Umfrage Bitcoin im Geschäftsleben unerwünscht

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Bitcoin: Wenige Unternehmen haben Vertrauen in Kryptowährungen Quelle: AP

Nur die wenigsten Unternehmer können sich vorstellen, Kryptowährungen in absehbarer Zeit im Zahlungsverkehr zu akzeptieren.

Was für eine Achterbahnfahrt: Noch im Dezember war der Kurs der Digitalwährung Bitcoin auf 20.000 Dollar pro Stück in die Höhe geschossen. Doch dann verloren das Kryptogeld und andere digitale Kunstwährungen dramatisch an Wert: Mitte Januar rutschte der Bitcoin-Kurs auf unter 10.000 Dollar ab. Und jetzt? Da notiert der Bitcoin bereits wieder bei über 11.000 Dollar.

Die extreme Volatilität macht Cyberwährungen nicht nur für Anleger zu einer spekulativen Wundertüte, sondern hemmt auch die Implementierung in den Wirtschaftsprozess.

Die große Mehrheit der Deutschen bleibt laut einer repräsentativen Online-Umfrage des Marktforschungsunternehmens Civey für die WirtschaftsWoche sehr skeptisch gegenüber Kryptowährungen. Lediglich 2,5 Prozent nutzen bereits Kryptowährungen zum Bezahlen, 10,6 Prozent können sich das Bezahlen mit Bitcoin und Co. zumindest für die Zukunft vorstellen. Auf der anderen Seite lehnen 55,1 Prozent der mehr als 10.000 Befragten die Nutzung von Kryptowährungen kategorisch ab, weitere 23,3 Prozent möchten sie eher nicht verwenden. „Am stärksten hängt die Akzeptanz von Kryptowährungen mit dem Alter zusammen“, erklärt Civey-Vorstandschef Gerrit Richter. „Während bei Menschen unter 40 Jahren jeder Vierte offen für die Zahlung mit Kryptowährungen ist, ist es bei den über 65-jährigen nur jeder Zwanzigste.“

Noch deutlicher zeigt sich die Ablehnung von Bitcoin und Co. bei Unternehmern. Nur sieben Prozent der Unternehmer können sich vorstellen, innerhalb der nächsten zwei Jahre Kundenzahlungen in Kryptowährungen zu akzeptieren. 80 Prozent winken ab. Das hat eine Umfrage der Wirtschaftsverbände Die Familienunternehmer und Die Jungen Unternehmer exklusiv für die WirtschaftsWoche ergeben. Die knapp 600 befragten Firmenchefs sind zudem skeptisch, ob sich Kryptowährungen überhaupt langfristig am Markt durchsetzen können. Dies glauben nur 19 Prozent. Fast doppelt so viele halten das Cybergeld für eine monetäre Episode. Weitere 46 Prozent der Befragten sind sich unsicher.

„Viele Kryptowährungen und ihre möglichen Anwendungsfälle sind sehr interessant. Die Anwendung muss aber viel -benutzerfreundlicher werden, bevor sich Kryptowährungen auf breiter Front durchsetzen können“, sagt Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Familienunternehmerverbands. Vor allem die starken Kursschwankungen machten die Verwendung im betrieblichen Alltag schwierig. Ganz abschreiben mag der Verbandschef den Bitcoin im Betrieb aber nicht. Die Entwicklung sei „längst nicht abgeschlossen“.

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