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Macht – anders!
Viele Menschen wünschen sich weniger arbeiten zu müssen. Quelle: imago images

Warum die Zeit reif für die 32-Stunden-Woche ist

Nach der Pandemie ist vor dem Paradigmenwechsel: Wir sollten unsere beruflichen und privaten Prämissen neu sortieren.

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Während der Coronapandemie haben viele Menschen erkannt, was Glücksforscher wie der Brite Richard Layard schon länger propagieren: Was uns glücklich macht, sind vor allem gute Beziehungen zu Freunden und Familie. Und es ist eben weitaus seltener die Nachtschicht, die wir zusätzlich einlegen, damit ein besonders dringendes Projekt doch noch fertig wird. Nach dem Moment des Innehaltens steht bei nicht wenigen Beschäftigten deshalb der Wunsch, eher weniger als mehr zu arbeiten.

Laut einer aktuellen Umfrage der Bertelsmann Stiftung hegen diesen Wunsch vor allem Männer. Frauen hingegen würden ihre Arbeitszeit häufiger ausweiten als Männer. Wobei ich wohl sagen sollte: ihre offizielle Arbeitszeit. Denn auch das hat die Pandemie noch einmal deutlich gemacht: Frauen leisten mehr unbezahlte Carearbeit, sei es für kleine Kinder oder ältere pflegebedürftige Angehörige. An Freizeit fehlt es also auch ihnen.

Wie die Neurowissenschaftlerin Maren Urner in ihrem neuen Buch „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ ausführt, gibt es verschiedene Definitionen von Glück: das hedonistische Glück, die Lebenszufriedenheit, die Aristotelische Glückseligkeit oder das Konzept von Glück als Erfüllung. Gemeinsam haben diese Konzepte vor allem eines: Sie weichen von dem ab, wonach Menschen im Alltag tatsächlich streben: Status und Geld. Und daraus folgt: Um ganze Gesellschaften glücklicher zu machen, müssen ihre Ziele ein Stück weit beeinflusst werden.

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Nicht von ungefähr plant nach Neuseeland und Spanien nun auch Irland einen Pilotversuch für die Viertagewoche. Höchste Zeit also, dass wir uns auch in Deutschland mit einer verkürzten Wochenarbeitszeit beschäftigten: Wenn wir das neue Normal nach der Pandemie definieren, geht es auch um die Zeit für das, was uns wirklich wichtig ist.

Mehr zum Thema: An Frauen bleibt noch immer viel zu oft die Arbeit mit Kindern und in der Küche hängen. Karriere können sie nur machen, wenn die Männer mitspielen: in der Politik, in Unternehmen – und in der Partnerschaft.

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