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Anleihemarkt Die Welt verschuldet sich – und Deutschland profitiert

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Der Bund profitiert auch von der EZB

Zudem ist der Leitzins im Euro-Raum bei historisch niedrigen 0,05 Prozent – und der Einlagensatz über den sich Banken über Nacht Geld bei der EZB leihen, liegt sogar bei minus 0,3 Prozent. Auch von den niedrigen Zinsen und den EZB-Käufen profitiert Deutschland. Denn die Deutsche Bundesbank erwirbt monatlich im Auftrag der EZB Bundeswertpapiere mit Laufzeit von zwei bis 30 Jahren im Umfang von rund zehn Milliarden Euro. Auch das hält die Renditen für deutsche Anleihen niedrig.

Experten rechnen zwar damit, dass die Renditen der Bundesanleihen im nächsten Jahr steigen werden, vor allem deshalb, weil die US-Notenbank Fed im Dezember die lang erwartete Zinswende eingeleitet den US-Leitzins um ein viertel Prozentpunkt auf ein Band von 0,25 bis 0,5 Prozent erhöht hat. Weitere Schritte dürften folgen und auch die Bund-Renditen mit nach oben ziehen.

Das ist schmerzlich für Anleger, die Bundesbonds halten und Verluste machten dürften, wenn sie die Bonds vor Ablauf der Fälligkeit verkaufen wollen. Doch dramatisch für den Bund ist das nicht. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe dürfte nach Schätzungen der 35 Banken, die das Handelsblatt befragt hat, Ende 2016 im Schnitt bei 0,94 Prozent liegen. Das wären dann immer noch um die 2,8 Prozentpunkte weniger als im Schnitt der vergangen 20 Jahre.

Banken gehen zudem zwar davon aus, dass die Kurse der Bundesanleihen deutlicher fallen werden als die von Anleihen der Euro-Südländer. Aber: Auch Ende 2016 und darüber hinaus sollten die Renditen von Bundesbonds immer noch unter denen von anderen Ländern der Euro-Zone liegen. Das ist günstig für den Bund – und damit für den deutschen Steuerzahler.

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