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Macht - anders!Die Hälfte der Macht, aber richtig! Eine Quote für die IHK!

Der DIHK und seine Landesverbände nehmen für sich in Anspruch, die Interessen aller Unternehmen zu vertreten. Warum sind die Gremien dann so einseitig, vor allem männlich, besetzt?Jeannine Budelmann 03.07.2021 - 14:44 Uhr
Foto: dpa

Die Spitzenleute des Deutschen Industrie- und Handelskammertag waren sichtbar stolz, als sie im März 2021 ihre jüngste Personalentscheidung präsentieren konnten. Endlich konnte die altehrwürdige Institution beweisen, dass sie kein Altherrenverein mehr ist. Denn: Im sechsköpfigen Präsidium sitzt zum ersten Mal eine Frau! Der Nachweis von Modernität, Gleichberechtigung, Weltoffenheit – er war erbracht. Diese Botschaft zumindest sollte ankommen. Dass rund ein Drittel der Unternehmen in Deutschland – die der Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu vertreten in Anspruch nimmt Frauen gehören oder von ihnen geleitet werden, wurde da lieber nicht groß erwähnt.

Verbände üben einen großen Einfluss auf die Gesetzgebung aus. Frauen aber finden in diesem Bereich kaum statt. Eine Frauenquote von umgerechnet 17 Prozent im Leitungsgremium des DIHK ist daher kein Grund zur Freude. Vielmehr sollte uns die Tatsache wachrütteln, dass Frauen dort 160 Jahre lang überhaupt keine Rolle gespielt haben. Wäre die Realität statistisch korrekt abgebildet, gäbe es zwei Frauen im Präsidium. Und das auch schon seit Jahrzehnten.

Gerade eine IHK hat aber den gesetzlichen Auftrag, die Gesamtheit der Unternehmen zu repräsentieren. Vielleicht kann die gerade beschlossene Änderung des IHK-Gesetzes hierfür hilfreich sein. Nun ist nun das Bundeswirtschaftsministerium als Aufsichtsbehörde des DIHK gefragt: In den Gremien sollten anteilig so viele Frauen vertreten sein, wie Mitglied in der jeweiligen Kammer sind, so wie auch schon die Unternehmen proportional zu ihrer Größe vertreten sind. Also: Ein Drittel Frauen in allen Vollversammlungen, ein Drittel Frauen in allen Präsidien! Und an alle alten weißen Männer innerhalb der Institution, die behaupten, dass sie nicht genügend Kandidatinnen finden: Rufen Sie mich an! Gemeinsam finden wir welche.

Und wenn wir das geschafft haben, liebe Frauen, ermuntern wir alle Mädchen, sich auf ihre eigenen Füße zu stellen, Unternehmen zu gründen und zu führen und nicht hinter den Männern zurück zu stehen. Das Fernziel sind keine mageren 30 Prozent, sondern 50: die Hälfte der Macht!

Mehr zum Thema: Peter Adrian ist der neue Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Politisch muss er sich nach dem „Maulkorb“-Urteil zurückhalten. „Kammerrebell“ und Kläger Thomas Siepelmeyer warnt Adrian vor falschen Hoffnungen.

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