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Börsengang Wie lange hält Facebooks Rekordjagd an?

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Google und Facebook im Vergleich

Die Gewinner des Facebook-Börsengangs
Peter Thiel ist bekannt für seine verrückten Investmentideen. Quelle: REUTERS
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Quelle: dapd
Dustin Moskovitz Quelle: dapd
Facebook-Managerin Sheryl Sandberg Quelle: REUTERS
Napster-Gründer Sean Parker Quelle: AP
Internet-Invester Yuri Milner Quelle:
Accel Partners & James BreyerZusammen mit der Investmentfirma Accel Partners war James Breyer (r.) einer der ersten Geldgeber Facebooks: 12,7 Millionen Dollar investierten die Partner 2005 in das soziale Netzwerk. Mit 201,34 Millionen Aktien hat sich dieses Investment auf jeden Fall gelohnt. Zum Börsengang planen die Geldgeber jetzt 38,2 Millionen Aktien davon zu verkaufen – und würden damit 1,34 Milliarden Dollar einstreichen. Quelle: dapd

Denn ob Facebook den Boom auch nachhaltig auf die Börse übertragen kann, muss sich erst noch zeigen. Die WirtschaftsWoche hat sieben Gründe analysiert, die dafür sprechen Facebook-Aktien nicht zu kaufen. Denn die Bewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar ist eine große Wette auf die Zukunft: Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen gerade mal 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und eine Milliarde Dollar Gewinn. Facebook wird also mit dem 100-fachen des aktuellen Gewinns bewertet. Im Vergleich: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Google beträgt knapp 15. Bei Apple liegt das KGV bei 14.

Allerdings lag das KGV von Google beim Börsengang ebenfalls bei etwa 100 und das von Amazon beträgt sogar 190.

Der Vergleich mit Goolge zeigt trotzdem, wie ambitioniert die Bewertung schon jetzt ist. Würde man Googles Umsatz als Basis nehmen, dann dürfte Facebook maximal 20 Milliarden Dollar kosten, gemessen an den für 2012 erwarteten Gewinnen, würde man Facebook auf 16 Milliarden Dollar Börsenwert taxieren. Zumal Facebook mit seiner Gewinnmarge von gut 25 Prozent hinter Google und Apple herhinkt und – gemessen an den Barmittelzuflüssen aus seinen Geschäften – zum IPO etwa das Vier- bis Fünffache der Wettbewerber kosten soll.

Facebook zeigt bereits Wachstumssschwierigkeiten

Doch Gegenwart und nahe Zukunft kümmern die meisten Anleger kaum. Sie setzen auf die Zukunft – und darauf, dass Facebook in den nächsten zehn Jahren seinen Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar 2011 auf über 50 Milliarden Dollar steigern wird.

Google könnte bald – womöglich schon in diesem Jahr – die Umsatzmarke von 50 Milliarden knacken. Um dahin zu kommen, müsste Facebook bis 2020 jährlich gut 33 Prozent wachsen.

Die wichtigste Frage lautet daher: Hält das Wachstum des Netzwerks auch in Zukunft an? Schließlich musste das Unternehmen erst kürzlich eingestehen, dass der Umsatz erstmals nicht von Quartal zu Quartal gestiegen sei. So sank der Umsatz in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 6 Prozent gegenüber dem Weihnachtsquartal.

Die Zeiten des dreistelligen Wachstums sind sowieso schon lange vorbei. Immerhin ist Facebook schon acht Jahre alt. 2010 stieg der Umsatz noch um 154 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2011 sank das Wachstum schon auf 88 Prozent.

Im ersten Quartal wuchs Facebook gegenüber den ersten drei Monaten 2011 nur noch um 45 Prozent. Google steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal um knapp 25 Prozent von 8,5 auf 10,6 Milliarden Dollar. Der Abstand zwischen den Wachstumsraten, der naturgemäß groß sein sollte, weil Facebook um den Faktor zehn kleiner ist, ist damit merklich geschrumpft.

Google billig, Facebook teuer 
Bei den wichtigsten Kennzahlen hinkt der Börsen-Newcomer der Konkurrenz hinterher, einzig das Wachstum der vergangenen Jahre kann bisher überzeugen. Doch Facebook wuchs von niedrigem Niveau aus, weiter oben wird die Luft dünner. 
UnternehmenKurs Börsenwert U.-wert1 Umsatz 2012U.-wert zu
Umsatz 2012 
Umsatzplus
'09 bis '13 (p.a.) 
Amazon220,95 $99,3 Mrd. $93,6 Mrd. $63,4 Mrd. $

1,5

35 %
Apple583,09 $525,2 Mrd. $415,1 Mrd. $162,4 Mrd. $3,240 %
Ebay39,57 $51,1 Mrd. $47,3 Mrd. $14,0 Mrd. $3,417 %
Google604,03 $196,6 Mrd. $151,8 Mrd. $45,5 Mrd. $3,324 %
Facebook38,003 $106,34 Mrd. $95,4 Mrd. $5,0 Mrd. $19,1
71 %
UnternehmenGewinn
(netto 2012)

KGV

2012/13 

Gewinnplus p.a.
'09 bis '13
Marge
(netto 2012)
Op. Cashflow 2011Börsenwert zu Cashflow 2011 Chance/ Risiko2
Amazon0,6 Mrd. $

184,5/84,4

17 %

0,9 %

3,9 Mrd. $

25

6/6
Apple43,8 Mrd. $

12,0/10,5

58 %

27,0 %

37,5 Mrd. $146/5
Ebay2,5 Mrd. $20,4/17,513 %17,8 %3,3 Mrd. $155/5
Google12,5 Mrd. $

15,7/13,2

24 %

26,6 %

14,6 Mrd. $136/4
Facebook1,0 Mrd. $

106,3/59,4

95 %

25,5 %

1,5 Mrd. $

68,4

5/7
grün = relativ günstige Bewertungskennziffer, rot = relativ hohe Bewertungskennziffer; 1 Börsenwert minus Nettoliquidität; 2 1 = niedrig, 10 = hoch; 3 Emissionspreis am oberen Ende der Spanne; 4 Bewertung bei 38 Dollar je Aktie inklusive ausstehender Aktienoptionen und noch auszugebender Aktien für die Übernahme von Instagram; 5 Börsenwert minus aktuelle Nettoliquidität minus 6,8 Milliarden Dollar Einnahmen aus dem IPO (Zufluss, der Facebook zusteht bei Vollzuteilung inklusive Mehrzuteilung); Zahlen von 2012 an: Analystenschätzungen; Zahlen teilweise gerundet; Quelle: Bloomberg, Value Line, JP Morgan, eigene Berechnungen
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