Energie: So heizen Sie am günstigsten
Heimelig. Neue Technologien verbinden Umweltschutz und Energieeffizienz
Foto: CLARK/obsEs geht eine Angst um in Deutschland, die Angst vor steigenden Heizrechnungen. Allein 2012 kletterten die Kosten von Heizöl laut dem Energiedienstleister Techem um 8,4 Prozent. Und das wird wohl so weitergehen. Verbraucherverbände erwarten, dass der Heizölpreis bis 2020 gegenüber 2011 um 59 Prozent zulegt, der für Fernwärme um 54 Prozent und der für Erdgas um 35 Prozent.
Womit die Deutschen in neuen Wohnungen heizen
Foto: WirtschaftsWoche
Das spricht sich herum. Viele Jahrzehnte hielten die Deutschen ihre Häuser am liebsten mit einer Ölheizung warm. Als billig galt sie, zuverlässig und fortschrittlich. Diese Liebe ist erkaltet. In jeder zweiten neuen Wohnung läuft mittlerweile eine Gasheizung. Am zweithäufigsten setzen die Deutschen bereits auf Wärmepumpen. Ölkessel spielen kaum noch eine Rolle (siehe Grafik).
Aber welche Heizungen sind wirklich wirtschaftlich? Welche Anlagen sollten Sie in Betracht ziehen, wenn Sie einen alten Kessel auswechseln müssen? Die WirtschaftsWoche hat die Experten der Energieagentur NRW gebeten, sich sechs gängige Systeme anzuschauen und genaue Zahlen zu Preisen, Betriebskosten und Amortisation zu ermitteln. Mit diesen Ergebnissen haben wir die besten Systeme identifiziert, um den Kostenanstieg zu dämpfen.
Der umgekehrte Kühlschrank
Sieger des Heizungsvergleichs ist die Wärmepumpe. Generell funktionieren solche Anlagen umgekehrt wie ein Kühlschrank. Dieser pumpt mithilfe eines Kompressors Wärme aus seinem Inneren heraus und leitet sie über die Kühlrippen an der Rückseite in die Umwelt. Die Wärmepumpe nutzt den Energiegehalt der Erde, des Grundwassers oder der Luft und hebt damit die Raumtemperatur.
Besonders gut schneiden die sogenannten Sole-Pumpen ab, die dem Erdreich Wärme entziehen. Sie halten einen 150-Quadratmeter-Altbau über 20 Jahre zu Gesamtkosten von gut 50 000 Euro warm. Anlagen, die Wärme aus der Umgebungsluft ziehen, kosten im gleichen Zeitraum rund 52 000 Euro, weil sie mehr Strom brauchen, um die gleiche Menge an Wärme zu produzieren.
Welche Variante sich rentiert hängt vom Strombedarf ab
Wärmepumpen sind am rentabelsten. Sechs Heizungssysteme im Vergleich
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Die Zahlen gelten, wenn Strom und Brennstoffe jährlich um zwei Prozent teurer werden. Steigen die Energiepreise um vier oder gar acht Prozent, erhöhen sich auch die Gesamtkosten entsprechend (siehe Grafik). Bei allen Musterrechnungen hat die WirtschaftsWoche die Anschaffung der Anlage, die jährlichen Energie- und Betriebskosten sowie staatlichen Fördermittel berücksichtigt. Zudem haben wir unterstellt, dass die Anlage über einen Kredit der KfW-Bank zu 2,02 Prozent finanziert wird.
Wer den Stromverbrauch von Wärmepumpen senken will, sollte sich erdgasbetriebene Pumpen ansehen. Die sind in der Anschaffung zwar zunächst teurer als ihre Elektropendants. Andererseits kostet die Kilowattstunde Erdgas nur sieben bis acht Cent. Strom ist – auch wenn es Wärmepumpensondertarife gibt – mindestens doppelt so teuer. Welche Variante am Ende rentabler ist, hängt wesentlich vom Jahresenergiebedarf ab. Tendenziell gilt: Je höher dieser ist, desto eher lohnt sich der Kauf einer mit Erdgas betriebenen Wärmepumpe.
Einige Wärmepumpenmodelle haben einen weiteren Vorteil: Sie lassen sich, wie etwa das WPC-cool-Gerät von Stiebel Eltron, vom Winter- in einen Sommermodus umschalten. Sie kühlen dann das Haus an heißen Tagen. Dazu wird das Wasser in den Untergrund gepumpt. Es kühlt sich dort auf etwa zehn Grad Celsius ab und durchströmt dann die Heizkörper, die so zu Kühlflächen werden.
Sie sind dagegen die teuerste Variante zu heizen. Am kostspieligsten sind die Öl-Niedertemperatur-Kessel, die das Wasser mit niedrigen Graden durch die Heizkörper leiten. Wer sein Haus mit diesem System wärmt, zahlt in 20 Jahren mit 70 000 Euro rund 20 000 Euro mehr als der Besitzer einer Sole-Wärmepumpe. "Hier schlägt der hohe Heizölpreis voll ins Kontor", sagt Energieagentur-Experte Sven Kersten.
Gas-Thermen sind ähnlich günstig wie Wärmepumpen
Etwas günstiger ist die Öl-Brennwert-Therme. Bei dieser Technik wird auch die Wärme des Abgasstroms zum Heizen genutzt. Sie kommt in 20 Jahren auf Gesamtkosten von rund 67 000 Euro.
Klettern aber die Öl- und Strompreise jährlich um acht Prozent, was viele Experten für wahrscheinlich halten, sind die Unterschiede noch gewaltiger: Dann zahlen die Ölkessel-Besitzer 130 000 Euro; im Haushalt der Sole-Wärmepumpen-Besitzer fallen nur gut 81000 Euro an – fast 50 000 Euro weniger.
Ab September müssen Staubsauger ein Energielabel tragen, so wie Waschmaschine und Kühlschrank auch. Die EU-Regelung soll es einfacher machen, energiesparende Geräte zu erkennen. Ab September dürfen die Geräte maximal 1600 Watt verbrauchen, bis 2017 soll diese Grenze auf 900 Watt herabgesetzt werden. Zusätzliche hinweise auf dem Label informieren den Kunden, für welchen Bodenbelag der Sauger geeignet ist. Wichtig ist für Experten allerdings nicht nur die Watt-Zahl, sondern auch die Saugleistung. Muss länger gesaugt werden, ist die Energieersparnis durch geringeren Stromverbrauch hinüber. Deshalb sei das Label kaum mit den Energieeffizienzklassen anderer Geräte zu vergleichen.
Wenn Sie vorhaben, sich einen neuen Staubsauger anzuschaffen, achten Sie nicht nur auf den Stromverbrauch, sondern auch auf die Saugleistung. Diese wird durch die Art des Motors, Saugrohr und vorhandene Filter beeinflusst. Viele Händler bieten mittlerweile "Versuchsparcours" an, auf denen man die Staubsaugermodelle testen kann.
Staubsauger, die bis Ende des Monats in den Handel kommen, werden das Label vorerst nicht bekommen und dürfen auch ohne dieses verkauft werden.
Foto: dpaFür Filter-Kaffeemaschinen mit einer Isolierkanne soll der EU zufolge eine Wartezeit von fünf Minuten gelten. Bei Maschinen ohne Isolierbehälter ist eine Wartezeit von maximal 40 Minuten geplant. Die Hersteller können der Kommission zufolge aber entscheiden, ob sie es den Verbrauchern ermöglichen, die automatische Abschaltung der Warmhaltefunktion wieder abzustellen. „Die Einschränkungen für den Verbraucher sind sehr, sehr gering. Kaffee, der 40 Minuten in der Glaskanne steht, schmeckt ohnehin nicht mehr“, sagte Scholz. Vorteile für die Verbraucher seien Einsparungen beim Stromverbrauch und damit bei den Kosten.
Der Bund der Energieverbraucher schätzt die Einsparungen auf etwa 60 Euro im Jahr, wenn täglich drei Kannen Kaffee gekocht und diese insgesamt acht Stunden warmgehalten werden. „Existierende Modelle, die automatisch abschalten, kosten kaum so viel wie der Warmhaltestrom eines Jahres“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Aribert Peters der dpa. „Wir bekommen die Energiewende nicht hin, ohne Strom zu sparen.“
Foto: dpaKaffeemaschinen sind nur ein Beispiel für den unnötigen Stromverbrauch im Haushalt. Eine Umfrage von TNS Emnid für den Strom- und Gasanbieter E wie einfach hat ergeben, dass 30 Prozent der Bürger nicht wissen, wie viel Strom sie im Alltag tatsächlich verbrauchen. Vor allem ganz junge sowie ältere Menschen kennen ihren Verbrauch nicht. Um Strom zu sparen, geben 81 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Akkuladegeräte vom Netz trennen, den Gefrierschrank abtauen (72 Prozent), und auf Energiesparlampen umgestiegen sind (71 Prozent). Doch sind das wirklich die größten Stromfresser im Haushalt? Wer geben zehn Tipps, wo und wie Sie in Zukunft Strom im Haushalt sparen können.
Foto: dapdEco-Programme beim Spülen benutzen
Mit 5,1 Prozent Anteil am gesamten Stromverbrauch landet das Geschirrspülen auf Platz 10 der größten Stromfresser im Haushalt. Laut einer Studie der Universität Bonn ist das Spülen in der Maschine übrigens trotzdem günstiger als Handspülen: Im Geschirrspüler werden sowohl weniger Wasser als auch weniger Energie verbraucht. Voraussetzung ist natürlich, dass die Maschine nur voll beladen eingeschaltet wird und dass das Geschirr nicht zusätzlich von Hand vorgespült wird. Auch sogenannte Spar-, Eco- oder Umwelt-Programme sparen Energie. Bei geringerer Temperatur wird das Geschirr dank längerer Spülzeiten genauso sauber wie in "Normal"-Programmen.
Datengrundlage des Rankings: Energieagentur NRW: "Wo im Haushalt bleibt der Strom?"; in der Studie wurde 2011 unter anderem der Stromverbrauch von Ein- bis Sechs-Personen-Haushalten untersucht. Bei allen Punkten gilt: Es handelt sich um Durchschnittswerte. Je nach eingesetzter Technologie, Handhabung, Haushaltsgröße und -zusammensetzung kann der Stromverbrauch im individuellen Zuhause erheblich abweichen.
Tipps zum Energiesparen: Eigene Recherche und Umweltbundesamt-Broschüre "Energiesparen im Haushalt", die als PDF heruntergeladen werden kann.
Foto: dpaModerne Umwälzpumpen lohnen sich
Die elektrisch betriebene Umwälzpumpe der Heizungsanlage landet mit durchschnittlich 6,0 Prozent Anteil am Stromverbrauch auf Platz neun. Sie transportiert das erwärmte Wasser zu den Heizkörpern in der Wohnung. Laut Stiftung Warentest lohnt sich der Ersatz einer alten Pumpe durch eine moderne, energieeffiziente Pumpe schnell; demnach lassen sich so 100 bis 130 Euro Stromkosten pro Jahr einsparen.
Von den Stromkosten abgesehen (ein Sonderfall sind alte Nachtstromspeicheröfen) macht das Heizen mit 70 Prozent am Gesamtenergieverbrauch des HAushalts den größten Anteil aus. Ohne große Investitionen in eine neue Heizungsanlage kann man auch hier mit einigen Tricks viel Energie sparen. Ihre Heizung sollten Sie im Idealfall nicht durch Möbel zustellen. Achten Sie beim Lüften darauf, die Heizung immer aus zu machen. Die Raumtemperatur sollte zudem auf maximal 20 Grad Celsius eingestellt sein - jedes Grad weniger spart Energie. Moderne Thermostatventile können die Raumtemperatur auch konstant auf dem gewünschten Wert halten, wenn mal die Sonne durchs Fenster scheint. So wird ein überheizen der Räume und Verlust teurer Heizenergie durch zusätzliches Lüften vermieden. Laut Umweltbundesamt können so vier bis acht Prozent Heizenergie gespart werden.
Foto: dpaTrocknen: Nichts ist preiswerter als Sonne und Wind
Beim Trocknen der Wäsche wird das Wasser aus dem Waschvorgang wieder entfernt - das können Sonne und Wind kostenfrei für Sie erledigen, oder eben der elektrische Wäschetrockner. Das Gerät ist allerdings ein wahrer Stromfresser: 6,6 Prozent des Stromverbrauchs entfallen im Durchschnitt auf das Trocknen, das so auf Rang acht landet. Soll ein Trockner zum Einsatz kommen, ist ein Gerät mit Wärmepumpentechnologie besonders Umwelt- und Geldbeutelschonend im Einsatz, die Anschaffungskosten sind allerdings recht hoch. Es gibt auch Trockner, die mit Gas betrieben werden.
Beim maschinellen Trocknen gilt: Das Gerät sollte nur gut befüllt zum Einsatz kommen und die Wäsche sollte so gut wie möglich vorgetrocknet, also zuvor in der Waschmaschine oder Wäscheschleuder mit möglichst hoher Schleuderdrehzahl entwässert worden sein. Als Kompromiss kann man auch die Wäsche im Trockner leicht vortrocknen und dann auf der Leine zu Ende trocknen lassen.
Auch ein kleiner Ventilator, der vor dem Wäscheständer aufgestellt wird, leistet gute Dienste: Er verbraucht wesentlich weniger Strom, macht die Wäsche aber ebenfalls weich und beschleunigt den Abtransport der Feuchtigkeit durch die permanente Bewegung der vorbeistreichenden Luft.
Beim Trocknen der Wäsche im Raum gilt: Der Raum muss unbeheizt und gut gelüftet sein - sonst droht Schimmelbefall. Wäsche im beheizten Wohnraum zu trocknen, ist nicht sinnvoll, denn durch das zusätzliche Stoßlüften um die Feuchtigkeit abzutransportieren geht viel wertvolle Heizenergie verloren.
Alte Haushaltsgeräte durch neue ersetzen
Diverse elektrische Hausgeräte, darunter zum Beispiel Staubsauger, machen im Durchschnitt 7,7 Prozent des Haushalt-Stromverbrauchs aus und landen sie auf Platz sieben der größten Stromfresser. Bei Staubsaugern gilt: Eine hohe Leistungsaufnahme entspricht nicht einer hohen Saugleistung. Bei der Wahl sollte man also nicht den Sauger mit der höchsten Watt-Zahl auf dem Typenschild wählen, sondern sich über Testergebnisse der tatsächlichen Saugleistung schlau machen. Ab 2014 kommen auch Energieeffizienzklassen-Kennzeichnungen für Staubsauger.
Bei diversen Elektro-Kleingeräten, wie elektrischen Dosenöffnern oder Messern, kann man den Einsatz durchaus hinterfragen. In anderen Fällen kann ihr Einsatz aber auch Energie einsparen, denn ein Brötchen lässt sich auf dem Toaster stromsparender aufbacken als im Backofen, ein Liter Wasser für Tee oder zum Nudeln kochen ist im Wasserkocher schneller und effizienter aufbereitet, als auf dem Elektroherd.
In der Regel gilt die Devise: Setzen Sie die Verschwender vor die Tür. Gerade bei Haushaltsgeräten macht es sich in Sachen Strombilanz bezahlt, alte Geräte gegen neue Technologien einzutauschen.
Foto: dapdKeine überdimensionierten Kochplatten verwenden
Mit durchschnittlich 9,0 Prozent des Stromverbrauchs schlägt das Kochen zu Buche und landet so auf Rang sechs. Je nach eingesetzter Technologie kann der Anteil natürlich auch hier erheblich schwanken, so verbrauchen Omas gute alte Massekochplatten erheblich mehr Strom, als ein modernes Cerankochfeld oder gar ein Induktionskochfeld. Übrigens: Der Topf sollte, im Gegensatz zur Abbildung, immer möglichst genau auf die Herdplatte passen, um Energieverschwendung zu vermeiden. Und ohne Deckel auf dem Topf verbraucht man gleich das Dreifache an Energie. Damit man den Deckel während des Kochvorgangs nicht häufig abheben muss, um den Kochvorgang zu beurteilen, ist ein Glasdeckel praktisch. Kleine Mengen Wasser können Sie auch mit Hilfe eines Wasserkochers erhitzen. Das geht schneller und verbraucht deshalb auch weniger Strom. Mit ein wenig Übung kann die Energiezufuhr auch schon vor dem Ende der Garzeit erheblich reduziert oder ganz abgeschaltet werden. Nudeln müssen nicht bis zum Erreichen des Garpunkts in kochendem Wasser schwimmen, Reis kann auch auf der abgeschalteten Herdplatte oder in eine dicke Decke gewickelt ausquellen. Grundsätzlich sollte immer so wenig Wasser wie möglich erhitzt werden. Nutzen Sie einen Schnellkochtopf, wenn Sie Gerichte mit langen Garzeiten zubereiten.
Viele heizen den Backofen vor Benutzung vor. Darauf sollten Sie in Zukunft verzichten. Statt die Einstellung Ober- und Unterhitze lieber die effizientere Umluft-Lösung wählen. Hier kann die Betriebstemperatur im Schnitt 20 bis 30 Grad Celsius niedriger sein. Prüfen Sie auch, ob Sie mehrere Gerichte gleichzeitig in die Röhre schieben können. Und unterschätzen Sie die Restwärme nicht. Stellen Sie den Backofen ungefähr 15 Minuten vor Ende der Garzeit aus, denn allein die Nachwärme genügt für viele Gerichte wie etwa Aufläufe zum fertiggaren.
Foto: dpaDie Glühlampe als Relikt vergangener Zeiten
Ein immer seltener werdender Anblick: Die Glühlampe. Nicht ohne Grund werden sie in der EU per Gesetz verbannt, denn sie wandeln gerade einmal fünf Prozent des eingesetzten Stroms in Licht um - der Rest geht als Wärme verloren. Effizienter sind Energiesparlampen und Licht emittierende Dioden, die sogenannten LEDs. Durchschnittlich 9,7 Prozent des Stromverbrauchs entfallen im Haushalt auf den Posten Beleuchtung (Rang fünf). Hier lautet die Devise: Abschalten, wenn man nicht im Raum ist, und die verschwenderischen Glühlampen durch neue Technologien ersetzen. Diese sind zwar in der Anschaffung teurer, sie halten aber auch wesentlich länger und rechnen sich so durch den geringeren Stromverbrauch. Das Umweltbundesamt hat ausgerechnet, dass 60-Watt-Glühlampen für 8000 Stunden Licht (dies entspricht der durchschnittlichen Haltbarkeit einer Energiesparlampe) Stromkosten in Höhe von 139 Euro verursacht. Zum Vergleich wurde eine 15-Watt-Energiesparlampe herangezogen, die lediglich Stromkosten in Höhe von 34 Euro verursacht. So lassen sich also mit dem Austausch nur einer Lampe über die Lebensdauer gesehen 91 Euro sparen.
Wer noch alte Glühlampen zu Hause herumliegen hat, muss sie nicht wegwerfen - sie können etwa in Abstellkammern oder Kellerräumen eingesetzt werden, wo das Licht nur unregelmäßig und kurz eingeschaltet wird.
Stromfresser Kühlschrank
Mit 10,4 Prozent Anteil am Stromverbrauch ist der Kühlschrank der viertgrößte Stromfresser im Haushalt. Lebensmittel müssen gekühlt werden, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Die niedrigen Temperaturen bremsen das Wachstum von Bakterien und Pilzen, die Schuld am Verderb sind. Je niedriger die Temperatur eingestellt wird, desto höher wird aber auch der Stromverbrauch. Experten empfehlen eine Temperatur von sieben Grad Celsius im Kühlschrank und -18 Grad Celsius im Gefrierschrank.
Beim Befüllen des Kühlschranks sollte darauf geachtet werden, niemals heiße Speisen einzustellen - das jagt den Stromverbrauch in die Höhe. Lässt man Tiefgefrorenes im Kühlschrank auftauen, senkt das hingegen den Verbrauch. Die Tür sollte natürlich gut schließen (tauschen Sie beschädigte Türdichtungen sofort aus) und so selten und kurz wie möglich geöffnet werden, damit möglichst wenig warme Luft eindringt, die dann energieintensiv heruntergekühlt werden muss. Da hilft es, die Lebensmittel übersichtlich anzuordnen um langem Suchen vorzubeugen.
Der Kühlschrank sollte so kühl wie möglich positioniert werden. Man sollte also darauf achten, den Kühlschrank nicht unnötig Wärmequellen auszusetzen, ihn also wenn möglich nicht neben dem Herd oder der Heizung aufstellen und zudem vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Schon ein Grad weniger Raumtemperatur hat einen Einfluss von sechs Prozent auf den Stromverbrauch eines Kühlschranks. Bei Gefriergeräten sind es drei Prozent.
Elektrische Warmwasserbereitung ist teuer
Die elektrische Warmwasserbereitung ist sehr energieintensiv. Da in vielen Haushalten das Wasser durch Gas, Solarenergie oder andere Technologien erwärmt wird, fällt der Posten im Durchschnitt mit 11,9 Prozent "nur" auf Platz drei. Betrachtet man jedoch ausschließlich Haushalte, die ihr Warmwasser elektrisch bereiten, so macht bei ihnen der Anteil am Stromverbrauch mit 27,7 Prozent den weitaus größten Anteil aus. Deutlich effizienter als elektrische Warmwasserspeicher sind elektronisch geregelte Durchlauferhitzer. Der Vorteil: Das Wasser wird nicht ständig warm gehalten. Mit kleinen Durchlauferhitzern können Sie bis zu 60 Prozent Strom sparen. Untertisch-Warmwasserspeicher verursachen erhebliche Leerlaufverluste, wenn sie rund um die Uhr eingeschaltet sind - eine Zeitschaltuhr kann hier Abhilfe bieten. Laut Berechnungen des Umweltbundesamts lassen sich so je nach Fassungsvermögen rund 38 Euro pro Jahr sparen.
Generell gilt logischerweise: Lieber Duschen als Baden und das Wasser nie länger als nötig laufen lassen. Zudem helfen bestimmte Duschköpfe und Strahlregler dabei, den Wasserverbrauch zu halbieren - und wenn weniger Wasser erhitzt werden muss, sinkt damit auch der Energieverbrauch.
Foto: dpaHintergrundbeleuchtung des Fernsehers anpassen
Mit ebenfalls 11,9 Prozent Anteil steht der Bereich TV und Audio auf Rang zwei. Der Fernseher verbraucht umso mehr Strom, je heller die Hintergrundbeleuchtung eingestellt ist. Geräte mit LED-Hintergrundbeleuchtung sparen laut Umweltbundesamt gegenüber Plasma-Fernsehern etwa die Hälfte des Stroms. Natürlich gilt auch, je größer der Fernseher, desto höher auch der Stromverbrauch. Überdenken Sie also Ihre Einstellung und passen diese an den Bedarf an.
Besonders leicht lassen sich Standby-Verbräuche vermeiden, indem Fernseher, Stereoanlage, Lautsprecherboxen und Co. einfach vom Netz genommen werden, wenn man sie nicht benötigt. Um nicht jedes Mal den Stecker herausziehen zu müssen, kann man abschaltbare Steckdosenleisten einsetzen. Wer nicht auf den Komfort einer Fernbedienung verzichten mag oder kann, der kann sogenannte Vorschaltgeräte einsetzen. Diese unterbrechen unnötige Energieflüsse, indem sie nach dem Ausschalten des Fernsehers per Fernbedienung das Gerät automatisch vom Stromnetz trennen.
Ob bei Ihnen Leerlaufverluste auftreten, können Sie zum Beispiel überprüfen, indem Sie mal an das Netzteil fassen - bleibt es nach Ausschalten des Gerätes warm, fließt Strom. Auch ein Energiemessgerät kann helfen, Verschwender ausfindig zu machen.
Gönnen Sie sich und Ihrem Rechner eine Pause
An der Spitze der Stromfresser im Haushalt steht der Heimbüro-Bereich mit 12,9 Prozent Anteil am Stromverbrauch. PC, Drucker, Faxgerät, WLAN-Router und alle damit verbundenen Signallämpchen und Netzteile verbrauchen jede Menge Strom und müssen nicht permanent eingeschaltet sein. Auch hier schaffen abschaltbare Steckerleisten Abhilfe. Und ein Laptop verbraucht übrigens bis zu 70 Prozent weniger Energie als ein Desktop-PC. Sie sparen viel Geld durch Energiesparfunktionen, auch Power-Management genannt. In der Systemsteuerung Ihres Betriebssystems können Sie die Einstellungen vornehmen. Einzelne Systemkomponenten werden automatisch abgeschaltet, wenn diese nicht verwendet werden. Bei kleinen Pausen können Sie den Rechner auch manuell in den Sleep-Modus versetzen - eine Alternative zum kompletten Ausschalten, bei der der Rechner schnell wieder hochfährt und einsatzbereit ist.
Multifunktionsgeräte eignen sich gut, um verschiedene Einzelfunktionen wie Faxgerät, Drucker, Kopierer und Scanner in einem Gerät zu vereinen und Strom zu sparen. Behalten Sie beim Kauf eines neuen Computers auch im Hinterkopf, dass sich die technische Ausstattung des Geräts ebenfalls auf den Stromverbrauch auswirkt. Bestimmte IT-Geräte erfüllen bestimmte Standards an den Energieverbrauch. Diese sind in der Regel mit dem Energy Star ausgezeichnet. Doch Achtung: Selbst bei Geräten, die mit dem Energy Star ausgewiesen sind, gibt es noch erhebliche Unterschiede.
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Betreiber einer Gas-Therme sind besser dran. Sie kommen mit Gesamtkosten von etwas mehr als 54 000 Euro annähernd ähnlich günstig davon wie Wärmepumpenbesitzer. Zwar steigen auch die Gaspreise – allerdings deutlich langsamer als die für Heizöl. Daher ist eine innovative Gastherme mit neuester Effizienztechnik für viele Haushalte die beste Möglichkeit, kurzfristig sparsamer zu heizen.
Beliebig kombinierbar
Geräte mit der Brennwerttechnik zum Beispiel, senken die Gasrechnung gegenüber herkömmlichen Gassystemen um 20 bis 30 Prozent, weil sie das Gas zu mehr als 90 Prozent in Wärme umwandeln. Herkömmliche Thermen nutzen nur 70 Prozent des Brennstoffs. Alle Heizgerätehersteller haben die Technik im Programm, darunter Buderus, Viessmann, Wolf und Vaillant.
Doch da geht noch mehr: Die Geräte lassen sich nahezu beliebig mit anderen Wärmetechniken kombinieren.
Wie weit das gehen kann, zeigt Vaillant. Das Unternehmen hat eine Gasheizung mit integrierter Wärmepumpe entwickelt, die Wärme mithilfe einer Sonde aus dem Erdreich in die Wohnung transportiert. Zudem verwandelt ein Solarkollektor auf dem Dach Sonnenlicht in Wärme. Diese Kombination senkt die Gasrechnung im Vergleich zu normalen Gasthermen um 30 Prozent.
Das hat allerdings seinen Preis. Das System mit dem Namen ZeoTherm kostet rund 15 000 Euro. Doch in einem Einfamilienhaus normaler Größe lassen sich mit ZeoTherm bis zu 10 000 Kilowattstunden Gas pro Jahr einsparen, also bis zu 600 Euro. Steigen die Gaspreise weiter wie bisher, hätte sich die Anlage in weniger als 20 Jahren amortisiert.
Abgesehen von den Feinstaubemissionen, sind Holzpelletöfen, die kleine Holzschnitzel verbrennen, besonders umweltfreundlich: Sie verheizen nachwachsende Rohstoffe und geben nur so viel CO2 ab, wie das verfeuerte Holz zuvor absorbiert hat. Allerdings gehören Pelletöfen mit Gesamtkosten von rund 58 000 Euro über 20 Jahre zu den teuren Systemen.
Der Grund: Sie kosten mehr als doppelt so viel wie Gasheizungen. Neben dem Kamin benötigen die Anlagen nämlich einen gigantischen Vorratsbehälter, der ein paar Tonnen Holzschnitzel fassen kann, und eine weitere Anlage, die den Ofen automatisch mit den gepressten Sägespänen versorgt.
Auch Dämmung kann Kosten senken
Komfortable Geräte wie der Votoligno von Viessmann reinigen den Brennraum automatisch. Die Anlage kostet knapp 14 000 Euro. Generell gilt: Die günstigeren Brennstoffkosten gleichen die hohen Investitionskosten erst nach vielen Jahren aus.
Für welche Heizung sich Altbaubesitzer am Ende auch entscheiden: Energieagentur-Experte Kersten rät, vorher eine weitere Option zu bedenken: Wer das Geld für eine gute Dämmung hat, spart am meisten Energie und kann sein Haus anschließend mit einer deutlich kleineren Anlage heizen. Auch in gut isolierten Neubauten ergibt sich eine andere Kalkulation. Wegen des geringen Wärmebedarfs amortisiert sich die relativ teure Sole-Wärmepumpe erst deutlich später. In dem Fall schneidet eine Gastherme am besten ab.