WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Mytheresa Deutscher Luxusmode-Händler konkretisiert Pläne für Börsengang in den USA

Der Börsengang vn Mytheresa an der Wall Street rückt näher. Das IPO-Volumen könnte bis zu 150 Millionen Dollar betragen, zeigen die jüngsten Dokumente.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Mytheresa bietet Luxusmode von mehr als 250 Designern an. Die Wurzeln des Unternehmens liegen in Deutschland. Quelle: Reuters

Der Börsengang des Münchner Online-Luxusmodehändlers Mytheresa an der Wall Street nimmt konkrete Formen an. Das Unternehmen reichte am Montag die Dokumente für eine Emission an der New Yorker Börse ein, wie aus dem Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Das Volumen des Börsengangs der niederländischen Muttergesellschaft MYT Netherlands wird darin auf bis zu 150 Millionen Dollar beziffert. Die Erstnotiz könnte damit bereits im ersten Quartal über die Bühne gehen. Das 2006 gegründete Unternehmen, das Luxusmode von mehr als 250 Designern wie Gucci, Yves Saint Laurent, Prada, Burberry und Valentino verkauft, profitiert vom Boom des Online-Handels in der Corona-Pandemie. „Mytheresa ist erst am Beginn seiner Reise“, schrieb Vorstandschef Michael Kliger an die künftigen Aktionäre.

Organisiert wird die Emission von den US-Investmentbanken Morgan Stanley und JPMorgan, mit von der Partie sind auch Credit Suisse, UBS, Jefferies und Cowen, wie aus dem Entwurf des Börsenprospekts hervorgeht.

Mit dem Geld aus dem Verkauf von US-Hinterlegungsscheinen (ADS) will Mytheresa unter anderem einen Gesellschafterkredit tilgen, den Investoren wie CPPIB und Ares nach der Insolvenz des ehemaligen Mutterkonzerns Neiman Marcus im Mai gegeben hatten. Mytheresa gehörte seit 2014 zu dem US-Einzelhandelsriesen. Nach dessen Pleite versuchten die Gläubiger das Münchner Unternehmen aus dem Insolvenz-Strudel erfolgreich herauszuhalten. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte den Firmenwert von Mytheresa zuletzt auf 1,0 bis 1,5 Milliarden Dollar veranschlagt.

Die Wurzeln der Firma liegen in der Münchner Innenstadt, wo die Modehändler Susanne und Christoph Botschen 1987 unter dem Namen „Theresa“ einen Laden eröffneten, 2006 starteten sie den Online-Shop „MyTheresa.com“.

Mytheresa zählt mehr als eine halbe Million Kunden und arbeitet profitabel: Im Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende Juni) stieg der Umsatz um 19 Prozent auf 450 Millionen Euro, der Nettogewinn wuchs auf 6,4 (Vorjahr: 1,7) Millionen Euro. Im ersten Quartal 2020/21 erwirtschaftete das Unternehmen bei einem Umsatzsprung um mehr als ein Viertel einen Gewinn von 9,6 Millionen Euro.

Der britische Mytheresa-Konkurrent Farfetch ist an der New Yorker Börse bereits gelistet. Kürzlich investierten der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont und Alibaba mehr als eine Milliarde Dollar in das Unternehmen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%