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MorgenroutineDarum sollten Sie 10 Minuten früher aufstehen

Früher aufstehen? Das fällt vielen Menschen nicht im Traum ein. Doch selbst Morgenmuffel profitieren sehr von einem etwas früheren Start in den Tag. Bereits zehn Minuten helfen.Nina Jerzy 25.03.2019 - 16:45 Uhr

Schon wer zehn Minuten früher aufsteht, startet entspannter in den Tag

Foto: dpa

Schlaf ist kostbar. So kostbar, dass viele Menschen werktags buchstäblich auf den letzten Drücker aufstehen. Dieses Muster ist seit der Schulzeit vertraut. Stattdessen außergewöhnlich früh aufstehen? Auf so eine Idee kommen höchstens notorische Frühaufsteher. Oder Milliardäre. Immer wieder verkünden Top-Manager wie Richard Branson die Freuden frühen Aufstehens. Die meisten Menschen ohne tropische Privatinsel halten es da aber vermutlich mit J.K. Rowling. Der Bestseller-Autorin kam ein Artikel unter, laut dem die erfolgreichsten Menschen um vier Uhr früh in den Tag starten (Apple-Chef Tim Cook steht angeblich um 3.45 Uhr auf). Rowlings grummelige Reaktion: „Ach, haltet die Klappe“. Vielleicht ist es kein Zufall, dass die „Harry Potter“-Schöpferin Eulen so gern mag...

Ohne Stress in den Tag starten

„My Morning Routine“-Mitbegründer Benjamin Spall kam nach all den Gesprächen zu dem Schluss: Ein großer Unterschied zwischen seinen Interviewpartnern und „normalen“ Berufstätigen besteht in der Einstellung zur Weckzeit. „Wann wir aufwachen, hängt für viele von uns ausschließlich davon ab, wann wir bei der Arbeit, in der Schule oder sonst wo sein müssen“, schrieb Spall in der „New York Times“. „Das bedeutet oft, so spät wie möglich aufzuwachen, um die Schlafzeit zu maximieren – das einzige Ziel besteht darin, es rechtzeitig aus dem Haus zu schaffen, damit wir nicht zu spät zum ersten Termin kommen.“

Der Morgenroutine-Experte rät hingegen, sich selbst einen Gefallen zu tun und mit der Weckzeit zu experimentieren. Früheres Aufstehen verschaffe Zeit, um den Start in den Tag genießen zu können. Das ist dann auch gleich Tipp Nummer zwei des Experten für Morgenroutinen: „Die meisten erfolgreichen Menschen knapsen morgens etwas Zeit für Dinge ab, die sie entspannen, mit Energie versorgen und motivieren“, sagte Spall. Das könne Sport sein, Lesen, Meditation oder schlicht Zeit mit der Familie zu verbringen.

Der entspannte Start in den Tag gehört schon zur höheren Morgenroutine-Schule. Aber bereits eine Stufe darunter wartet ein Erfolgsrezept gegen den Stress, der vor dem Arbeitsbeginn einsetzt. Wer den Wecker zehn Minuten früher stellt, tut sich einen riesigen Gefallen. 15 Minuten sind noch besser, aber auch fünf Minuten helfen. Selbst überzeugte Langschläfer werden feststellen: Diese Zeit ist kein Verlust, sondern ein echter Gewinn.

Schlafen

Wie sogar Morgenmuffel fit in den Tag starten

von Angelika Ivanov

1. Nicht von null auf hundert

Überraschend vielen Befragten bei „My Morning Routine“ gelingt ein zeitiger, aber sanfter Start in den Tag. Um 8.30 Uhr waren zwar nahezu alle wach, aber nicht mal drei von vier benötigten dafür einen Wecker. „In 95 Prozent der Fälle bekomme ich acht Stunden Schlaf pro Nacht und brauche deshalb in 95 Prozent der Fälle keinen Wecker“, sagte die einflussreiche Publizistin Arianna Huffington der Website. „Von allein wach zu werden, ist für mich eine tolle Art, den Tag zu beginnen.“

Für die meisten Menschen beginnt der Arbeitstag hingegen zwangsläufig mit dem Weckerschock. Aber auch danach geht es oft auf Hochtouren weiter. Hetzen, beeilen, sorgenvoller Blick auf die Uhr – im durchgetakteten Morgen ist Stress an der Tagesordnung. Es muss ja nicht gleich Yoga am geöffneten Fenster sein. Aber allein schon im Bett noch einmal tief durchatmen und sich ausgiebig strecken zu können, sorgt für einen selbstbestimmten Start in das, was da noch kommt.

2. Entspannter Weg zur Arbeit

Zu Hause haben wir unseren Morgen noch weitgehend selbst in der Hand. Hinter der Haustür aber lauern die Unwägbarkeiten des Nahverkehrs. Die meisten Berufstätigen legen bei der Berechnung des Arbeitswegs einen Idealfall zugrunde plus eventuell fünf Minuten Zeitpuffer. Unterbewusst ist aber klar, dass schon eine ausgefallene U-Bahn oder ein in zweiter Reihe geparktes Auto dazu führen können, dass man zu spät kommt. Dieser unterschwellige Stresspegel wird durch etwas früheres Aufstehen entschärft.

Klar, bei Busfahrerstreik, gesperrten Straßen oder auch einem kranken Kind hilft das kleine Polster wenig. Aber nach vielen Jahren, in denen Herzklopfen fest zum Weg zur Arbeit gehörte, ermöglicht das morgendliche Zeitgeschenk eine ungewohnte Gelassenheit.

3. Pünktlich sein

Natürlich kann jeder mal aus gutem Grund zu spät kommen. Chronische Zuspätkommer rechtfertigen sich hingegen gern mit den immer gleichen Ausflüchten. Das signalisiert Vorgesetzten aber nur, dass sie entweder nicht aus Versäumnissen lernen oder es ihnen schlicht egal ist, ob sie zu spät kommen. Beides ist nicht gerade geeignet, Vertrauen zu stärken. Pünktlichkeit hingegen ist weder spießig noch eine Selbstverständlichkeit. Wer pünktlich ist, beweist jeden Morgen aufs Neue, dass er gut plant und damit zuverlässig ist.

4. Zeitpolster nutzen

Vielleicht ist an diesem Morgen alles glattgelaufen und Sie stehen zehn Minuten zu früh vor dem Büro. Da kann das zeitige Aufstehen rückblickend als echte Verschwendung betrachtet werden. Aber beklagen Sie etwa jeden Monat die Ausgaben für die Haftpflichtversicherung, nur weil kein Schaden eingetreten ist? Etwas früheres Aufstehen kann eine private Vorsorge für mehr Gelassenheit im Job sein. Das sollte aber nicht dazu führen, dass man regelmäßig früher mit der Arbeit beginnt. Besser ist es, die paar Minuten bewusst als Phase an Freizeit zu begreifen.

Steigen Sie etwa eine Station früher aus dem Bus und gehen den Weg zu Fuß. Bei schlechtem Wetter kann die Zeit am Schreibtisch für private Dinge genutzt werden: Nachrichten lesen, Social Media, den nächsten Urlaub planen. Eine Kollegin ist ebenfalls zu früh? Jetzt ist vielleicht Zeit für einen ausgiebigeren Plausch, der sonst zwischen Kaffeemaschine und Kühlschrank nicht geschehen würde.

Wer etwas früher aufsteht, stört damit eine oft jahrelang eingeübte Morgenroutine. Dieser neue Ablauf erfordert etwas Übung. Am Anfang kann er schnell zum Trödeln verleiten, was dann erneut in Stress ausartet. Auch hier gelten die üblichen Vorbereitungstipps für den Abend zuvor. Wer Kleidung herauslegt, die Tasche packt, Frühstück und gegebenenfalls Mittagessen so gut wie möglich vorbereitet, macht das Beste aus der geopferten Nachtruhe.

Schlaf ist kostbar, ein entschleunigter Morgen ist aber noch gewinnbringender. Vielleicht bildet er sogar den Übergang zu einer „echten Morgenroutine“ mit Sport, Meditation oder schlicht Muße vor der Arbeit. Einen Versuch ist es wert.

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