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Deutsches Start-up Softwarefirma Celonis kauft Daten-Streaming-Anbieter Lenses.io

Durch das erweiterte Angebot können Firmen nun Daten in Echtzeit analysieren und auf Basis dessen Entscheidungen treffen. Celonis wird als Börsenkandidat gehandelt.

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Bastian Nominacher, Alexander Rinke und Martin Klenk haben sich bei einer studentischen Unternehmensberatung in München kennen gelernt und 2011 Celonis gegründet. Quelle: Deutscher Zukunftspreis

Das wertvollste deutsche Startup Celonis baut sein Angebot mit dem Zukauf der Daten-Streaming-Plattform Lenses.io aus. „Damit können Firmen nun Daten in Echtzeit analysieren und auf Basis dessen Entscheidungen treffen“, sagte Co-Firmenchef Alexander Rinke, der den Daten-Spezialisten Celonis 2011 mit Mitstudenten der Technischen Universität München gegründet hat, der Nachrichtenagentur Reuters. Dadurch könnten beispielsweise Wetterveränderungen sofort berücksichtigt werden.

Lenses.io aus Großbritannien ist nicht die erste Akquisition der Firma, die bei ihrer jüngsten Finanzierungsrunde im Juni ihre Bewertung auf elf Milliarden Dollar mehr als vervierfacht hat. Im vergangenen Jahr hatte Celonis die tschechische Automatisierungsplattform Integromat für einen dreistelligen Millionenbetrag erworben. Diesmal wollte die Firma keine Hausnummer nennen. Auch sonst hält sich Celonis bedeckt. Das letzte Mal hat die Firma, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz Geschäftsdaten analysiert und Prozesse optimiert, Zahlen zum Ende Mai 2020 abgelaufenen Geschäftsjahr veröffentlicht, als sie auf einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Dollar gekommen war. Jetzt sagte Rinke nur: „Wir wachsen wahnsinnig stark und sind sehr gut unterwegs.“

Die im Juni eingesammelten Milliarde Dollar steckt Celonis Rinke zufolge vor allem in das Personal und die Erweiterung des Produkts. Inzwischen arbeiten rund 1800 Leute – die sich selbst Celonauten nennen – für die Firma, die wegen ihrer deutschen Wurzeln und des schnellen Erfolgs gern mit SAP verglichen wird. Beide hatten lange eine Vertriebspartnerschaft, die jedoch Geschichte ist, was Rinke als „völlig normale Entwicklung“ bezeichnet. Seit dem Kauf des Berliner Softwarespezialisten Signavio durch SAP – einem direkten Konkurrenten von Celonis – sind beide Firmen Wettbewerber.

Spätestens seit der Finanzierungsrunde im Sommer wird Celonis als Börsenkandidat gehandelt. Mit dem Sprung auf das Parkett hat es Rinke nicht eilig: „Wir haben eine langfristige Vision für die Firma und konzentrieren uns darauf, das Unternehmen langfristig zu entwickeln. Natürlich gibt es besondere Kapitalmaßnahmen. Aber deswegen bauen wir die Firma nicht auf.“

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