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Anlegeralphabet ETF ETF - der Autopilot für die Geldanlage

Sie sind vor allem für faule Anleger ein Segen, denn dank börsengehandelter Fonds investiert es sich billig und bequem in Aktien. Diese Folge unseres Börsen-ABCs klärt auf über E wie ETFs – echte und falsche.

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E wie ETF: Was sind eigentlich

Frisch gebackene Aktionäre können schnell den falschen Eindruck bekommen, an der Börse gehe es vor allem darum, den anderen immer um eine Nasenlänge voraus zu sein: Bisher unentdeckte Anlagen ausspähen, die mehr Rendite abwerfen, also Zukunftstrends und Super-Aktien erkennen, bevor der Rest des Marktes es mitkriegt.

Selbst, wer sich das zutraut, sollte lieber noch mal darüber nachdenken. Ja, es gibt wirklich ein paar Koryphäen am Kapitalmarkt, die es immer wieder schaffen. Sie schwimmen gegen den Strom und eilen trotzdem allen anderen davon. Diese seltenen Ausnahmetalente darf man zu Recht bewundern. Doch wäre es für die meisten Privatanleger ein schlechter Ratschlag, die Rezepte dieser Profis nachzuahmen.

Denn bei der privaten Geldanlage endet die fieberhafte Suche nach den unentdeckten Börsenperlen oft in riskanten Wetten, bei denen Anleger alles auf eine Karte setzen oder ihre Depots hektisch umschichten, wenn der Wind sich dreht. Ganz abgesehen davon ist die Suche nach der angeblich genialsten aller Gelegenheiten sehr zeitraubend.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien NigeriaEuro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 26: GhanaAuch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 25: Aktien ÄgyptenNoch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 24: Aktien ChinaDer Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 23: Britisches PfundDas knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 22: Mexikanischer PesoDem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa
Platz 21: SparbuchSeit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts. Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Quelle: dpa

Was können Privatanleger stattdessen tun? Wer wenig Zeit aufwenden und Nebenkosten sparen will, investiert am besten ausgewogen und standardisiert in die Breite des Marktes. Und genau dafür sind ETFs ein ideales Mittel. Das Kürzel bedeutet Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Investmentfonds. Deren Anteile können Anleger wie Aktien oder andere Wertpapiere ohne viel Aufwand jederzeit an der Börse kaufen und verkaufen.

Der Weg über ETFs ist für Anleger bequemer und billiger als der personalintensive Vertrieb klassischer Investmentfonds über Anlageberater oder Finanzvermittler. Über die Börse kommt man einfach rein und auch schnell wieder raus. Es gibt aber noch weitere Charakteristika, die ETFs sinnvoll für viele Nutzer machen können.

Diese Charakteristika lassen sich am besten in Abgrenzung zu klassischen Investmentfonds darstellen. Ein klassischer Investmentfonds – egal ob börsengehandelt oder nicht – investiert das Geld seiner Anteilseigner in viele unterschiedliche Wertpapiere wie Aktien, Anleihen aber auch Rohstoffe oder Währungen. Das Portfolio wird abgetrennt vom restlichen Vermögen des Fonds verwahrt, damit es für die Anleger reserviert und geschützt bleibt.

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