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Nachfolger des Neuen Markts Gerade die Fintechs enttäuschen

Einige im Börsensegment Scale notierte Unternehmen sind fragwürdig. Trotzdem dürfen sie um Anleger werben. Quelle: dpa

Mit dem Segment Scale wollte die Börse junge Unternehmen locken. Doch gerade scheinbar innovative Neugründungen kosteten Anleger Geld. Gut liefen hingegen vor allem etablierte Geschäftsmodelle. Eine Zwischenbilanz.

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Das Projekt war gewagt. 2017, genau 20 Jahre, nachdem in Deutschland das Börsensegment „Neuer Markt“ ins Leben gerufen wurde, startete die Börse mit Scale einen zweiten Anlauf, um auch kleineren Unternehmen den Gang an die Börse zu erleichtern. „Es ist unsere Pflicht, die Rahmenbedingungen zu setzen, damit Unternehmen ihre Wachstumsziele erreichen“, kündigte Ex-Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter zum Start des neuen Segments an. Ziel sei es, ein funktionierendes Öko-System für Wachstum zu etablieren, das auch mehr Börsengänge hervorbringt.

Damit sich die Exzesse des Neuen Markts, der durch zahlreiche Betrugsfälle und Pleiten in Verruf geriet, hat die Börse eine Reihe von Regeln aufgestellt, die Scale-Emittenten erfüllen müssen. Was sie in der Praxis wert sind, lesen Sie hier.

Doch mit dem Plan, mehr Jungunternehmen an die Börse zu holen, ist es bisher nichts geworden. Nur zwei Börsengänge gab es vergangenes Jahr in Scale, seit über einem Jahr überhaupt keinen mehr. Die Börse sieht Scale dennoch als Erfolg und verweist auf die Kursentwicklung der in Scale notierten Aktien. Um fünf Prozent legte der Scale-All-Share-Index seit dem Start des Segments im März 2017 zu. Das ist ordentlich; zumal der Dax im selben Zeitraum rund ein Zehntel verlor – jeweils ohne Dividenden gerechnet.

Unter der Oberfläche aber gibt es deutliche Unterschiede in der Entwicklung. So haben in Scale gerade die Neulinge, die sich mit besonders innovativer Technologie schmückten, bitter enttäuscht. Das 2015 gegründete Hamburger Fintech Naga Group etwa war eines der ersten Unternehmen, die in Scale an die Börse gingen. Naga betreibt eine Plattform für den Handel von Kryptowährungen und Wertpapieren. Die Hamburger wollten das Prinzip der Dating-App Tinder aufs Investieren übertragen. Doch nach anfänglicher Euphorie ist die Aktie abgestürzt. Vom einstigen Höchstkurs sind rund 95 Prozent verloren. Gegenüber dem Emissionspreis von 2,60 Euro je Aktie beträgt das Minus immerhin noch gut 60 Prozent.

Besser lief es für Scale-Aktien, die mit etablierten Geschäftsmodellen an den Start gingen. Die fünf Unternehmen, die Anlegern in Scale bisher die größten Kursgewinne bescherten, bestehen alle seit mindestens einem Jahrzehnt. Die Chartgalerie zeigt, welche Werte am meisten Rendite brachten – und wo Anleger Geld verloren.

Die 5 Tops und Flops des Einstiegssegments

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