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Registrierte Aktien Wie Namensaktien Eigentum schützen

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Wann muss ein Unternehmen eingreifen?

Wovon Anleger besser die Finger lassen sollten
Egal mit welchem Geschäftsmodell, die heutige 118000 AG, vormals varetis, vorvormals GoYellow, scheint zum Scheitern verurteilt. Zwischendurch war das Unternehmen sogar profitabel - doch das hatte sich recht schnell auch wieder geändert. Seit vergangenem Oktober bleibt nur der von Daniela Katzenberger beworbene Verbindungsdienst, sowie Telefonsparprogramme. Ob allein das reicht, um als Unternehmen fortzubestehen, ist fraglich. Kursentwicklung (1 Jahr): - 80,7 ProzentDie Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) listet seit 2001 in ihrem „Schwarzbuch Börse“ jährlich börsennotierte Gesellschaften auf, die Anleger meiden sollten. Die Angaben beziehen sich auf die aktuelle Ausgabe. Dabei bewerten die Aktionärsschützer nicht allein die Kursentwicklung, sondern auch die Transparenz des Unternehmens gegenüber Anlegern und die Qualität des Managements. Quelle: PR
Q-Cells steckt mitten im Überlebenskampf: Der hochverschuldete Solarkonzern kann eine Ende Februar fällige Anleihe über rund 200 Millionen Euro nicht bedienen. Eine Einigung über Teilrückzahlungen wurde bislang nicht erzielt. Sollte das nicht gelingen, könnten zwei weitere Anleihen über insgesamt 375 Millionen Euro fällig gestellt werden. Die Gefahr einer Insolvenz sei hoch einzustufen, sagen Experten. Kursentwicklung (1 Jahr): - 88,5 Prozent Quelle: dpa
Seit Jahren schon laufen die Geschäfte der Baumarktkette Praktiker nicht mehr vernünftig. Die Aktie ist beinahe schon auf Pennystock-Niveau. Der neue Vorstandschef Thomas Fox plant trotzdem, die Billigstrategie des Unternehmens fortzuführen. Um die Umbaukosten zu schultern fordert er unter anderem von den Inhabern der Unternehmensanleihe einen Beitrag. Keine Überraschung, dass das am Kapitalmarkt nicht gut ankommt. Kursentwicklung (1 Jahr): - 66,8 Prozent Quelle: dpa
Der Pflegeheimbetreiber litt lange unter dem Ruf seines Firmengründer Ulrich Marseille. Heute leidet die Marseille-Kliniken AG unter dem neuen und schon bei Karstadt erfolglosen Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff. Ein Problem sind vor allem die Kredite an das Ehepaar Marseille. Denn das Geld könnte das Unternehmen angesichts seiner hohen Verschuldung gut selber gebrauchen, so die SdK. Kursentwicklung (1 Jahr): + 16,7 Prozent Quelle: PR
Der Kosmetikkonzern Marbert hat schon lange mit verschiedenen Schwierigkeiten zu kämpfen. 2008 sollte es ein Abfindungsangebot für die Aktionäre geben. Das ging dann doch nicht - angeblich wegen zu knappen finanziellen Mitteln. Das war der Grund für den ersten Eintrag im „Schwarzbuch Börse“. Neue Hoffnungen wurden zwischenzeitlich immer wieder enttäuscht. Zuletzt weil ein neuer Investor sich doch wieder zurückzog. Im Mai 2011 blieb nach allem Hin und Her dann doch nur die Insolvenz. Kursentwicklung (1 Jahr): - 88,5 Prozent Quelle: dpa
Der Werkzeughandel der Brüder Mannesmann läuft lange nicht mehr wirklich gut. Doch Vorstand Jürgen Schafstein scheint dennoch zufrieden. Etwas realitätsfern wirken auch die Vorstandspläne zur Rückzahlung des Mezzanine-Darlehens. Zudem lassen sich die Vorstandsbrüder ihre Arbeit enorm üppig vergüten - Erfolg hin oder her. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bemängelt außerdem die unerträgliche Arroganz des Vorstandes gegenüber seinen Aktionären. Kursentwicklung (1 Jahr): - 2 Prozent Quelle: dpa
Mit einer speziellen Beschichtungstechnologie wollte die Ropal AG groß rauskommen. Was am Anfang noch erfolgversprechend gewesen sein mag, stellte sich als völlig unrealistisch heraus. Die Verluste waren immens. Eine Lizenzvereinbarung mit Impreglon soll nun alles in Ordnung bringen. Über die Konditionen wollte man allerdings lieber nichts sagen. Quelle: dpa

Das Gleiche gilt für Aktien der Deutschen Lufthansa. Seit 1997 gelten für sie das Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz und eine EU-Richtlinie, die vorschreiben, dass die Aktien mehrheitlich in deutschen Händen sein müssen. Wären sie das nicht mehr, würde die Airline zum Beispiel bestimmte Start und Landerechte verlieren. Gerät die deutsche Mehrheit in Gefahr, müsste der Vorstand eingreifen, um den Anteil ausländischer Aktionäre zu reduzieren. Mit aktuell 68,6 Prozent der 352 000 Aktionäre ist die Quote aber weit von der 50-Prozent-Schwelle entfernt.

Jüngster Namensaktien-Zugang im Dax war der K+S-Konzern. Im Mai 2011 stimmten die Aktionäre in der Hauptversammlung für die Umstellung, im August ging das Papier mit einer neuen Identifikationsnummer (ISIN) in den Börsenhandel. Vorstände können jetzt täglich erkennen, ob es bei den Aktionären große Veränderungen gegeben hat. Im Vorfeld wichtiger Abstimmungen bei Hauptversammlungen kümmern sie sich dann gezielt um diejenigen, deren Stimmen sie benötigen.

Näher ran an die Investoren

„Bei Inhaberaktien fehlt den Unternehmen dieser einfache Zugang zu Anlegern“, sagt Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment. Er hat jetzt häufig deutsche Aktiengesellschaften am Telefon, die sich danach erkundigen, wie er zu kritischen Tagesordnungspunkten stehe.

Ganz verborgen bleiben allerdings auch Aktionäre bei Inhaberaktien den Unternehmen nicht. Hält ein Anleger mehr als drei Prozent der Stimmrechte einer AG, so muss er seinen Anteil an Aktien und Optionen veröffentlichen. Zudem beauftragen manche AGs mit anonymen Inhaberaktien spezielle Dienstleister, die Berichte von Investmentfonds zweimal jährlich nach deren Aktienbeständen durchforsten. Weil die Fonds-Jahres- und -Halbjahresberichte aber erst Monate nach den Stichtagen veröffentlich werden, sind die Angaben nicht mehr aktuell, wenn der Vorstand sie auf den Tisch bekommt.

TecDax-Unternehmen:

Namensaktien: Hier können Sie sich ins Aktionärsbuch eintragen lassen

(TecDax-Unternehmen, die Namensaktien ausgegeben haben. Für aktuelle Kursinformationen bitte auf den Namen den Aktie klicken)

AktieISINStreubesitz (1)

Aixtron

DE000A0WMPJ689,6

BB Biotech

CH0038389992100,0

Dialog Semic.

GB005982200687,6

Freenet

DE000A0Z2ZZ566,8

PSI

DE000A0Z1JH972,3

Qiagen

NL000024000096,6

QSC

DE000513700461,1

Suess Microtec

DE000A1K0235100,0

United Internet

DE000508903149,5

Xing

DE000XNG888869,1
(1) in Prozent der ausstehenden Aktien; Quelle: Bloomberg

Stabile Ankeraktionäre

Aktiengesellschaften, deren Papiere zu einem großen Teil in festen Händen sind, sparen sich den Aufwand für die Umstellung auf ein Namensregister. Für BMW genügen zwei Anrufe in Bad Homburg bei Johanna und Stefan Quandt, um wichtige Fragen zu klären, beide zusammen halten rund 35 Prozent der Aktien. Grundsätzlich schließe BMW eine Umstellung auf Namensaktien nicht aus, man arbeite aber auch nicht dran, heißt es aus München.

Ähnliches gilt für Fresenius (Else Kröner-Fresenius-Stiftung), Metro (Haniel, Familie Schmidt-Ruthenbeck) oder Beiersdorf (Hansestadt Hamburg, Familien Herz und Claussen). Vielfach begründen sie den Verzicht auf ein Namensregister mit den Kosten. „Die Kosten trägt das Unternehmen und damit auch alle Aktionäre, die ihre Aktien gar nicht handeln“, heißt es beispielsweise bei VW. Adeus-Geschäftsführer Schmidt allerdings sieht dennoch Potenzial für weitere Umstellungen: „Viele MDax-, SDax- und TecDax-Gesellschaften wollen mehr Transparenz über ihren Aktionärskreis erlangen.“

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