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Studium Im Sommersemester startet es sich leichter

Am 15. Januar endet die Bewerbungsfrist für das Sommersemester 2013. Wer sich nicht bewirbt, verspielt unter Umständen eine Chance auf seinen Wunschstudienplatz. Welche Vorteile ein Sommerstart sonst noch hat.

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Die Auf- und Absteiger unter Deutschlands Unis
Studenten auf dem Campus der Uni Bamberg Quelle: gms
Zwei Studentinnen in der Universitätsbibliothek Tübingen Quelle: dpa
Die Teams der Fachhochschule Offenburg, der Hochschule Merseburg un der TU Chemnitz beim 22. Shell Eco-Marathon. Quelle: obs
Studenten auf einer Wiese des Campus Münster Quelle: Pressebild
Studenten der Universität Duisburg/Essen verfolgen im großen Saal des Essener Multiplex-Kinos eine Vorlesung Quelle: dpa
Forscher der Berliner TU arbeiten mit Kollegen aus Spanien und den Niederlanden an einem Projekt, das auch in Gebieten extremer Dürre fruchtbares Wachstum verspricht Quelle: dpa/dpaweb
Vor dem Schriftzug "Universitaet" befindet sich ein Denkmal für Alexander von Humboldt vor dem Eingang der nach ihm benannten Universität in Berlin Quelle: dpa/dpaweb

Medizin studieren mit 3,0er Abitur? Ingenieur werden mit einer fünf in Mathe? Solche Wunder kann der Semesterstart zum Sommer nicht bewirken, aber in manchen Fällen führt er zumindest erheblich schneller zum gewünschten Studienplatz. Ein Blick auf die Zahlen reicht aus, um das zu erkennen: Im Wintersemester 2011/2012 nahmen rund 430.000 Schulabgänger ihr Hochschulstudium auf - zum Sommersemester 2011 waren es lediglich 70.000.

Natürlich bieten nicht alle Universitäten ihr komplettes Programm an beiden Terminen an - gerade die großen Hochschulen bieten oft ihre Studiengänge ausschließlich zum Wintersemester an. Jedoch mit Ausnahmen: In Köln, Frankfurt und Erlangen zum Beispiel kann man einen Teil der Fächer zu beiden Terminen beginnen. Deutschlandweit werden rund ein Drittel der Studienangebote auch zum Sommersemester angeboten.

Besonders für kreative Köpfe lohnt sich ein Blick auf das Angebot. An der  Hochschule für angewandte Wissenschaft in Hamburg beginnen zum Sommersemester fast die Hälfte der Studiengänge, darunter Fächer wie Modedesign, Illustration und Kommunikationsdesign.  Hier stehen die Chancen auf einen Studienplatz besonders gut: Zum Sommersemester kommen durchschnittlich 3700 Bewerbungen auf 1300 Plätze ein, das heißt jeder dritte Bewerber wird in der Regel angenommen. Im Wintersemester bekam in der Regel nur jeder Siebte einen Platz.

Aber auch bei anderen Studiengängen steigen die Chancen mit einer Bewerbung zum April. Zum Beispiel in Medizin und Pharmazie. Um einen Studienplatz an der renommierten Berliner Charité zu bekommen, werden Abiturnote und die belegten Schulfächer in einem Punktesystem zusammen gerechnet. Bewerber für das Sommersemester benötigten mit rund 950 Punkten fast 100 Punkte weniger als zum Wintersemsester. Bundesweit bieten 36 Universitäten das Medizinstudium an, zum Sommersemester sind es immerhin elf Hochschulen. Auch im Fach Pharmazie stehen die Chancen auf einen Studienplatz unter Umständen besser: Zum Wintersemester starten 22 Universitäten diesen Studiengang, im Sommer sind es 13.

Für denjenigen, der eine Karriere als Rechtsanwalt anstrebt, sieht das Angebot allerdings schlecht aus: Lediglich vier Unis, nämlich Heidelberg, Konstanz, Bielefeld und Tübingen bieten auch zum Sommersemester ein Studium der Rechtswissenschaft an. Auch im Fach Betriebswirtschaftslehre stehen die Chancen nicht unbedingt besser. Zum Winter werden 318 Studiengänge in diesem Bereich angeboten, zum Sommer hin lediglich sechs.

Weitere Studiengänge findet man unter www.studienfinder.de, eine Initiative der Bundesagentur für Arbeit und der Kultusministerkonferenz. Unter dem Menüpunkt „erweiterte Suche“ kann man nach Wunschfach, Abschluss, Stadt und Zeitpunkt suchen.

Bessere Studienbedingungen

Ein Plakat mit dem Schriftzug

Kein Sitzplatz in der Vorlesung? Kein Termin bei Professor? Endlos lange Schlangen vor dem Studiensekretariat? Mittlerweile ist das die Norm. In Deutschland studieren aktuell 2,5 Millionen Menschen – so viele wie nie zuvor. Trotz eilig hochgezogener Vorlesungssäle und der Aufstockung von Finanzmittel, kommen die Unis mit diesem Ansturm kaum zurecht. Die Zahl des wissenschaftlichen Personals ist seit 2001 zwar um etwa 50 Prozent gestiegen, von einer besseren Betreuung kann aber trotzdem keine Rede sein: Die Zahl der neu eingestellten Professoren ist mit 14 Prozent am wenigsten gewachsen. So kommen mittlerweile 63 Studenten auf einen Professor, noch vor vier Jahren waren es 58 Studierende. Darunter leiden vor allem die Erstsemester, denn gerade die sind auf Beratung angewiesen.

Wer seinen Studienstart auf das Sommersemester legt, kann diesen Problemen zumindest teilweise entkommen. Georg Schlanzke vom Deutschen Studentenwerk sagt: „Die deutlich niedrigere Zahl an Studienanfängern im Sommersemester führt zu vielen Vorteilen, gerade bei der Studienorganisation.“ Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und die Sekretariate haben mit weniger Erstsemestern zu tun. Das bedeutet eine bessere Betreuung.

Die Wohnungssuche

Sollen Studenten künftig in ehemalige Kasernen einziehen? Oder auf Hotelschiffen residieren? Diese Vorschläge wurden in der Debatte um fehlende Studentenwohnungen tatsächlich genannt. Bundesbauminister Peter Ramsauer geht von 70.000 fehlenden Studentenwohnungen aus. Das Deutsche Studentenwerk schätzt, dass davon alleine rund 25.000 fehlende Wohnheimplätze sind. So lebt momentan nur ein Zehntel der angehenden Akademiker in einem Studentenheim. Etwa ein Viertel wohnt noch bei den Eltern und ebenso viele in WG´s, der Rest einzeln oder mit dem Partner. Immer öfter bietet auch die Gästematratzen von Kommilitonen oder Freunden dauerhaften Unterschlupf.

So überrascht es kaum, dass auch die Wohnungssuche zum Sommersemester einfacher ist, gerade in den Universitätsstätten. Die Rechnung ist einfach: Weniger Konkurrenz erhöht die Chancen auf zentrales und günstiges Wohnen. Der wirklich große Andrang auf WG-taugliche 2- oder 3-Zimmer-Wohnungen und kleine Appartements beginnt erst im Spätsommer.

Auch einen der begehrten Plätze im Studentenwohnheim zu ergattern, ist im Sommersemester einfacher. Die knapp 6o Studentenwerke bieten insgesamt 180.000 Wohnheimplätze an - bei allein knapp 500.000 erwarteten Neustudenten in diesem Jahr stehen die Chancen dementsprechend schlecht. Zu Beginn des Sommersemesters sind die Wartelisten für einen Wohnheimplatz an vielen Hochschulstandorten deutlich kürzer. „An einer Reihe von Standorten gibt es zu Beginn des Sommersemesters gar keine Wartelisten, zu Beginn des Wintersemesters ist so etwas bundesweit dagegen eher die Ausnahme“, sagt Georg Schlanzke vom Deutschen Studentenwerk.

Ein ruhiger Start

Den Campus erkunden, Kommilitonen treffen, durch die neue Heimat schlendern– der Start zum Sommersemester lässt mehr Zeit für Aktivitäten außerhalb des Vorlesungssaal. Das liegt daran, das viele Einführungsveranstaltungen ausschließlich zum Wintersemester starten. Studenten, die bereits im April ihr Studium aufnehmen, können also entweder mit der folgenden Vorlesung beginnen oder belegen einfach weniger Kurse.

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Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Wer sein Studium von Anfang an straff durchziehen will, fängt besser zum Wintersemester an. Dann kann man sich sicher sein, dass auch wirklich alle gewünschten Einführungsveranstaltungen angeboten werden.

Manche Studiengänge starten sogar ausschließlich zum Sommersemester. Gerade wer sich ein besonders ausgefallenes Wunschfach aussucht, sollte aufpassen. Zum Beispiel bietet die Fachhochschule Worms ihren Studiengang „Aviation Management“, eine Kombination aus Betriebswirtschaftslehre und Luftfahrtmanagement ausschließlich zum Sommersemester an. Aber auch weniger exotische Studiengänge starten nur im April: Wer Kommunikationsdesign in Hamburg studieren möchte, oder Schauspiel in Berlin sollte sich ebenfalls beeilen, denn auch dort gibt es in diesem Jahr sonst keine Chance mehr auf einen Studienplatz.

 

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