BörsenWoche 519: Depotticker: Die wichtigsten Updates der Woche
+++Exor: Iveco hui, Stellantis pfui (SD)
Der Automarkt bleibt schwach und der Wettbewerb hart. Das bekommt auch die Exor-Beteiligung Stellantis zu spüren. Der Konzern mit Marken wie Peugeot, Citroen, Fiat, Opel und Jeep hat im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen geschrieben. Nach vorläufigen Angaben lag der Verlust bei 2,3 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es gut 5,6 Milliarden Euro Gewinn. Der Umsatz sank um 13 Prozent. Die Modellpalette von Stellantis kommt nicht gut an, nachdem der Konzern jahrelang harte Sparmaßnahmen umgesetzt hat. Firmenchef Carlos Tavares musste deshalb kürzlich seinen Posten räumen.
Seit Mai hat Antonio Filosa die Führung übernommen, der zuvor für das Amerikageschäft zuständig war. Das relativiert die schlechten Zahlen etwas: Filosa dürfte Interesse daran haben, Abschreibungen und Wertberichtigungen schnell zu verbuchen, damit möglichst viele schlechte Nachrichten abgehakt sind. Das erleichtert ihm den Neubeginn. Die Aktionäre waren von der Meldung jedenfalls nicht schockiert. Sie sind schlechte Zahlen schon gewohnt. Die Aktie ist seit März 2024 um zwei Drittel gefallen und notiert jetzt ähnlich tief wie während des Börsenschocks in der Coronapandemie.
Bei einer anderen Exor-Beteiligung läuft es besser: Die Aktie des italienischen Lkw-Produzenten Iveco steigt und steigt. Laut Berichten besteht Interesse an einer Übernahme. Exor soll sich in Gesprächen mit dem indischen Konzern Tata Motors befinden.
Exors wichtigstes Investment bleibt aber weiterhin Ferrari. Die Aktie steht nahe am Rekordhoch. Deshalb drücken die Probleme bei Stellantis auch kaum auf den Exor-Kurs.
+++Block kommt in den S&P 500 (SD)
Die Börse fasst wieder Vertrauen in den Zahlungsdienstleister Block. Die Aktie hat sich seit dem Tief im Mai nahezu verdoppelt. Es gab wenig konzernspezifische Nachrichten. Block konnte vermutlich von der breiten Rally der Techaktien profitieren. Neuster Push für den Kurs war Blocks Aufnahme in den US-Leitindex S&P 500. Die Nachricht vom vergangenen Montag ließ die Aktie sieben Prozent steigen.
Eine Aufnahme in den Index ändert zwar nicht die langfristigen Aussichten eines Unternehmens, gibt einem Aktienkurs aber Unterstützung. Da in passiven Indexfonds Billionen an Dollar investiert sind, müssen bei einer Indexaufnahme große Summen in die Aktie des Neuzugangs investiert werden.
+++Teslas Quartal enttäuscht (SD)
Der Elektroautobauer Tesla hat vergangenen Mittwoch enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt. Sowohl Gewinn als auch Umsatz blieben leicht unter den Erwartungen. Der Umsatz lag zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert, der Gewinn 16 Prozent tiefer. Die operative Marge sank um ein Drittel, auf nur noch 4,1 Prozent. Auch das bisher starke Geschäft mit Energiespeicherlösungen war rückläufig. Die Nachfrage nach Autos aus Teslas bisheriger Modellpalette scheint gesättigt zu sein. Die politische Einmischung von Tesla-Chef Elon Musk verschreckt einige Käufer. Musk warnte vor weiteren schmerzhaften Quartalen, auch weil in den USA Kaufprämien wegfallen. Die Aktie reagierte mit einem Rückgang um acht Prozent.
Immerhin: In den nächsten Monaten soll ein günstigeres Modell auf den Markt kommen, das dem beliebten SUV Model Y ähnelt. Zudem macht Tesla Fortschritte bei der Ausweitung seines Robotaxi-Dienstes, der bisher nur sehr eingeschränkt in Austin im US-Bundesstaat Texas getestet wird.
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