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Digitalisierungsstrategie der DB Die Angst vor dem Abstellgleis

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Start-ups sollen der Bahn Innovation bringen

Einen Verlust wie im vergangenen Jahr darf sich die DB also nicht noch mal erlauben und so handelt der Konzern bei seiner Digitalisierungsstrategie wohl nicht aus reiner Fahrgast-Liebe. Beim Internetausbau geht es darum, jungen Internet-Unternehmen Teile des Geschäfts abzunehmen. An anderer Stelle soll sie dank Big Data kostengünstiger und effizienter machen. Die Netzauslastung soll 20 bis 40 Prozent gesteigert werden. Der Stromverbrauch lässt sich dank Sensoren genau ermitteln und Reparaturen werden vorhersehbarer. Im Güterverkehr verspricht die automatische Gütererkennung Gewinn. Zunehmend liegen Gleise, Weichen und Signale vermehrt als digitale Bausteine vor. Ähnliche Anwendungen sind aus anderen Industriebereichen längst bekannt. Unter anderem deswegen setzt die Bahn in Sachen Innovation wohl auch auf Start-ups.

„Die Digitalisierung mischt nahezu alle Lebensbereiche auf. Einstige Marktführer geraten ins Taumeln, junge Start-ups schießen in die Höhe“, erkannte Grube schon vergangenes Jahr und deutet an, was die Bahn heute umsetzt. Ins Taumeln geraten will der Riesenkonzern nicht und macht sich Start-ups daher kurzerhand zu Nutze. Zuletzt kündigte die Bahn einen Start-up-Fonds an, der ihre Innovationen im Bereich Digitalisierung erleichtern soll. Die neue Ventures-Gesellschaft wird voraussichtlich ab Herbst für Eigenentwicklungen wie für Beteiligungen an externen Firmen Geld locker machen, bestätigte der Konzern der WirtschaftsWoche. Ziel sei es, die Bahn zur „übergreifenden Mobilitätsplattform“ für alle Verkehrsträger zu machen. Zahlen zu dem Projekt hat die DB noch nicht veröffentlicht.

Die Bahn als Mobilitätsvorreiter – ja oder nein?  

„Die Deutsche Bahn steht vor dem größten Umbruch seit der Bahnreform. Und wir stehen erst am Anfang“, sagt Bahnchef Grube. „Doch die Digitalisierung bedeutet für uns weitaus mehr Chance als Risiko.“ Das gilt nicht nur für die Bahn. Die Berater von Roland Berger etwa haben zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) eine Studie zur digitalen Transformation vorgestellt. Der zufolge könne die Digitalisierung die Kapitaleffizienz westeuropäischer Unternehmen massiv verbessern. Am Beispiel eines Automobilzulieferers habe man errechnet, dass sich die Rendite durch die Umstellung der Produktion auf Industrie 4.0 auf das eingesetzte Kapital um 25 Prozentpunkte auf 40 Prozent verbessern könnte. Zudem steige die Maschinenauslastung von 65 auf bis zu 90 Prozent.

Die Automobilbranche ist auch entscheidende Konkurrenz für die Deutsche Bahn, denn das autonome Auto könnte in einer vernetzten IoT-Welt das System Straße deutlich effizienter bedienen. Die Bahn steht im Wettstreit zu anderen Verkehrsmitteln. Um bei der Digitalisierung die Nase vorne zu haben, muss sie noch einen Gang zulegen.

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