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Top-Managerinnen Die Chefinnen der Zukunft

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Die Übersetzerin

Foto von Caren Genthner-Kappesz Quelle: Werner Ryke

Mit ein paar Mausklicks ist die Bestellung aufgegeben, doch dann fällt dem Käufer auf, dass das Paket lieber ins Büro statt nach Hause geschickt werden soll. Und sendet die neue Adresse per E-Mail an den Kundenservice: Ein alltäglicher Vorgang für ein Unternehmen wie Kalahari.com, möchte man meinen. Doch die Kunden von Südafrikas größtem Shoppingportal konnten bis vor Kurzem nicht erkennen, ob die Adressänderung wirklich registriert wurde, hakten telefonisch nach.

„Kein Zustand für unsere Kunden“, sagt Kalahari-Chefin Caren Genthner-Kappesz. Und fordert von ihren Programmierern eine für die Kunden komfortable Lösung. Die Antwort: Das dauert vier bis fünf Monate. Viel zu lange für Genthner-Kappesz, auch mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Im Gespräch mit den Programmierern stellt die Mathematikerin fest, dass diese an einer Lösung arbeiten, die die Adressänderung auch dem Kurierdienst automatisch übermittelt.

„Unnötig komplex“, sagt die Kalahari-Chefin. Und entscheidet sich für eine einfachere Variante, die nach vier Wochen einsatzfähig ist. „Programmierer sprechen eine andere Sprache als Marketingabteilung und Kundendienst. Ich übernehme oft die Rolle der Übersetzerin“, sagt die gebürtige Heilbronnerin Genthner-Kappesz, die seit Anfang 2013 an der Spitze von Kalahari steht.

„Caren verbindet zwei sehr unterschiedliche Fähigkeiten“, sagt Stephan Zoll, Chef von Ebay Deutschland und ehemaliger Arbeitskollege von Genthner-Kappesz. „Sie denkt zum einen analytisch und kennt sich mit der Technik hinter den Portalen aus. Auf der anderen Seite ist sie kommunikativ, orientiert sich an den Kundenwünschen. Beides zusammen findet man selten.“

Nach dem Studium arbeitet Genthner-Kappesz als Beraterin bei der Boston Consulting Group mit Schwerpunkt Telekommunikation und E-Commerce, gründet mit Bekannten eine Beratung für Unternehmen der New Economy, die nach sechs Monaten von einem US-Beratungsunternehmen gekauft wird. Genthner-Kappesz bleibt bis 2002 an Bord, wechselt dann zu Ebay, bleibt neun Jahre – zuletzt als Geschäftsführerin des übernommenen Schnäppchenportals Brands4Friends.

Bei den Ebay-Mitarbeiterbefragungen erhält sie stets Bestnoten. „Ihr Team hat sich bei ihr gut aufgehoben gefühlt“, sagt Zoll. „Auch in Konfliktsituationen argumentiert sie sachlich. Sie packt mit an, ist eine Macherin.“

In Arbeit
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Neben ihrem Job bei Kalahari.com ist Genthner-Kappesz an zwei Modefirmen beteiligt, unterstützt außerdem ihren Mann bei seinem Startup mylorry.de, einer Plattform, über die sich Transporte organisieren lassen. „Ich liebe es, ein eigenes Team zusammenzustellen und was Neues aufzubauen“, sagt die 43-Jährige. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch noch mal ein eigenes Unternehmen zu gründen.“

Doch momentan ist Genthner-Kappesz mit ihrem Job in Südafrika, wo sie als Kind einige Jahre lebte und nun selbst zwei Töchter großzieht, sehr zufrieden. „Der Job muss mir Spaß machen“, sagt sie. „Alles andere wäre Verschwendung von Zeit – die verbringe ich lieber mit meiner Familie.“

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