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  4. Job-Start: Die ersten 100 Tage am neuen Arbeitsplatz sind entscheidend

Die ersten 100 TageWillkommenskultur? Fehlanzeige!

Die ersten Wochen entscheiden darüber, ob ein neuer Mitarbeiter sich wohlfühlt und bleibt. Feedback, Einarbeitung und Freundlichkeit gehören zu einem gelungenen Start - sind aber oft nur Theorie, zeigt eine Studie.Wenke Wensing 25.06.2018 - 16:36 Uhr

Es liegt an den Chefs und Kollegen einen neuen Mitarbeiter so willkommen zu heißen, dass er sein Potenzial entfalten kann.

Foto: WirtschaftsWoche

Ein neuer Job ist oft mit Freude auf Neues, aber auch mit einer großen Portion Ungewissheit verbunden. Selten wissen neue Mitarbeiter, was sie wirklich erwartet, welche Aufgaben sie genau haben und vor allem, welche ungeschriebenen Gesetze es in der neuen Firma zu beachten gibt. Feedback, Gelassenheit und klar formulierte Erwartungen wünschen sich Mitarbeiter in den ersten Wochen am meisten. Eine Befragung des Recruiting-Softwareanbieters Softgarden unter 2500 Bewerbern ergibt nun jedoch, dass Erwartungen und Realität weit auseinanderliegen.

So gaben 80 Prozent der Teilnehmer an, dass sie sich von ihrem Chef klar formulierte Erwartungen wünschen. Sollten die Teilnehmer an die ersten 100 Tage in ihrem aktuellen Job zurückdenken, wurde dieser Wunsch nur in 46 Prozent der Jobs zur vollen Zufriedenheit erfüllt.

„Herzlich willkommen, hier ist dein Office, hier ist dein Team. Ich wünsche dir alles Gute“ – und Tschüss! Von diesem Start in seinen neuen Job berichtet ein Teilnehmer der Umfrage. Gab es doch einmal eine Frage an den Chef, kam zurück: „Du bist der Manager, lass dir etwas einfallen.“

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Viele Teilnehmer der Umfrage beklagen sich, kaum Feedback zu erhalten. Bei diesem Faktor sind Wunsch und Realität am weitesten voneinander entfernt. 63 Prozent der Neuanfänger wünschen sich regelmäßiges Feedback. Nur 24 Prozent der Teilnehmer haben tatsächlich regelmäßig Rückmeldung erhalten. Weitere 30 Prozent haben ab und zu Feedback erhalten. „In einem vorherigen Job wurde das anfangs noch wöchentlich stattfindende Mitarbeitergespräch schon bald erheblich reduziert“, berichtet ein Teilnehmer. Er fühlte sich dadurch nicht mehr gut unterstützt.

Nicht nur nicht vorhandenes Feedback, sondern auch die Abwälzung auf Kollegen kommt nicht gut an. So beklagte ein Teilnehmer, dass der Chef die Verantwortung für die Kontrolle der Einarbeitung an Kollegen übertragen hatte. Das Ergebnis: Zu Feedback-Gesprächen ist es nie gekommen.

Ein weiterer Teilnehmer hat zumindest ein Gespräch bekommen. Das fand allerdings erst vier Wochen nach Eintritt ins Unternehmen statt. „In diesem Gespräch wurde mir mitgeteilt, dass ich in den E-Mails an meine Kollegen im Außendienst nicht die Vornamen verwenden solle – hätte man auch gleich sagen können.“

Irren ist menschlich – das gilt privat wie beruflich. Die wenigsten schaffen es, die ersten Tage im neuen Job ohne einen einzigen Fehler zu überstehen. 46 Prozent der Einsteiger wünschen sich von ihren Chefs, dass diese ruhig und gelassen bleiben und sich nicht erbost vor ihnen aufbauen. In 34 Prozent der Fälle hat das auch geklappt. In weiteren 31 Prozent hat es oft geklappt, jedoch nicht immer.

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Feedbackgespräche und Einarbeitung seitens des Chefs hängen stark mit dessen Verfügbarkeit zusammen. „Die Vorgesetzten sind leider oft selbst im absoluten Stress“, sagt ein Teilnehmer. Um nicht zu stören, liegt es nahe, Fragen an die direkten Kollegen zu stellen. 74 Prozent der Umfrageteilnehmer hoffen auf Unterstützung aus dem Kollegenkreis. Dass Kollegen tatsächlich gerne auf Fragen antworteten, erlebten nur 45 Prozent der Teilnehmer.

Aber was ist mit den Informationen über Abläufe und ungeschriebene Regeln im Unternehmen? Wer die nicht kennt, tappt schnell ins Fettnäpfchen. Deshalb ist es 62 Prozent der Teilnehmer wichtig, auf solche Dinge hingewiesen zu werden.

Ein Blick in die Realität zeigt: Nur 33 Prozent der Teilnehmer konnten in diesem Punkt „trifft zu“ ankreuzen. Weitere 31 Prozent setzten ihr Kreuz bei „trifft eher zu“. Ein Teilnehmer berichtete sogar von Kollegen, die ihn bei vermeidbaren Fehlern auflaufen ließen. „Das allgemeine Verhalten deutet darauf hin, dass diese Kollegen das Unterstützen neuer Kollegen nicht als ihre Aufgabe sahen“, erzählt dieser.

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