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Hoodie statt Hemd Ein Neustart im Start-up kann sich lohnen

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Nicht jeder passt ins Start-up

Breiter gefasste Aufgabenfelder und weniger klare Strukturen grenzen Start-ups von etablierten Unternehmen ab – und machen für Cilly Mannebach den Reiz an ihrem Job aus. Sie arbeitet für Homeday, ein Start-up, das Immobilienmakler an Haus- und Wohnungsbesitzer vermittelt, im Back Office. Mit 63 Jahren ist sie dort mit Abstand die Älteste.

Der große Altersunterschied zu ihren Kollegen macht dabei für Mannebach den Job gerade interessant. „Wenn man mit vielen jungen Menschen zusammen arbeitet, gibt es viel kürzere Entscheidungswege, alles geht schneller und man kann besser reagieren“, erklärt Mannebach ihre Entscheidung. „ Ich brauche das auch, diesen Mangel an Struktur. Ich hatte nie Lust in ein großes Unternehmen zu gehen, nur wegen der Sicherheit. Das ist glaube ich auch eine Typfrage.“

Dass es oft ein bestimmter Typ Mensch ist, der seine berufliche Erfüllung in Start-ups sucht, kann auch Lilo Endriss bestätigen: „ Es sind häufig kreative Menschen, die gerne Pionier- und Aufbauarbeit leisten, die sich dazu entschließen, in einem Start-up zu arbeiten. Und all das müssen sie ja auch tun, wenn sie dort nicht als Gründer aktiv sind.“

Tipps für den ersten Tag im neuen Job

Trotz der Euphorie, das Arbeiten in einem Start-up birgt auch Risiken: So gehen laut einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform gut ein Viertel der Unternehmenspleiten in 2015 auf das Konto von Firmen, die weniger als fünf Jahre existierten. Wer gerade erst seinen sicheren Arbeitsplatz aufgegeben hat, wird davon besonders getroffen.

Außerdem kann der Wechsel in ein Start-up auch erstmal einen finanziellen Rückschritt bedeuten. Für Gökhan Kizilay war das Geld jedoch eher zweitrangig. „Man kommt in seinem Leben irgendwann an den Punkt, wo das Thema weniger wichtig ist“, erzählt er. Das bestätigt auch Arbeitspsychologin Endriss: „ Bei Umfragen zur Arbeitszufriedenheit landet die gerechte Vergütung nur auf Rang zehn. Vorher kommen erstmal viele Punkte, die mit Wertschätzung und Anerkennung zu tun haben.“

So sieht der deutsche Start-up-Markt aus

Für Mannebach, Kizilay und Lasseron ist deshalb klar, dass sie jederzeit wieder in ein Start-up wechseln würden. Die Risiken ignorieren sie dabei nicht, sie haben aber alle ihre Gründe, warum sie trotzdem den Schritt gewagt haben. Doch egal ob es um die Überzeugungskraft der Gründer, das breiter gefasste Aufgabenfeld, oder der Mangel an Struktur geht, in einem Punkt sind sich die drei einig. Die jungen Firmen bieten ihnen etwas, das in einem etablierten Unternehmen deutlich schwieriger zu finden ist: Die Möglichkeit etwas Neues aufzubauen.

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