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Digitale Transformation meistern – Teil 1 Digitalisierung mit Haken

Die beiden Gründer von myschleppapp.de Frank Heck und Santosh Satschdeva (re.). Quelle: PR

Wer mit dem Auto eine Panne hat, braucht schnell und unkompliziert Hilfe. Die Webseite myschleppapp.de bietet genau diese Attribute – für Betroffene und Abschleppbetriebe. Doch die Branche hat noch Nachholbedarf.

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Viele Autofahrer haben es schon einmal erlebt: Während der Fahrt auf der Autobahn leuchten plötzlich Kontrolllämpchen auf. Man schafft es noch auf den Seitenstreifen, dann geht nichts mehr. Flugs ruft man beim Automobilclub an oder der Pannen-Hotline der Kfz-Versicherung. Hilfe, heißt es dort, sei unterwegs. Doch die lässt auf sich warten: Zwei, drei Stunden sind keine Seltenheit. In dieser Zeit ist man zum Nichtstun verdammt. Stress pur, vor allem nachts, im Winter, mit Kindern auf der Rückbank.

Das muss doch einfacher und vor allem schneller gehen, dachte sich Santosh Satschdeva, als er 2016 in einer ähnlichen Situation war. Als sein Auto liegenblieb, recherchierte der Informatiker übers Smartphone nach dem nächstgelegenen Abschleppdienst. Ein kurzes Telefonat, und 30 Minuten später hing sein Auto am Haken und war auf dem Weg in die Werkstatt. Es müsste einen Weg geben, den Pannendienst online und ohne Mitgliedschaft bei ADAC und Co. zu bestellen, überlegte Satschdeva – und die Geschäftsidee war geboren.

Heute ist der Kölner CEO von Hesa Solutions, einem Anbieter für digitale Mobilitätslösungen, den er gemeinsam mit Frank Heck gegründet hat. Sie betreiben die Webseite myschleppapp.de: Eine Vermittlungsplattform, über die man sich schnell und unkompliziert Hilfe im Pannenfall holen kann. Der Kunde gibt einige Daten ein, die Software sucht im Umkreis von 50 Kilometern nach einem passenden Abschleppdienst. Der meldet sich dann telefonisch zurück. „Wir haben die mittlere Wartezeit von drei Stunden auf 30 Minuten reduziert“, berichtet Satschdeva. Mittlerweile sind auf der Seite, die es auch aus App fürs Mobiltelefon gibt, über 800 Abschleppunternehmen registriert.

Über 2.000 dieser Betriebe gibt es deutschlandweit. Zu Beginn galt es, ein Partnernetzwerk aufzubauen. „Wir dachten, wir schreiben allen Firmen eine E-Mail, um sie von unserer Idee zu überzeugen“, erzählt Satschdeva. „Doch das hatten wir uns zu einfach vorgestellt.“ Denn viele Unternehmen haben nicht mal eine Internetseite, schauen nur einmal pro Monat in ihr elektronisches Postfach. „Da läuft alles noch über Fax oder Telefon.“ Also besuchten Satschdeva und seine Mitstreiter die Betriebe vor Ort, schulten die Abschleppunternehmer, leisteten digitale Aufklärungsarbeit. Sie stellten den Betrieben ein Online-Tool zur Verfügung, mit dem sie Aufträge digital annehmen und bearbeiten können. Hier lauerte die nächste Hürde: „Viele hatten noch gar kein Smartphone. Sie arbeiteten mit alten Handys, weil der Akku länger hält oder die Geräte robuster sind“, sagt Satschdeva. „Da sieht man, wie weit weg die Digitalisierung in manchen Branchen noch ist.“

Das Ziel indes ist ambitioniert: Das gesamte Abschleppgewerbe soll fit für die Zukunft werden. „Der komplette Prozess – von der Anforderung des Abschleppers bis zur Bestätigung beim Kunden – soll digital werden“, sagt Satschdeva. Die fehleranfällige Übermittlung übers Telefon gehöre dann der Vergangenheit an – ein Mehrwert für Pannendienst und Kunde gleichermaßen.

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