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UmfrageDiese Grafiken zeigen, wer beim Lebenslauf schummelt – und an welcher Stelle

Fast 60 Prozent der Deutschen geben zu, schon mal im Lebenslauf gelogen zu haben. Nicht so schlimm? Von wegen! Die Konsequenzen können hart sein.Varinia Bernau 10.11.2024 - 09:39 Uhr

Viele Deutsche geben zu, in ihrem Lebenslauf zu lügen.

Foto: imago images (4)

Würden Sie in einem Bewerbungsgespräch lügen? Nein, natürlich nicht. Ist unethisch. Unprofessionell. Unsympathisch. Und Sie können doch ohnehin mit Ihren echten Skills glänzen, oder?

Anders gefragt: Stellen Sie sich vor, Ihr potenzieller Chef erkundigt sich schon im Bewerbungsgespräch nach Ihrer Familienplanung, nach möglichen chronischen Erkrankungen oder Ihrer politischen Überzeugung. Würden Sie dann eventuell zu einer Notlüge greifen? Sie dürften das durchaus. Denn grundsätzlich gilt: Die Persönlichkeitsrechte von Bewerbern sind geschützt. Zulässige Fragen, die etwa Ihre Qualifikation betreffen, müssen Sie ehrlich beantworten. Unzulässige Fragen, die ins Private reichen, nicht.

Allerdings, das zeigt eine aktuelle Umfrage, flunkern die Deutschen selbst erstaunlich oft bei den zulässigen Fragen. Und dies nicht erst im Bewerbungsgespräch, sondern schon im Lebenslauf. Fast 79 Prozent der Deutschen schummelt bei den eigenen Fähigkeiten, knapp 74 bei Angaben zum Gehalt.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die CVApp, ein Dienstleister, der bei der Erstellung von Lebensläufen unterstützt, unter 3000 Deutschen durchgeführt hat.

Am seltensten flunkern die Deutschen im Lebenslauf übrigens beim Alter.

Männer lügen deutlich häufiger als Frauen. War ja klar, denken jetzt vermutlich 51 Prozent der deutschen Bevölkerung: die Frauen.

Aber es gibt durchaus auch Dinge, bei denen Frauen häufiger flunkern: bei den Referenzen – und beim Alter. Allerdings unterscheiden sie sich dabei längst nicht so stark von den Männern wie diese bei anderen Fragen von den Frauen: Beim Bildungsgrad etwa ist der Anteil der Männer, die falsche Angaben im Lebenslauf machen, fast doppelt so hoch wie unter den Frauen.

Auch die regionalen Unterschiede nimmt die Befragung unter die Lupe: Am ehrlichsten sind die Leute in Mecklenburg-Vorpommern. Vielleicht, würden böse Zungen wohl behaupten, weil sie seltener zu einem Bewerbungsgespräch kommen als in wirtschaftlich stärkeren Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg.

Vielleicht aber auch nur, weil Norddeutsche einfach die treueren Seelen sind. Wobei… Das würde nicht erklären, warum ausgerechnet in Bremen am häufigsten geflunkert wird.

Schlüssiger erscheint hingegen ein Blick auf einzelne Berufe: In der Kreativbranche, na klar, da sind sie besonders kreativ. 77 Prozent der Befragten frisieren dort ihren Lebenslauf – so viele wie in keiner anderen Branche sonst. Dass die Leute aus dem Marketing etwas dicker auftragen als in der öffentlichen Verwaltung – erwartbar. Und dass viele Vertriebler die Welt etwas schöner malen, als sie tatsächlich ist – das könnte sich für die Unternehmen, die sie einstellen, am Ende sogar auszahlen.

Im Gastgewerbe übrigens, da schummelt nicht einmal jeder Zweite.

Wer im Lebenslauf lügt, riskiert im Zweifel deutlich mehr als die Kündigung. Zumindest wenn er derart dreist ist wie ein Jurist, der wegen seiner schlechten Examensnote einfach keinen Job fand. Nachdem er aus dem „ausreichend“ ein „voll befriedigend“ gemacht hatte, gab es dann doch endlich eine Zusage. Bei einer internationalen Kanzlei, für 100.000 Euro brutto im Jahr. Da seine Arbeit dort dann eben doch nicht mehr als ausreichend war, horchte die Kanzlei beim Prüfungsamt nach. Der Schwindel fiel auf, der Arbeitsvertrag wurde aufgehoben – und der Jurist zu einer Rückzahlung von 75.000 Euro Gehalt verdonnert.

Er probierte es mit dem falschen Zeugnis aber noch einmal. Als Leiter des Personalamts bei einer Stadtverwaltung. Dort lief’s allerdings nicht besser. Das Amtsgericht Düsseldorf verurteilte den Juristen wegen Betrugs zu zehn Monaten Haft auf Bewährung.

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