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Europäische Aktien "Unterstützung der EZB verliert ihre Wirkung"

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"Konzerne sind auf Anstieg der Inflation angewiesen"

Abgesehen von der Unterstützung für die Aktienkurse, funktionieren die Interventionen der EZB?

Die Auswirkungen auf den Markt sind noch nicht klar absehbar. Was wir sehen, sind enorme Neuinvestitionen der Unternehmen. Das Kapital dafür besorgen sie sich aber über den Anleihemarkt, über den sie sich dank des niedrigen Zinsniveaus finanzieren können. In der Kreditwirtschaft sehen wir immer noch keine Erholung.

Die Inflationsrate ließ sich von den Maßnahmen der EZB nicht beeindrucken und lag im EU-Durchschnitt weiterhin nahe der Nullgrenze.

Wir brauchen dringend einen Anstieg der Inflationsrate. Ohne Inflation werden wir keinen Anstieg der Konzerngewinne sehen. Hier scheiterten bislang alle Versuche der EZB, den europäischen Markt wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

Die Schätzungen die Inflationsrate innerhalb der Eurozone für 2016 liegen bei 1,2 Prozent. Stimmen Sie überein?

Ich bin kein Ökonom, aber diese Größenordnung halte ich für realistisch.

Was hat im letzten Jahr denn die Kurse der europäischen Konzerne getrieben?

Zuletzt spielten vor allem die günstigen Rohstoffpreise eine Rolle, die die Einkaufskosten der Konzerne enorm reduziert haben dürften. Darauf hat die EZB natürlich keinen Einfluss. Aber dieser externe Effekt traf eben für Unternehmen günstig zusammen mit dem geschwächten Euro.

Und Anleger können sich darauf verlassen, dass dieser Effekt auch 2016 das Geschäft ihrer Konzerne ankurbeln wird?

Ob diese Kombination von billigen Rohstoffen und schwachem Euro so anhält, vermag ich nicht einzuschätzen. Aber ich glaube, dass es schwierig sein wird, die Margen gegenüber dem Vorjahr noch weiter auszubauen. Wie gesagt, wir sind verhalten optimistisch für die Euro-Aktien. Das Gewinnwachstum muss aus höheren Umsätzen kommen, ob nun durch Preiserhöhungen oder mehr verkaufte Stückzahlen.

In ihren Fonds machen Konsumgüter große Anteile an den Gesamtinvestitionen aus. Ist es vor allem die Nachfrage der Konsumenten, die derzeit für Wachstum sorgt?

Ich vermute schon. Unser Ansatz ist aber nicht, für die Fonds nach bestimmten Sektoren zu suchen und dort gebündelt zu investieren. Wir suchen gezielt attraktive Einzelaktien mit guten Bilanzen und soliden Geldströmen.

Aber Sie finden gerade viele solcher Konzerne im Konsumsektor.

Natürlich. Dass wir viele Aktien aus diesem Sektor halten, zeigt ja, woher die Nachfrage auf dem Markt kommt. 2015 entwickelten sich diese Aktien auch sehr gut. Und wenn wir Konzerne wie den französischen Medien- und Unterhaltungskonzern Vivendi betrachten, bietet er uns auch eine sehr attraktive Dividendenrendite von gut fünf Prozent.

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