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Online-Banking Neue Vergleichsseite für Girokonten kommt nicht voran

Verbraucher sollen vor Eröffnung eines Girokontos die Kosten bequem vergleichen können. Doch beim Aufbau eines objektiven Vergleichsportal hakt es.

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Viele Banken erhöhen die Gebühren für Girokonten – ein Bankwechsel kann sich daher lohnen. Quelle: dpa

Die Hoffnung von Bankkunden auf schnellen Durchblick im Gebührendschungel bei Girokonten hat sich bislang nicht erfüllt. „Ein Jahr nach Inkrafttreten der Vorschriften gibt es die kostenlose und objektive Vergleichswebsite immer noch nicht. Ich sehe hier das Bundesfinanzministerium in der Verantwortung“, sagte die Leiterin des Finanzmarktteams des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Dorothea Mohn, der Deutschen Presse-Agentur. In Deutschland liegen etwa 890 Milliarden Euro auf Girokonten.

Die Vorschriften zur Umsetzung einer EU-Richtlinie zur Kontentransparenz waren am 31. Oktober 2018 in Kraft getreten. „Die Richtlinie hätte auch eine öffentlich-rechtliche Vergleichsseite zugelassen. Die Politik hat sich jedoch für die private Variante entschieden“, erläuterte Mohn.

Das Bundesfinanzministerium erklärte auf Anfrage, die Bundesregierung habe rechtzeitig die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen. Es sei ihr ein wichtiges Anliegen, „dass zeitnah eine zertifizierte Vergleichswebseite in Deutschland angeboten wird.“

Das komplizierte Zulassungsverfahren ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Nach wie vor gibt es keine Prüforganisation, die das Verfahren bei der Deutschen Akkreditierungsstelle abschließend durchlaufen hat. Erst nach erfolgreicher Akkreditierung können Prüfer Anbieter von Vergleichswebseiten unter die Lupe nehmen und zertifizieren. Aktuell befindet sich der TÜV Saarland nach eigenen Angaben in dem Verfahren.

Gerade in der Zinsflaute drehen viele Kreditinstitute an der Gebührenschraube. Lange verdienten die Finanzhäuser gut daran, dass sie mehr Zinsen für Kredite kassierten, als sie Sparern zahlten. Doch die Differenz aus beidem, der Zinsüberschuss, schrumpft in Zeiten der Niedrigzinsen. Hatten Banken und einige Sparkassen Gratiskonten früher gezielt zur Kundenwerbung eingesetzt, zwingen auch höhere Kosten und teure Filialen die Geldhäuser zum Umdenken.

Nach einer jüngst veröffentlichten Auswertung der Zeitschrift „Finanztest“ sind noch 22 von rund 290 Kontomodellen gratis, die die Tester bei 122 Geldhäusern unter die Lupe nahmen. Vorausgesetzt: Kunden führen dieses Konto online und nutzen es als Gehalts- oder Rentenkonto. Bei den Gratiskonten gibt es demnach keinen monatlichen Grundpreis, alle Onlinebuchungen sind inklusive, die Girocard ist kostenlos.

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