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CEO-Studie Die Zukunft erfordert Unternehmer – nicht Manager

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Vom Trainee zum CEO in 30 Jahren


Das soll nicht heißen, dass die Karrieren der Dax-Chefs nicht beeindruckend wären: Daimler-Chef Dieter Zetsche ist seit 1976 bei Daimler. Zuvor hat er einen Abschluss als Diplom-Ingenieur in Elektrotechnik gemacht. Den Doktortitel erledigte er en passant zwischen seinen zahlreichen Stationen im Konzern. 30 Jahre nach seinem ersten Arbeitstag bei dem Autobauer wurde „Dr. Z“ Vorstandsvorsitzender des Konzerns. Das spricht fraglos für große Fähigkeiten und vor allem Beharrlichkeit – typisch deutsche Ingenieurstugenden eben - nur eben nicht für Mut und Unternehmergeist.

Eine ganz ähnliche Vita haben Siemens-Chef Joe Kaeser und der CEO des Rückversicherers Munich Re, Nikolaus von Bomhard: Von Bomhard begann 1985 als Trainee, 19 Jahre später ist er CEO. Kaeser geht 1980 zu Siemens, 26 Jahre später ist er Finanzvorstand, im Jahr 2013 wird er Vorstandsvorsitzender. „Die aktuelle Chef-Generation ist einer Zeit entsprungen, in der Gründergeist weniger gefragt war, als das Erbe der Gründergeneration davor zu mehren oder zu erhalten“, sagt Douglas.

So haben sich Wirtschaftsgrößen ihr Studium finanziert
Der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Hans-Otto Schrader Quelle: dpa
Michael FuchsMichael Fuchs (MdB) ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. Nach seinem Abitur studierte er zunächst in Erlangen, später in Bonn Pharmazie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Finanziert hat sich sein Studium der Unternehmer und Politiker als Holzfäller im Hunsrück und bei Quelle als Katalog-Packer. Bildquelle: Werner Schüring Dieses Foto ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Herbert Hainer Quelle: dpa
Loretta Würtenberger und Daniel Tümpel: Die beiden Zahlenmenschen umgeben sich mit zeitgenössischer Kunst. Quelle: handelsblatt.com
Marijn Dekkers Quelle: dpa
Lindhofer 1982 mit "Pogo in Togo" auf der Bühne. Revival-Auftritt zur Feier des neuen Krebsmittels Quelle: dpa
Reinhard Clemens Quelle: dpa

Dass die großen Zugpferde der deutschen Wirtschaft nicht mehr eigentümergeführt sind, liegt natürlich auch daran, dass sie deutlich älter sind als Facebook, Netflix und Starbucks. Als Kaeser bei Siemens schon an seiner Karriere feilte, war Zuckerberg noch ein Funkeln im Auge seines Vaters.

Entsprechend sind auch die älteren amerikanischen Konzerne in der Hand von Managern. IBM, American Express, Procter & Gamble, Apple, Walmart, Boeing, Coca-Cola – im amerikanischen Dow-Jones-Index sind 30 US-Schwergewichte gelistet und keiner der CEOs hat ein eigenes Unternehmen gegründet und geführt.

Warum die Deutschen gründen

Aber: Schaut man sich den amerikanischen Technologie-Index Nasdaq 100 an, in dem all jene Konzerne gelistet sind, vor denen die Welt kuscht – Einzelhandelsschreck Amazon, die Netzgiganten Alphabet (Google) und Facebook, Autobauers Albtraum Tesla -, sieht es anders aus.

Fast ein Drittel – konkret 29 von 100 - der CEOs sind oder waren selbst Unternehmer. Und 19 der 29 sind Software-, Internet- und IT-CEOs. Gründen und der Tech-Sektor gehören offenbar zusammen. „Technologie erfordert Innovation. Und Innovation erfordert Unternehmertum, da sie stets mit großem Risiko einhergeht“, sagt Alexander Wink, Leiter der Digital-Sparte von Korn Ferry in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. „Darum ist es wenig verwunderlich, dass die Unternehmerdichte hier sehr hoch ist.“

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