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Julia Jäkel - Vorstand von Gruner+JahrVom Azubi zur Chefin

Mit Julia Jäkel im Führungstrio zieht wieder eine Frau in den Vorstand von Gruner + Jahr ein. Von der Teilnehmerin am Bertelsmann-Nachwuchsprogramm zur Co-Chefin eines der größten Medienhäuser Europas - innerhalb von gerade 15 Jahren hat Julia Jäkel eine erstaunliche Karriere hingelegt.Peter Steinkirchner 07.09.2012 - 13:34 Uhr

Ein neues Gesicht für Gruner + Jahr. Julia Jäkel wurde gestern vom Aufsichtsrat in den Vorstand befördert.

Foto: dapd

Die sympathische 40-Jährige, die gestern vom Aufsichtsrat in den Vorstand von Gruner + Jahr befördert wurde, gibt dem Hamburger Zeitschriftenriesen ein neues Gesicht. Mit ihr zieht jemand ins Führungsgremium ein, der Redaktionen sehr gut von innen kennt. Dass sie eines Tages den Schritt an die Spitze machen würde, hatten in der Branche viele erwartet. Dass dies jedoch so schnell und so früh kam, ist vor allem den äußeren Umständen geschuldet.

Denn erst in der vergangenen Woche war der bisherige G+J-Vorstandschef Bernd Buchholz aus dem Vorstand von Bertelsmann zurückgetreten. Hintergrund sind die Scharmützel, die sich Buchholz immer wieder mit Bertelsmann-Chef Thomas Rabe geliefert hatte. Die gipfelten zu Beginn des Jahres in der Untersagung eines Zukaufs, den Buchholz eigentlich schon für fix betrachtet hatte.

Rabes Begründung für die Absage tat weh: G+J solle sich erst einmal auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Ein Artikel im „Manager Magazin“, in dem vor allem der Plan von Bertelsmann ausgebreitet wurde, G+J komplett zu übernehmen, und der zudem gespickt war mit Spitzen gegen Buchholz, schoss diesen waidwund. Nur eine Woche nach dem Rückzug aus dem Bertelsmann-Vorstand jetzt also auch das erwartete Aus als G+J-Chef.

Adidas

Spätestens 2020, so die Zielsetzung der Unternehmen, sollen bis zu 35 Prozent der Führungskräfte weiblich sein. 25 der 30 Dax-Konzerne konnten ihren Frauenanteil im Management seit der Selbstverpflichtung steigern, allerdings nur minimal. Bei manchen Konzernen sank die Quote sogar, wie zum Beispiel beim Sportartikelhersteller Adidas. Der Anteil sank im vergangenen Jahr von 26 auf 25 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat). Und das, obwohl mehr als die Hälfte der Gesamtbelegschaft weiblich ist. Ziel von Vorstands-Chef Herbert Hainer ist es, den Anteil bis Ende 2015 auf 32 bis 35 Prozent zu erhöhen.

Foto: dapd

Platz 7: Allianz

Die Allianz SE kann sich im FKI-Ranking 17 Punkte sichern. Die höchsten Werte (insgesamt acht Punkte) wurden im Bereich Leistung verbucht, der sich aus den Positionen "Verhältnis der Frauen in Führungspositionen zum Anteil der weiblichen Beschäftigten insgesamt" und "Frauen in Aufsichtsräten" zusammensetzt. Beim Versicherungskonzern stieg der Anteil der Frauen in Führungspositionen von 24,7 auf 25,6 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat, Stand Juni 2012) – wirklich ernst scheint man das Thema aber auch hier bisher nicht zu nehmen. Spezielle Management-Seminare für Frauen lehnt Personalvorstand Werner Zedelius ab. Stattdessen will die Allianz Frauen durch ein Sponsoring-Programm fördern. Rund 100 talentierte Mitarbeiterinnen treffen sich zwei Jahre lang regelmäßig mit Kollegen aus der Unternehmensspitze, um über ihre Karriere zu sprechen.

Aushängeschild der Allianz ist Elisabeth Corley (im Bild). Die gebürtige Engländerin ist seit Beginn Jahres Chefin von Allianz Global Investors. Nebenher schreibt sie Psychothriller.

Foto: Pressebild

Bayer

Beim anderen großen deutschen Chemiekonzern, Bayer, ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen im letzten Jahr um zwei Prozent gestiegen – auf 19 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat). Bis Ende 2015 hat sich Bayer auf eine Quote von 30 Prozent verpflichtet. Wichtigste Frau im Konzern ist die Amerikanerin Sandra Peterson, die seit 2010 das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln (Crop Science) leitet. Bayer-Chef Marijn Dekkers will sich als großen Frauenförderer verstanden wissen. Sein Unternehmen hat eine spezielle Internetseite, um hochqualifizierte Frauen anzusprechen.

Foto: Pressebild

BASF

Beim Chemieriesen BASF stieg die Frauenquote im vergangenen Jahr ebenfalls nur um rund ein Prozent auf 10,9 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat). Hier sind auch Ziele in Sachen Frauenförderung wenig ambitioniert. Lediglich 15 Prozent sollen bis Ende 2020 in den Chefetagen des Konzerns sitzen. Auch insgesamt gibt es wenige Frauen im Konzern. Ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft liegt bei 23 Prozent. Allerdings sitzt hier eine Frau im Vorstand. Margret Suckale ist Personalchefin des Ludwigshafener Chemieunternehmens. Bekannt wurde sie während des Lokführer-Streiks 2008 als Personalchefin bei der Deutschen Bahn. Ein weiteres bekanntes weibliches Gesicht ist RTL-Chefin Anke Schäferkordt, die im Aufsichtsrat von BASF sitzt.

Foto: dpa

Beiersdorf

Obwohl Kosmetikprodukte überwiegend von Frauen verwendet werden, geht es in Sachen Frauenförderung beim Kosmetikkonzern Beiersdorf langsam voran. Lediglich einen halben Prozentpunkt konnte der Konzern seine Quote im letzten Jahr steigern auf 20,5 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat). Bis Ende 2020 sollen 25 bis 30 Prozent der leitenden Angestellten weiblich sein. Das wollen die Konzernlenker durch Coaching- und Mentoring-Programme für hochqualifizierte Frauen ändern.

Foto: dpa

BMW

Beim bayerischen Autobauer BMW sieht die Quote verheerend aus. Lediglich 9,1 Prozent der Führungskräfte (ohne Vorstand und Aufsichtsrat) sind weiblich. 0,3 Prozent mehr als im letzten Jahr. Bis Ende 2020 soll der Anteil der außertariflichen Führungskräfte auf 15 und 17 Prozent  steigen. Das versuchen die Bayern durch spezielle Veranstaltungen für Frauen und einen speziellen Internetauftritt zu schaffen. Aushängeschild in Sachen Frauen in Führungspositionen ist Hildegard Wortmann, die das Produktmanagement des Unternehmens leitet. Wie viele andere erfolgreiche Managerinnen spricht sie sich gegen eine starre Frauenquote aus.

Foto: Pressebild

Commerzbank

Bei der Commerzbank geht man das Thema Frauen und Karriere mit einem neuen Modell an. Job-Sharing heißt das Leuchtturmprojekt, bei dem sich zwei Mitarbeiter den gleichen Arbeitsplatz teilen. Ein Kunde, der am Montag und am Freitag einen Termin beim Direktor seiner Filiale hat, sitzt also verschiedenen Personen gegenüber. Mit dem Teilzeitmodell will die Commerzbank Familie und Karriere für ihre Mitarbeiter gleichzeitig möglich machen und so auch einen höheren Frauenanteil in der Führungsebene erreichen. Die ist bisher von Männern domminiert. Nur 23,1 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat) der Führungskräfte sind Frauen – ein Anstieg um 0,1 Prozent im letzten Jahr. Im Jahr 2015 sollen es weltweit 30 Prozent sein.

Foto: dapd

Platz 8 (7): Daimler

Noch einmal 17 Punkte gibt es auch für den Daimler-Konzern. Vor allem im Beurteilungsaspekt Ambition (bildet den prozentualen Anstieg des Frauenanteils im Konzern ab, der zwischen dem durchschnittlichen Frauenanteil in Führungspositionen 2010 und dem selbstgesetzten Unternehmensziel liegt; sowie in welchem Verhältnis das gesetzte Ziel zum Frauenanteil an der Gesamtbelegschaft in Deutschland 2010 liegt) kann das Unternehmen überzeugen: satte neun Punkte wurden hier verteilt.

Chef Dieter Zetsche nimmt kein Blatt vor den Mund – so auch beim Thema Frauenquote. Der Chef des Stuttgarter Autokonzerns Daimler sagte vergangenen September in einem Interview mit der FAZ: „Wenn ich höre, dass in drei, vier Jahren 40 Prozent auf den Führungsposten Frauen sein sollen, dann verraten Sie mir bitte: Wohin soll ich all die Männer aussortieren? Alle zwangsweise in Rente schicken, damit überhaupt so viele Stellen frei sind?“ Dementsprechend fallen die Quotenziele des Konzerns aus: 20 Prozent der Führungskräfte in Deutschland und weltweit sollen bis 2020 weiblich sein. 2011 liegt die Quote bei 12,8 Prozent – 0,8 Prozent höher als ein Jahr vorher.

Foto: REUTERS

Platz 4: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank landet mit 18 Punkten auf Rang gemeinsam mit Merck und der Telekom auf Rang vier; gegenüber den Mitstreitern hat die Bank beim Aspekt Leistung die Nase vorn und kommt auf acht Punkte (die anderen beiden erreichen sechs Punkte).

Der Umbau des Top-Managements bei der Deutschen Bank hat in den vergangenen Monaten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt und die Gemüter erhitzt. Denn unter all den Namen, die im März für das oberste Führungsgremium des Geldhauses und das direkt unterhalb angesiedelte Group Executive Committee gehandelt wurden war keine einzige Frau. Dass da noch Luft nach oben ist, räumte auch ein Sprecher der Bank ein. Es sei sicher „keine Frage von Jahrzehnten mehr“, bis die erste Frau im Vorstand sitze. Aktuell liegt die Quote bei 15 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat, Stand Juni 2012) im oberen und mittleren Management – ein Prozent mehr als 2010. Im unteren Management sind es 28 Prozent.

Foto: REUTERS

Deutsche Börse

Bei der Deutschen Börse sieht es ähnlich männlich aus. Nur 13 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat) der Führungskräfte sind weiblich – der Anteil ist derselbe wie vor einem Jahr. Der Anteil der Frauen an der Gesamtbelegschaft liegt bei 37 Prozent. Ziel ist es, dass bis 2015 im mittleren und oberen Management knapp ein Drittel der Führungskräfte weiblich sind. Im unteren Management sollen es 30 Prozent sein.

Foto: REUTERS

Deutsche Post DHL

Beim größten deutschen Logistiker aus Bonn hat sich die Zahl im vergangenem Jahr auch nur um einen knappen Prozentpunkt verändert auf 17,9 Prozent. Trotzdem will der gelbe Riese sein Image in Sachen Frauenförderung aufpolieren. Der Stolz war Post-Chef Frank Appel bei der Hauptversammlung ins Gesicht geschrieben, als er seinen Aktionären die neue Personalchefin Angela Titzrath vorstellen konnte. Die Deutsche Post verpflichtete sich im Oktober, den Anteil weiblicher Führungskräfte in Deutschland, ebenso wie weltweit auf 25 bis 30 Prozent zu heben. Eine Frist setzten sich die Bonner allerdings nicht.

Foto: REUTERS

Platz 5 (4): Deutsche Telekom

Auch die Telekom will mit gutem Beispiel voran gehen. Der Konzern erreichte ebenfalls 18 Punkte und liegt in sämtlichen Teilbereichen gleichauf mit Merck. Mit Personalvorstand Marion Schick (rechts im Bild) konnten die Bonner eine echte Kämpferin für mehr Frauenförderung gewinnen. Die Benachteiligung von Frauen sei ein speziell deutsches Problem, sagte die im Juni 2012 der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Sie fordert von der deutschen Wirtschaft mehr Anstrengungen in Sachen Frauenquote. Schick ist eine von zwei Frauen im Telekom-Vorstand. Das Europa-Geschäft leitet die Physikerin Claudia Nemat (links), die vorher bei McKinsey Karriere gemacht hatte. Den deutschen Durchschnitt von 14 Prozent weiblicher Führungskräfte hebt die Telekom allerdings trotzdem nicht an. Nur 13,8 Prozent der Führungskräfte sind Frauen. Im vergangenem Jahr waren es noch 12,5 Prozent.

Foto: dpa

Eon

Der Energieversorger Eon macht in Sachen Frauenquote eine miserable Figur. In der Selbstverpflichtung heißt es zwar pathetisch, man halte an dem „ambitionierten Ziel fest, den Frauenanteil in Führungspositionen mehr als zu verdoppeln“. In Zahlen heißt das allerdings. Der Anteil soll von aktuell 9,5 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat) auf 14 Prozent bis Ende 2016 erhöht werden. Einziges Trostpflaster: Eon hat eine Frau im Konzernvorstand. Seit Juni 2010 ist Regine Stachelhaus für die Mitarbeiter des Energieversorgers zuständig.

Foto: AP

Platz 29: Fresenius SE

Beim Bad Homburger Medizintechnikkonzern Fresenius sieht es in Sachen Chancengleichheit schlecht aus. Die Fresenius SE & Co. KGaA steht auf dem letzten Platz des Frauen-Karriere-Index. Insgesamt konnte der Konzern gerade einmal 2 Punkte erreichen: sie wurden im Bereich Dynamik vergeben, der die Entwicklung des Frauenanteils seit der Zielsetzung seiner Erhöhung misst. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen lag im Juni 2012 bei 19,7 Prozent. Das sind nur 0,6 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Eine starre Quote will sich das Unternehmen nicht auferlegen. Für die Personalauswahl sei „auch weiterhin die Qualifikation und nicht das Geschlecht“ entscheidend, heißt es bei Fresenius. Der „vergleichsweise sehr hohe Anteil von Frauen in der oberen Führungsebene“ solle aber weiter gesteigert werden.

(Es wurden 29 Ränge ermittelt, da für Continental noch keine Angaben vorliegen. Der Konzern wurde erst im September 2012 in den Dax aufgenommen)

Foto: dapd

Platz 28: Fresenius Medical Care

Auch beim Tochterunternehmen Fresenius Medical Care gilt: keine feste Quote. Der Frauenanteil in der oberen Führungsebene liege bei 32,1 Prozent heißt es vom Unternehmen, der Anteil solle erhöht werden (Stand Juni 2012). 2011 lag der Anteil der weiblichen Führungskräfte in allen Managementebenen bei 16,1 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat). Das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im FKI-Ranking kann der Konzern 4 Punkte erreichen. Auch sie wurden im Bereich Dynamik erreicht.

Foto: dpa

Heidelberg Cement

Heidelberg Cement gehört zu den Schlusslichtern in Sachen Frauenförderung. Der Anteil weiblicher Führungskräfte liegt bei nur sieben Prozent. Das sind 0,2 Prozent mehr als 2010. In der Gesamtbelegschaft ist der weibliche Anteil von 2010 bis 2011 sogar gesunken – von 17 auf 15 Prozent. Der Konzern hat bisher keine Weiterbildungsmaßnahmen speziell für Frauen entwickelt. Selbst gestecktes Ziel ist, bis 2020 einen Anteil weiblicher Führungskräfte von 15 Prozent zu erreichen. Doch es gibt auch Ausreißer nach oben beim Thema Frauenquote, so zum Beispiel…

Foto: dapd

Platz 1: Henkel

Der Konsumgüterhersteller Henkel führt das Ranking der frauenfreundlichsten Dax-Unternehmen an. Mit insgesamt 21 Punkten setzte sich Henkel an die Spitze des Frauen-Karriere-Index. Besonders in den Bereichen Dynamik und Leistung hat der Konzern die Nase vorn. 29,5 Prozent der Führungskräfte sind weiblich – für Firmenchef Kasper Rorsted ein Grund stolz zu sein. „Tradierte Rollenvorstellungen sind für mich tatsächlich sehr befremdlich, und das mag auch daran liegen, dass ich Däne bin“, sagte Rorsted 2011 in einem Interview mit der WirtschaftsWoche.

Dass er es ernst meint, zeigte er im September 2011. Mit Kathrin Menges sitzt erstmals in der Geschichte des Unternehmens eine Frau im Vorstand. Menges leitet das Personal-Ressort. Bekanntestes weibliches Gesicht bisher war die Urenkelin von Persil-Erfinder Fritz Henkel, Simone Bagel-Trah. Sie ist seit 2010 Chefin des Aufsichtsrates. Auch die Ziele des Konzerns sind ambitioniert. Henkel vorordnet sich eine jährliche Zuwachsrate beim Frauenanteil in den Chefetagen. Jedes Jahr sollen es ein bis zwei Prozent mehr werden.

Foto: dapd

Infineon

Der Halbleiter-Hersteller Infineon drückt mit 11,4 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat) Frauenanteil in den Chefetagen den Durchschnitt der Dax-Konzerne. Seinem Ziel, den Frauenanteil bis 2015 auf 15 Prozent zu haben, ist der in den vergangenen Jahren kaum näher gekommen – der Anteil stieg um nur 0,2 Prozent. Um Frauen besser zu fördern, veranstaltet der Konzern spezielle Weiterbildungsmaßnahmen für hochqualifizierte Frauen und setzt auf ein Mentoring-Programm.

Foto: dapd

Platz 9 (7): K+S

Beim Bergbauunternehmen Kali und Salz haben Frauen nicht sehr viel zu sagen. Nur 8,7 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat) der Führungskräfte sind weiblich (Stand: Juni 2012). Der Frauenanteil in der Gesamtbelegschaft liegt bei 8,8 Prozent, was wohl an der Branche liegt, in der der Konzern tätig ist. Beim FKI-Ranking erreicht der Konzern ebenfalls 17 Punkte. Auch in Zukunft wird es in den Chefbüros wohl kaum Frauen geben. Die Selbstverpflichtung des Konzerns: Im Jahr 2020 soll der Anteil der weiblichen Führungskräfte, dem Anteil der Mitarbeiterinnen in der Gesamtbelegschaft entsprechen.

Foto: dpa

Linde

Auch beim Industriegas-Hersteller Linde sind Frauen in der Führungsebene eine echte Rarität. Von 2010 bis 2011 stieg der Anteil um nur 0,2 Punkte auf 9,3 Prozent. Spezielle Weiterbildungsmaßnahmen für Frauen gibt es nicht. Durch Patenschaften will das Unternehmen nun hochqualifizierte weibliche Mitarbeiter entdecken und fördern. Das Ziel: Bis 2018 soll ihr Anteil im Management zwischen 13 und 15 Prozent betragen.

Foto: dapd

Lufthansa

Bei der Lufthansa hat sich seit 2010 in Sachen Führungsfrauen gar nichts verändert. Die Quote liegt bei 15,5 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat). Bis Ende 2020 will der Konzern den Anteil weiblicher Führungskräfte um 30 Prozent steigern. Auch die Lufthansa setzt auf Patenprogramme, um die Zahl weiblicher Führungskräfte bald zu erhöhen.

Foto: dpa

MAN

Besonders die Automobilbranche ist ein Geschäft, das von Männern dominiert wird. Da ist Sabine Drzisga eine echte Ausnahme. Die Diplomkauffrau hat sich im Teilkonzern Nutzfahrzeuge durchgesetzt und leitet seit 2007 das Ressort Controlling und Recht. Damit ist die die ranghöchste Frau bei dem Münchener Lastwagenbauer. In den Konzernvorstand hat es bisher keine geschafft. Der Anteil weiblicher Führungskräfte liegt bei MAN mit elf (ohne Vorstand und Aufsichtsrat) Prozent unter dem Durchschnitt der Dax-Konzerne. Bis Ende 2014 soll er auf zwölf Prozent erhöht werden.

Foto: dpa/picture-alliance

Platz 6 (4): Merck

Auch Platz 4 teilen sich mehrere Unternehmen. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck liegt auf dem untersten des Vierer-Rangs. Insgesamt kam das Unternehmen auf 18 Punkte.

Merck will sich nicht auf eine fest Quote weiblicher Führungskräfte festnageln lassen. Das grobe Ziel: Zwischen 25 und 30 Prozent Frauen in Führungspositionen weltweit bis 2016. Unternehmens-Chef Karl Ludwig Kley meint: „Es entbehrt jeglicher wirtschaftlicher Vernunft, Frauen nur deswegen in Führungspositionen zu bringen, um eine Quote zu erfüllen.“ Um in Zukunft einen besseren Blick für potentielle weibliche Führungskräfte zu bekommen, schaffte Merck eine neue Stelle. Jennifer O’Lear ist seit April 2011 Chief Diversity Officer im Konzern.

Foto: dapd

Metro

Eine junge Frau steht in einer Lagerhalle zwischen Obst- und Gemüsekisten. „Ich habe immer ein bisschen Obst im Haus“, steht auf dem Plakat. „Durchschnittlich ungefähr 17,5 Tonnen.“ Mit Sprüchen wie diesen will der Handelskonzern Metro weibliche Führungskräfte gewinnen. Die junge Frau ist Leiterin im Einkauf. Im Jahr 2011 lag die Frauenquote im Management nur etwas über dem Durchschnitt, bei 15,1 Prozent. Und damit nur 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Das will der Konzern bald ändern. Bis Ende 2013 soll ein Fünftel der Managerinnen weiblich sein. Zwei Jahre später sollen es 25 Prozent werden.

Foto: dpa

Munich Re

Nur einen schlappen halben Prozentpunkt stieg die Frauenquote im Management des Rückversicherers Munich Re zwischen 2010 und 2011. In der Personalentwicklung will der Konzern Frauen durch Mentoren-Programme fit für die Chefetagen machen. Spezielle Weiterbildungsmaßnahmen gibt es nicht. Mit der Ernennung der Schwedin Annika Falkengren zur zweiten Frau im Aufsichtsrat setzten die Münchener 2011 ein Zeichen. Bis Ende 2020 soll ein Viertel der Führungskräfte weltweit weiblich sein.

Foto: dpa

RWE

Zu Beginn seiner Amtszeit krempelt der neue RWE-Chef Peter Terium den Energiekonzern ordentlich um. Er will neue Energien, sowohl was den Strom angeht, als auch im Management. „RWE braucht mehr internationale Mitarbeiter, mehr Frauen in Führungspositionen und mehr jüngere Mitarbeiter“, sagte er kürzlich in einem Interview mit der Rheinischen Post. Bis Ende 2018  sollen 22 Prozent der Mitarbeiter im Topmanagement weiblich sein. Bis dahin ist aber noch viel zu tun. Bisher liegt die Frauenquote in den Chefetagen bei 9,3 Prozent. Von 2010 bis 2011 steigerte sich der Anteil um 1,3 Prozent.

Foto: dpa

SAP

Für das Walldorfer Unternehmen war es ein Schock. Im Juli vergangenen Jahres verlor der Software-Konzern seine erste und einzige Frau im Vorstand. Nach nur einem Jahr warf die Personal-Chefin Angelika Dammann das Handtuch, nachdem Arbeitnehmervertreter sie heftig kritisiert hatten. Sie soll darauf bestanden haben, am Wochenende mit dem Firmenjet heimzufliegen. Dammann hatte als Personalchefin Verantwortung für rund 53.000 Mitarbeiter und eine ambitionierte Agenda für mehr weibliches Führungspersonal entwickelt. Ihren Job übernahm kommissarisch Finanzvorstand Werner Brand. In den Chefetagen des Walldorfer-Konzerns lag die Frauenquote 2011 bei 13,9 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat), einen knappen Prozentpunkt höher als im Vorjahr. Bis Ende 2017 sollen es weltweit 25 Prozent sein.

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Siemens

Als Personalvorstand von Siemens schafft es Brigitte Ederer immer wieder in die Schlagzeilen. Meist dann, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und um Frauen in Führungspositionen geht. Mit seiner Anti-Herdprämie befeuert der Konzern die politische Debatte. Siemens zahlt seinen Mitarbeitern, wenn die Eltern ihren Nachwuchs in den Kindergarten oder zu einer Tagesmutter schicken. Auch beim Thema Frauenförderung will der Konzern mitmischen – allerdings ohne sich auf eine feste Quote festzulegen. Zwischen 12 und 13 Prozent Frauen in Führungspositionen verordnet sich der Konzern bis 2015.

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Platz 10 (7): Thyssen Krupp

Die ThyssenKrupp AG liegt auf dem zehnten Platz des Frauen-Karriere-Index. Bei der Gesamtpunktzahl (17 Punkte) liegt der Konzern gleichauf mit den drei weiteren Rängen. Da Thyssen beim Kriterium Dynamik (Anstieg des Frauenanteils in Führungspositionen und Geschwindigkeit der Erreichung der Zielsetzung) unter den Top-Ten-Konzernen mit gerade einmal zwei Punkten am schlechtesten abschneidet, reicht es nur für den letzten Platz im Reigen.

Mit der Personalie Gabriele Sons sorgte Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger Mitte April für Aufruhr. Die Zeitschrift Capital hatte berichtet, Sons sei als künftige Personaldirektorin und damit als Vorstandsmitglied im Gespräch. Der Konzernvorstand dementierte. Sons soll nun das Personalressort einer der sieben Geschäftseinheiten von Thyssen Krupp leiten. Ein kleinerer Schritt zu mehr weiblichem Führungspersonal. Im Jahr 2011 lag die Frauenquote in den Führungsebenen des Essener Konzerns bei 7,6 Prozent – unverändert gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2020 soll der Anteil bei 15 Prozent liegen.

Foto: Pressebild

VW

Nicht nur alphabetisch, auch in Sachen weibliches Führungspersonal bildet der Wolfsburger Autobauer das Schlusslicht unter den Dax-Konzernen.  Nur 4,9 Prozent des Managements sind weiblich – 0,6 Prozent mehr als noch 2010. Bei ihren Zielen sind die Niedersachsen wenig ambitioniert. Der Fahrplan bis 2020: 15 Prozent Frauen in der unteren Führungsebene, 12 Prozent im mittleren und elf Prozent im oberen Management.

Foto: dpa

Zielstrebig und unprätentiös

Künftig steht bei G+J ein Trio aus Jäkel, Torsten-Jörn Klein (Auslandsgeschäft) und Achim Twardy (Finanzen, Strategie) an der Spitze eines Verlags, dessen Gewinn im ersten Halbjahr von 124 auf 85 Millionen Euro regelrecht eingebrochen ist. Einen Vorstandschef gibt es zunächst nicht. Dennoch kommt Jäkel eine entscheidende Aufgabe zu: Ruhe reinbringen in den Verlag. Dass sie das kann, daran zweifelt in der Branche kaum jemand. Denn Jäkel, die am Wiesbadener Gutenberg-Gymnasium ein 1er Abitur baute, anschließend in Heidelberg und Harvard Geschichte, Politik und VWL studierte und 1996 ihr Studium an der Universität Cambridge mit einem Master abschloss, gilt als exzellente Netzwerkerin, die – und das ist bei G+J ein wesentlicher Vorteil – außerdem sowohl mit der Eignersippe Jahr als auch mit der Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn gut kann.

Zudem gilt sie als zwar zielstrebig, aber dennoch unprätentiös und nahbar. Gearbeitet hat sie unter anderem als geschäftsführende Redakteurin beim Klatschblatt „Gala“ - wie es sich anfühlt, selber Gegenstand der Berichterstattung zu sein, diese Seite des Gewerbes lernte sie kennen, als ihre Beziehung zum früheren „Tagesthemen“-Moderator Uli Wickert bekannt wurde. Im vergangenen Mai wurde das Paar, das seit zehn Jahren verheiratet ist, Eltern von Zwillingen.

Weitere Stationen von Jäkel waren die Mitgründung der „Financial Times Deutschland“; seit 2004 war sie Verlagsleiterin bei der „Brigitte“. Erst im Februar hatte sie den bislang jüngsten Karriereschritt getan, als die Verantwortung für die neu geschaffene Verlagsgruppe G+J Life und damit für 20 unterschiedliche Medienmarken übernahm, darunter „Brigitte“, „Gala“ und das Fußballmagazin „11 Freunde“.

Wie lange das Trio Jäkel, Twardy, Klein an der G+J-Spitze bleibt, ist völlig offen. Viel hängt davon ab, ob Bertelsmann mit seinem Plan zum Zuge kommt, den Zeitschriftenverlag komplett zu übernehmen und den Eigner-Clan der Jahrs stattdessen mit Anteilen am Gütersloher Medienriesen zu beteiligen.

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