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Talent oder Fleiß? Was Sie brauchen, um an die Spitze zu kommen

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Wer will, der kann?

Das bestätigen die Erfahrungen von Oliver Höner. Der Sportwissenschaftler der Universität Tübingen kooperierte für ein Forschungsprojekt mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Zusammen mit seinem Mitarbeiter Philip Feichtinger begleitete er mehrere Nachwuchsfußballer im Alter zwischen 11 und 15 Jahren auf ihrem Weg durch die DFB-Stützpunkte.

Dort müssen die besten Jugendspieler alle sechs Monate mehrere Fragebögen zu Persönlichkeitsmerkmalen ausfüllen. Wie motiviert sie sind, wie selbstbewusst oder wie ängstlich zum Beispiel. Und tatsächlich: Jugendspieler, die besonders leidenschaftlich von einer erfolgreichen Fußballkarriere träumten, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit, diesem Traum am Ende auch ein gutes Stück näher zu kommen. Sie landeten später öfter in einem der Nachwuchsleistungszentren der Proficlubs.

Die Psychologen vermuten, dass die „Hoffnung auf Erfolg“ erst so richtig dazu motiviert, noch härter und intensiver zu trainieren als andere.

So motivieren Sie sich selbst
Akzeptieren Sie Andere so, wie sie sind. Machen Sie das Beste aus den gegebenen Umständen Quelle: dpa Picture-Alliance
Lernen Sie sich selbst besser kennen und stehen Sie zu Ihren Stärken und Schwächen Quelle: Fotolia
Beschweren Sie sich nicht notorisch. Quelle: Fotolia
Lernen Sie zu schätzen, was Sie haben und sein Sie dankbar dafür Quelle: Fotolia
Gehen Sie Aufgaben mit einer positiven Einstellung an Quelle: Fotolia
Setzen Sie sich bedeutungsvolle Ziele und Herausforderungen Quelle: Fotolia
Verleihen Sie allem, was Sie tun, eine Bedeutung Quelle: Fotolia

„Wie groß die Anteile von Training und Talent jeweils sind, lässt sich aber nicht seriös sagen“, sagt Höner. Von Ericssons Theorie und Gladwells Regel hält er wenig: „Zu sagen, dass man alles in 10.000 Übungsstunden lernen kann, stimmt einfach nicht.“

Die Nachwuchsfußballer sind dafür ein gutes Beispiel. Obwohl sie bereits in der U12 zur Elite gehören, liegt die Wahrscheinlichkeit, es in der U16 in ein Leistungszentrum zu schaffen, im Schnitt bei gerade einmal neun Prozent. In populären Sportarten sei der Konkurrenzdruck so hoch, dass es nur mit der Kombination aus Talent und Fleiß gehe. „Und selbst das reicht oft nicht“, sagt Höner, „denn man braucht eben auch das nötige Umfeld und das nötige Glück.“

Tröstliche Botschaft

Anders Ericsson bleibt trotzdem bei seiner These: „Die Gehirnfunktionen, die Spitzenleistungen ermöglichen, sind das Ergebnis von Training – und nicht die Folge einer genetischen Programmierung“, schreibt er in seinem neuen Buch. Und das gelte nicht nur im Sport oder in der Musik: „Egal, ob man besser Tennis spielen oder ein besserer Verkäufer werden will – das Mittel ist immer gleich: üben.“ Auch Unternehmen müssten das endlich erkennen. Mit ausdauerndem, gezieltem Training, bei dem man direkt Feedback bekommt, könne man so gut wie alles lernen und sich immer wieder an neue Anforderungen anpassen.

Damit stehen sich die zwei Seiten weiterhin unversöhnlich gegenüber. Und der Streit wird mitunter hitzig geführt. Zach Hambrick wird teilweise vorgeworfen, Menschen zu demotivieren und sie davon abzuhalten, ihre Träume zu verwirklichen. Dass die Forschung von Ericsson in den vergangenen Jahren so häufig zitiert und zum Material für Bestseller wurde, liegt eben auch daran, dass sie eine tröstliche Botschaft beinhaltet: Wer will, der kann.

Oliver Höner befürchtet jedoch, dass dieser Glaube manchmal sogar schadet. „Es ist auch wichtig, seine Grenzen anzuerkennen“, sagt er. Sonst drohe man sich in aussichtslosen Unterfangen aufzureiben – und werde am Ende unglücklich. Das sieht Malcolm Gladwell genauso. „Ich könnte 100 Jahre lange Schach spielen“, sagte der Erfolgsautor mal, „und wäre noch immer kein Großmeister.“

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