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Geldanlage Was Top-Anlageexperten jetzt raten

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Jochen Felsenheimer (l), Jens Ehrhardt (r) Quelle: Oliver Rüther für WirtschaftsWoche

Wie sähe Ihr Portfolio konkret aus, wenn Sie 100.000 Euro neu anlegen müssten?

Ehrhardt: Je 25 Prozent des Geldes würde ich in Cash und physischem Gold halten, weitere 25 Prozent jeweils in Immobilien und Aktien, wobei ich innerhalb der beiden letzten Viertel einen guten Teil jeweils in Schwellenländern investieren würde, vor allem in Asien.

Vorschlag zur Depotaufteilung von Jens Ehrhardt

Flossbach: Die genaue Zusammensetzung hängt stark von der individuellen Situation des Anlegers ab. Dazu zählen Alter, Risikotragfähigkeit, berufliche Situation und Sachkunde. Selbstständige etwa brauchen mehr Cash als Angestellte, junge Leute können mehr Aktien kaufen als alte.

Für alle gilt: 40 Prozent sollten mindestens in Sachwerten angelegt sein, aber auch nicht mehr als 80 Prozent. Zu den Sachwerten zählen wir Gold, Aktien, maßvoll finanzierte Immobilien. Nominalwerte wie Tagesgeld und Anleihen sollten nicht weniger als 20, aber auch nicht mehr als 40 Prozent ausmachen.

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    Für die meisten Anleger liegt das Optimum irgendwo in der Mitte, also 60 Prozent Sachwerte, davon 30 Prozentpunkte Aktien und 30 Gold und Immobilien; und 40 Prozent in Nominalwerten, also Cash und kurz laufende Zinspapiere.

    Welche Zinspapiere?

    Flossbach: Hier gilt ganz klar Sicherheit vor Rendite, also keine Experimente mit griechischen Staatsanleihen oder irgendwelchen kaum analysierbaren Derivate. Nur kurze Laufzeiten und erstklassige Schuldner: Staatsanleihen Deutschlands, Hollands, Finnlands und Anleihen von erstklassigen, bilanziell gesunden Unternehmen.

    Was ist mit Rohstoffen wie Kupfer, Nickel, Zink, Weizen oder Öl?

    Flossbach: Nur als kleine Beimischung in wirklich großen Vermögen. Und wenn, dann über Rohstoffaktien. Die komplexen Finanzprodukte, mit denen Anleger auf die Rohstoffkurse selbst wetten, sollten sie den professionellen Zockern an den Rohstoffbörsen überlassen.

    Ehrhardt: Richtig, daran verdienen nur die Emittenten in den Investmentbanken.

    Welche Aktien favorisieren Sie?

    Ehrhardt: Ich sehe hier nach wie vor die größten Potenziale in Asien. Klar gibt es auch dort Risiken, aber anders als früher sind nicht nur die europäischen, sondern auch die asiatischen Aktien derzeit günstig bewertet, weil alle Welt mit einem harten Einbruch der Konjunktur in China rechnet. Auch Agraraktien und Nahrungsmittelwerte sind attraktiv; das sind Dinge, die die Menschen immer brauchen.

    Flossbach: Ich unterscheide weniger nach Branchen und Regionen. Ich halte mich an solide Unternehmen, deren Geschäftsmodell mir eine gute Visibilität künftiger Gewinne bietet, das weltweit und zur Not auch ohne den Euro funktioniert. Das sind dann eben nicht Banken und in den meisten Fällen auch keine Zykliker. Unternehmen wie Microsoft, Nestlé, Pepsi oder 3M. Wichtig ist außerdem eine attraktive und verlässliche Dividende.

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