.06.2012 - 15:33 Uhr

KPMG übernimmt die Bonner Beratungsfirma Brainnet

Foto: AP

McKinsey, Boston Consulting Group, A.T. Kearney & Co. müssen sich warm anziehen. Mit der Übernahme der Bonner Beratungsfirma Brainnet ist der Wirtschaftsprüfer KPMG für die renommierten Strategieberater quasi über Nacht zum ernstzunehmenden Rivalen aufgestiegen.

Brainnet gilt international als führende Adresse in der Beratung rund um Einkauf und Supply Chain Management und berät bereits heute zwei Drittel der Dax-30-Konzerne, 100 der Fortune-500-Firmen sowie international tätige Mittelständler wie Miele, Liebherr oder Claas.

Platz 6: Rödl & Partner

In Deutschland machten die Nürnberger im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von knapp 154 Millionen Euro. Ein Drittel davon erwirtschaftete die Gesellschaft mit Wirtschaftsprüfungen.* Weltweit setzten Rödl & Partner 281,3 Millionen Euro um - und damit rund 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Gewinn macht das Unternehmen keine Angaben. 3.500 Menschen sind bei Rödl & Partner beschäftigt.

* Rest der Umsätze: Steuer-, Rechts- und Unternehmensberatung

Foto: Presse

Platz 5: BDO

Das Hamburger Unternehmen setzte 2012 in Deutschland fast 192 Millionen Euro um und liegt damit leicht über Vorjahresniveau. BDO beschäftigt 1600 Mitarbeiter.

Foto: Screenshot

Platz 4: Deloitte

Mit einem Umsatz von 657 Millionen Euro im Jahr 2012 hat sich Deloitte gegenüber dem Vorjahr um fast 6 Prozent gesteigert. 37 Prozent des Umsatzes macht das Geschäft mit Wirtschaftsprüfungen aus. Im Geschäftsjahr 2011/2012 fuhr Deloitte einen Gewinn von 13,9 Millionen Euro ein (Vorjahr: 12,5). Für das Düsseldorfer Unternehmen arbeiten mehr als 4.800 Menschen.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 3: Ernst & Young

Mit einem Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro schaffen es Ernst & Young auf den dritten Platz im Ranking. Gut 40 Prozent des Umsatzes wurden im vergangenen Jahr mit Wirtschaftsprüfung erwirtschaftet. Die GmbH beschäftigt in Deutschland mehr als 7.200 Mitarbeiter.

Foto: dapd

Platz 2: KPMG

Die Gesellschaft setzte 2012 mehr als 1,3 Milliarden Euro um. Das sind fast 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 46 Prozent erwirtschaftete KPMG mit Wirtschaftsprüfungen. Zum Gewinn macht das Unternehmen keine Angaben. Aktuell beschäftigt KPMG gut 8.600 Mitarbeiter. Zu den Kunden gehören unter anderem die Deutsche Bank.

Foto: AP

Platz 1: PricewaterhouseCoopers

PwC setzte 2012 rund 1,5 Milliarden Euro um und ist damit die größte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Deutschland. Knapp die Hälfte der Umsatzes kamen durch Wirtschaftsprüfungen zustande. PwC konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um gut vier Prozent steigern. Derzeit beschäftigt das Unternehmen in Deutschland 9.300 Mitarbeiter.

Foto: dpa

In das globale Netzwerk der viertgrößten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bringt Brainnet rund 300 industrieerfahrene Einkaufs- und Supply-Chain-Managementspezialisten ein. Etwa genauso viele Einkaufs- und Lieferkettenexperten gab es bereits bisher bei KPMG.

Unter der Führung des bisherigen Brainnet-CEOs Christian Rast wird dieses Heer an Spezialisten in einem gemeinsamen Center of Excellence für Supply Chain Management Unternehmen aus der ganzen Welt aus einer Hand einen zuvor nie dagewesenen Schatz an Know-how darüber bieten können, wie sich globale Lieferketten möglichst effizient, kosten- und steuergünstig gestalten und steuern lassen.

Enormer Wettbewerbsvorteil

„Unser Ziel war es schon immer zur Nummer eins in der Supply Chain Management-Beratung weltweit aufzusteigen. Im globalen Netzwerk von KPMG können wir genau das erreichen“, begründet der bisherige Brainnet-CEO und künftige KPMG-Partner Christian Rast seine Entscheidung, unter das Dach der Big Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu gehen. In der Tat dürfte der Wettbewerbsvorteil, der aus dem Zusammenschluss der beiden Häuser entsteht, für keinen Mitbewerber dublizierbar sein.

Anders als KPMG haben Strategieberatungshäuser wie McKinsey oder BCG keine Steuer- oder Verrechungspreisexperten in den eigenen Reihen vorzuweisen. Und wenn jetzt die restlichen drei der vier Big Four-Wirtschaftsprüfer – sprich PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young oder Deloitte, sich in puncto Supply Chain Managementberatung durch Zukäufe verstärken wollen, gibt es keine zweite Spezialberatung mehr am Markt, die ähnlich viele und erfahrene Beschaffungsprofis einbringen könnte, wie Brainnet es jetzt bei KPMG kann.

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