Metro Was die Aufspaltung für Aktionäre bedeutet

Nach der Aufspaltung des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro sind seine beiden Nachfolge-Unternehmen in der Summe nahezu unverändert in den Börsenhandel gestartet. Trotzdem gibt es viel zu beachten.

Olaf Koch, Metro Quelle: REUTERS

Die Aufspaltung des Handelsriesen Metro ist mit dem Börsenstart vollzogen. Ab heute werden je zwei Stamm- und zwei Vorzugsaktien des Handelsriesen an der Börse gehandelt. Ein wichtiger Schritt Metro-Konzerns, den Vorstandschef Olaf Koch mit freudigem Glockenläuten zum Handelsstart an der Frankfurter Börse begrüßte. "Mit der Börsennotierung der neuen Metro starten wir in die Zukunft", sagte Koch. Er hatte den Plan für die Aufspaltung des Handelsriesen entworfen und führt nun den neuen Lebensmittelhändler, der von der alten Metro abgespalten wurde. Nun sollen beide Teile schlagkräftiger und für Investoren attraktiver werden.

Wichtig für Anleger: Aktionäre müssen dabei zunächst nichts unternehmen. Verwirrend ist es trotzdem: Jeder Inhaber der alten Metro-Aktien bekommt im Verhältnis eins zu eins neue Aktien zugeteilt. Das gilt sowohl für die alten Metrostammaktien (WKN 725750 / ISIN DE0007257503), als auch die bisherigen Vorzugsaktien (WKN 725753 / ISIN DE0007257537). Für sie gibt es die gleiche Anzahl neuer Aktien dazu (Stämme neu: WKN BFB001 / ISIN DE000BFB0019; Vorzüge neu: WKN BFB002 / ISIN DE000BFB0027).

Noch verwirrender wird es, wenn sich Aktionäre erst einmal klarmachen, was genau sie da im Depot haben.

Unter dem altbekannten Börsentitel Metro mit gleicher Wertpapierkennnummer ist nicht etwa das klassische Handelsgeschäft mit Metro-Lebensmittelgroßhandel (Cash & Carry) und den Real-Supermärkten versammelt, sondern jener Teil, der die Elektronhandelsketten Media Markt und Saturn, sowie Online-Anbieter wie Redcoon, Juke! und ein paar weitere Tochtergesellschaften umfasst.

Warum die Metro sich aufspaltet

Aber halt: Beim Namen Metro bleibt es nicht, dieser Teil des Unternehmens bekommt in Kürze den Namen Ceconomy. Kommt es nach den üblichen bürokratischen Verfahren zur Umbenennung, wird diese Aktie ebenfalls den Namen Ceconomy tragen. Bis dahin bleibt es bei der Börsenbezeichnung Metro AG. Am Börsenkürzel sind die verschiedenen Unternehmensteile hingegen jetzt schon besser unterscheidbar: B4B (Business for Business) steht für den Großhandel, CEC für Ceconomy.

Das klassische Geschäft mit den Lebensmittel- und Großhandelsmärkten bekommt also neue Aktien, mit neuen Wertpapierkennnummern und firmiert unter dem Namen Metro Wholesale & Food Specialist. Die neuen Stamm- und Vorzugsaktien sind also jene, die das Metro-Kerngeschäft beinhalten.

Zwar erfolgt die Zuteilung alter zu neuer Aktien im Verhältnis eins zu eins, die Bewertung liegt aber am ersten Handelstag im Verhältnis eins zu zwei. Somit entfällt ein Drittel der bisherigen Börsenbewertung auf Metro AG beziehungsweise Ceconomy, zwei Drittel auf Metro Wholesale & Food. In der Summe haben Altaktionäre die verschiedenen Aktien im gleichen Gesamtwert im Depot. Und am ersten Handelstag sieht es zunächst nicht so aus, als würde sich die Bewertung beider Konzernteile von der bisherigen des Gesamtkonzerns unterscheiden.

Das Metro-Reich wird geteilt
Die doppelte MetroDer Handelskonzern Metro spaltet sich in zwei Teile – einen Händler für Unterhaltungselektronik unter dem neuen Namen Ceconomy mit 22 Milliarden Euro Umsatz und den Bereich Großhandel und Lebensmittel mit einem Umsatz von 37 Milliarden Euro, der weiter unter dem Namen Metro auftritt. Beide neuen Unternehmen werden an der Börse notiert. Quelle: dpa
Koch bleibt an der Spitze Quelle: dpa
Anleger erhalten neue Aktien Quelle: dpa
Großhandel und Lebensmittel Quelle: dpa
Fokus auf den Lieferdienst Quelle: dpa
Real-Märkte Quelle: dpa
Peter Haas führt Ceconomy Quelle: dpa

Dabei hoffen beide Unternehmen auf einen höheren Börsenwert. Generell haben es Mischkonzerne wie die bisherige Metro es bei der Börsenbewertung schwerer, als klar fokussierte Geschäftsmodelle. Oft steigen die Einzelteile von Mischkonzernen deshalb nach einer Aufspaltung im Kurs und sind in Summe mehr wert als das große Ganze.

Doch: Die Metro-Aufspaltung brachte Anlegern kurz nach Handelsbeginn nur einen kleinen Gewinn ein. Die Kurse der Stammaktien der beiden neuen Unternehmen summierten sich am Morgen auf 29,245 Euro - ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem letzten Xetra-Kurs der alten Metro-Aktie vom Vorabend. Das Lebensmittelgeschäft unter dem Börsenkürzel B4B kostete nach dem Börsenstart am Mittag 19,00 Euro je Anteil, der Elektronikhandel mit dem Kürzel CEC wurde zu 9,87 Euro gehandelt.

Die deutschen Einzelhandelsriesen

Wirbel im MDax

Auch im Aktienindex MDax, der normalerweise 50 Aktien mittelgroßer und großer Unternehmen unterhalb des Leitindex Dax umfasst, sorgt der Metro-Börsengang für Wirbel. Wie bei Abspaltungen üblich zählte der MDax am Donnerstag - und nur für diesen Tag - 51 Mitglieder. Am Freitag scheidet dann Metro Wholesale & Food - und damit die höher bewertete Lebensmittelhandelssparte aus dem Index aus, die Ceconomy hingegen darf zumindest bis zum nächsten Überprüfungstermin zur Indexzusammensetzung bleiben - die alte Wertpapierkennnummer macht es möglich. Die Arbeitsgruppe zur Indexzusammensetzung tagt traditionell im Spätsommer, am 5. September will die Börse Änderungen in der Indexzusammensetzung bekannt geben.

Feier bei Metro, Frust bei Daimler

Beobachter sind aber optimistisch, dass sich auch Metro Wholesale & Food aufgrund des hohen Unternehmenswertes für den MDax qualifizieren wird. Je nach Schätzung sollen die handelbaren Aktien 2,8 bis 3,4 Milliarden Euro wert sein. Zehn Prozent der neuen Aktien verbleiben bei Ceconomy, deren Börsenwert so aufgebessert wird.

Anleger dürfen darauf gespannt sein, wie sich der Aktienkurs von Metro Wholesale & Foods am Freitag entwickelt. Vor allem börsengehandelte Indexfonds, kurz ETF, dürften Druck auf den Kurs ausüben. Da sie unter anderem auch den MDax spiegelbildlich im Depot haben, müssen sie sich beim Ausscheiden der Lebensmittelsparte aus dem MDax von den Aktien trennen. Und da ETF mitunter enorme Volumina erreichen, dürfte der Aktienkurs sinken.

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