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Pokerspieler Fedor Holz "Man muss damit klarkommen, Geld zu verlieren"

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"Pokern ist nicht mehr meine Passion"

Verleitet Ihr Erfolg Nachahmer dazu, es leichtfertig auch zu probieren und viel Geld zu verlieren?
Ich würde einem Neuling heute tatsächlich davon abraten, Geld mit Poker verdienen zu wollen.

Warum?
Das Spiel ist zu weit fortgeschritten. Wer heute neu einsteigt, braucht mindestens zwei, drei Jahre, um so viel Expertise aufzubauen, dass er damit Geld verdienen kann - aber wenn er soweit ist, wird das Spiel schon wieder viel weiter sein. Das kann man kaum noch aufholen.

Sie haben sich von der Pokerszene inzwischen aber weitgehend verabschiedet. Wieso?
Natürlich war es eine tolle Zeit und ich habe viel Geld verdient. Aber mir sind im Leben zwei Dinge wichtig: Ich will ständig dazulernen und etwas beitragen - aber mir wurde klar, dass ich das als Pokerspieler nur sehr begrenzt tun kann.

Und so kamen Sie auf die Idee, ein Start-up zu gründen?
Genau. Und vor ein paar Wochen haben wir unser erstes Produkt auf den Markt gebracht, unsere App Primed Mind.

Warum die Deutschen gründen

Was hat es damit auf sich?
Wir richten uns an Menschen, die an ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Konzentration arbeiten wollen. Die App bietet eine Art Mentalcoaching.

Das klingt leicht esoterisch.
Wir sind alles andere als esoterisch, das basiert alles auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Menschen bessere Ergebnisse erzielen, wenn sie ihrer Leidenschaft nachgehen - egal in welchem Bereich. So bin ich auch zum Pokern gekommen. Nicht weil ich Geld verdienen wollte, sondern weil es mir Spaß gemacht hat und ich tolle Menschen kennengelernt habe.

Das Unternehmen ist also mehr als Ihr Hobby?
Absolut, wir haben zwei ausländische Investoren und sind bereits sieben Mitarbeiter. Wir wollen bald eine neue App herausbringen und in Wien ein Coworking-Space eröffnen.

Werden Sie in ein paar Jahren noch Poker spielen?
Gelegentlich. Ich habe vor, drei, vier Live-Turniere pro Jahr zu spielen.

Vermissen Sie es denn?
Nein, überhaupt nicht. Ich war kürzlich noch mal für ein paar Turniere in Las Vegas und gegen Ende habe ich mich sehr auf mein Zuhause gefreut.

Sie haben dort zwei Turniere mit einem Startgeld von 50.000 US-Dollar gespielt, beide gewonnen - und mehr als 700.000 Dollar mit nach Hause genommen. Nicht schlecht für ein paar Tage Arbeit.
Ja, ich genieße diese Momente natürlich, aber trotzdem ist Pokern nicht mehr meine Passion.

Haben Sie sich denn bislang gar nichts gegönnt?
Ich habe meinen Eltern ein Haus gekauft und mir eine Wohnung in Wien. Aber ich versuche vor allem, Erfahrungen zu kaufen und reise sehr gerne. Daran spare ich nicht. Ansonsten brauche ich nicht viel Luxus. Ich habe noch nicht mal ein eigenes Auto.

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