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Onboarding Unternehmen kümmern sich zu wenig um neue Mitarbeiter

Onboarding: Unternehmen kümmern sich zu wenig um neue Mitarbeiter Quelle: imago images

Kein funktionierender Computer, keine Begrüßung durch den Vorgesetzten – der erste Arbeitstag verläuft erstaunlich oft sehr holprig. Eine Studie zeigt, was Unternehmen falsch machen und warum das zum Problem wird.

Ein Blumenstrauß zur Begrüßung, eine Büroführung mit dem neuen Chef, eine Einführung in die wichtigsten IT-Systeme durch die Kollegen. Und offene Fragen konnte der Neuankömmling sogar schon vorab mit seiner Führungskraft oder der Personalabteilung klären. So oder so ähnlich sollte der erste Tag beim neuen Arbeitgeber laufen.

Doch die Realität in deutschen Büros sieht meist ganz anders aus. Das ergab eine Umfrage der Online-Stellenbörse Stepstone unter 13.000 Fach- und Führungskräfte, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. „Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung eines strukturierten Onboardings immer noch“, fasst Stepstone-Geschäftsführer Sebastian Dettmers die Ergebnisse zusammen.

Nur etwa die Hälfte aller Neuankömmlinge gab an, dass sich die Führungskraft am ersten Tag ausreichend Zeit für sie genommen hatte. Etwa die gleiche Anzahl an Befragten wurde bei ihrer Ankunft im Büro vom direkten Vorgesetzten in Empfang genommen. 29 Prozent wurden immerhin von Kollegen begrüßt, 19 Prozent von einem Mitarbeiter der Personalabteilung. In vier Prozent der Fälle fühlte sich der neue Angestellte gänzlich verloren. Niemand fühlte sich für ihn zuständig.

Doch damit nicht genug. Bei 15 Prozent der Befragten war das Team nicht einmal darüber informiert, dass ab sofort ein neuer Kollege seinen Dienst antritt. Ein Paradebeispiel für misslungene Kommunikation, die einen schlechten Eindruck bei den Neuen hinterlässt. Die Unternehmen müssen laut Experte Dettmers lernen, dass erfolgreiche Rekrutierung nicht mit der Vertragsunterschrift ende. Sondern erst, wenn der neue Kollege im Team integriert und fachlich eingearbeitet sei. Doch auch bei der reibungslosen Übernahme neuer Aufgaben fehlt es häufig schon am nötigsten. Mehr als ein Drittel der Befragten fand an ihrem ersten Arbeitstag keinen voll ausgestatteten Arbeitsplatz mit funktionierendem Computer und Telefon vor. Nur etwa 40 Prozent nahmen an einer Einführungsschulung teil oder erhielten einen Einarbeitungsplan.

Was Vorgesetzte und Personalabteilungen gerne unter dem Stichwort Startschwierigkeiten verbuchen, kann allerdings gravierende Folgen haben – nicht nur für den erfolgreichen Start des Neuen, sondern auch fürs Unternehmen. „Spezialisierte Fachkräfte können sich heute zwischen verschiedenen Jobangeboten entscheiden“, sagt Dettmers von Stepstone. „Ein gezieltes Onboarding ist ihnen dabei sehr wichtig.“ Diese Einschätzung bestätigt auch eine Umfrage der Haufe-Gruppe unter 227 Personalverantwortlichen aus dem Jahr 2017. Darin gaben 59 Prozent an, dass gezieltes Onboarding Fluktuation in einer Firma verringern kann.

Und das ist wichtig. Kostet die Stellenbesetzung doch gerade in Zeiten der Hochkonjunktur besonders viel Zeit und Geld. Wer einmal den passenden Mitarbeiter gefunden hat, tut gut daran, ihn beim Einstieg tatkräftig zu unterstützen. Denn die Unternehmen unterschätzen die Bereitschaft der Neuankömmlinge, noch in der Probezeit erneut den Arbeitgeber zu wechseln. Auch das zeigt die Stepstone-Befragung. Während 30 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte angaben, mindestens einmal in ihrem Berufsleben innerhalb der Probezeit den Arbeitgeber wieder verlassen zu haben, glaubt die Mehrheit der Recruiter (2000 Befragte), dass weniger als fünf Prozent der Mitarbeiter diesen radikalen Schritt gehen würden.

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