Spar- und Investitionsunion: Will die Europäische Union Sparer enteignen?
Die Europäische Kommission hat im März ihre Pläne für eine Spar- und Investitionsunion vorgestellt. „Wir werden private Ersparnisse in dringend benötigte Investitionen umwandeln“, erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dazu. Eine Leserin fragt: Heißt das etwa, die Europäische Union will an unsere Ersparnisse?
Ziel der Spar- und Investitionsunion der EU ist es, grenzüberschreitend Hürden beim Investieren abzubauen und so mehr Sparer zu Anlegern zu machen. Unternehmen sollen dadurch Zugang zu frischem Kapital bekommen, die Bürger von potenziell höheren Renditen profitieren. Es geht also nicht darum, Sparer zu enteignen – dazu hätte die EU-Kommission auch gar keine Befugnis.
Von der Leyen will mittels Anreizen mehr Geld in den Kapitalmarkt leiten. Ende 2024 hielten allein die privaten Haushalte in Deutschland insgesamt rund 3,4 Billionen Euro in Form von Bargeld und meist mickrig verzinsten Spareinlagen.
Strenggenommen werden schon jetzt mit dem Geld der Sparer Investitionen getätigt. Geldhäuser bunkern die Einlagen ihrer Kunden schließlich nicht im Tresor, sondern reichen ein Vielfaches dieses Geldes als Kredite an Unternehmen aus.
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