Exotische Geldanlage: Wetten auf ein Wirtschaftswunder in Afrika
Afrika hat das Potenzial zur neuen Boomregion. Unternehmen aus aller Welt entdecken den Kontinent. Im Krisenjahr 2009 wuchs die afrikanische Wirtschaft um einen Prozent, bald könnte sich die Rate auf 5,5 Prozent erhöhen. In den wachstumsstarken Regionen entstehen neue Mittelschichten, die die aussichtsreiche Entwicklung vorantreiben.
wiwo.de stellt die wirtschaftsfreundlichsten afrikanischen Staaten und die größten Rohstoffproduzenten vor, Foto: Getty Images
Foto: Getty ImagesDie Weltbank hat die 46 afrikanischen Staaten südlich der Sahara hinsichtlich ihrer Wirtschaftfreundlichkeit untersucht und dabei die Steuer- und Freihandelsoase Mauritius auf den ersten Platz gewählt. Kaufkraftbereinigt beträgt das jährliche Bruttoinlandsprodukt auf Mauritius pro Kopf 7800 Dollar, Foto: AP
Foto: APDas jährliche Bruttoinlandsprodukt in Südafrika betrug im Jahr 2008 kaufpreisbereinigt 10.000 Dollar. Der diesjährige Ausrichter der Fußball-WM ist reich an Bodenschätzen und verfügt über zahlreiche Industriegebiete. Platz zwei im Weltbank-Ranking, Foto: dpa
Foto: dpaDie Wirtschaft in Botsuana wächst seit Jahrzehnten dank großer Diamantenvorkommen. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im Jahr 2008 kaufkraftbereinigt 12.100 Dollar. Im Weltbank-Ranking landet Botsuana auf dem dritten Rang, Foto: dpa
Foto: dpaIn puncto Wirtschaftsfreundlichkeit rangiert Namibia auf Rang vier. Die Wirtschaft profitiert vor allem vom Bergbau und der engen Verknüpfung mit Südafrika. Pro Kopf betrug das Bruttoinlandsprodukt 2008 kaufpreisbereinigt 6400 Dollar, Foto: AP
Foto: unbekanntDas von Kriegen gebeutelte Ruanda ist vor allem ein armes Agrarland, profitiert aber von einer besonders investorenfreundlichen Regierung. Das reicht im Weltbank-Ranking für den fünften Rang. Beim Bruttoinlandsprodukt kann Ruanda nicht mit den afrikanischen Nachbarn mithalten. So betrug das BIP pro Kopf kaufpreisbereinigt im Jahr 2008 rund 1000 Dollar, Foto: rtr
Foto: rtrIm Vergleich zu Ruanda fällt das BIP mit 1500 Dollar in Sambia etwas höher aus. Sambia, das durch die Privatisierung des Kupferbergbaus einen Boom erlebt, landet im Weltbank-Ranking auf dem sechsten Rang.
Foto: unbekanntGhana verfügt über eine stabile Demokratie und einen relativ hohen Bildungsstand. Im Weltbank-Ranking reicht das allerdings nur für den siebten Rang. Bei BIP liegt Ghana mit 1500 Dollar pro Kopf gleichauf mit Sambia, Foto: dpa
Foto: dpaKenia gilt als ostafrikanisches Handelszentrum - leidet jedoch unter der politischen Instabilität im Land. Mit 1600 Dollar pro Kopf ist das kaufpreisbereinigte BIP leicht höher als bei den besserplatzierten Staaten Sambia und Ghana. Platz acht im Weltbank-Ranking, Foto: AP
Foto: APÄthiopien ist schwach an Bodenschätzen und gilt als armes Agrarland. Das wirtschaftliche Reformprogramm könnte allerdings schon bald Aufschwung bedeuten. Im Weltbank-Ranking rangiert Äthiopien auf dem neunten Rang. Das kaufpreisbereinigte BIP betrug im Jahr 2008 900 Dollar, Foto: AP
Foto: APNigeria verfügt über ein höheres Potenzial als der 13. Rang im Weltbank-Ranking wiedergibt. Schließlich ist Nigeria weltweit der Erdölproduzent Nummer 13. Das Land wird aber durch ethnische Konflikte und Korruption in der Entwicklung gehemmt. Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2008 kaufpreisbereinigt 2400 Dollar, Foto: rtr
Foto: rtrIn Angola macht Erdöl 80 Prozent des Bruttosozialprodukts aus - alles andere leidet an der ausgeprägten Korruption im Land. Somit erreicht Angola im Weltbank-Ranking nur den 33. Platz. Das kaufpreisbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2008 liegt mit 8000 Dollar jedoch höher als in vielen anderen afrikanischen Ländern, Foto: rtr
Foto: rtrDie großen Industrienationen kämpfen mit Verschuldung, schwächelnder Konjunktur und mauen Wachstumsraten, gleichzeitig sind die Zinsen im Keller. Für Anleger eine schwierige Kombination, denn eine gute Investment-Story ist hier selten geworden, lukrative Investments sind nur schwer auszumachen. Auch Schwellenländer wie China oder Brasilien dürften schon einen großen Teil ihrer Erfolgsstory hinter sich haben. Wo sind sie also, die Märkte der Zukunft?
Wer außerhalb der großen Volkswirtschaften investieren will, um sein Geld unempfindlich gegen die mächtigen Trends aus Amerika, Europa und Fernost zu machen, und zugleich in einen der am schnellsten wachsenden Märkte der Welt investieren will, kann auf Afrika setzen. Auf dem schwarzen Kontinent entwickelt sich seit ein paar Jahren die Basis für eine Erfolgsstory, wie sie etwa in Brasilien bereits in vollem Gange ist. Wer jetzt einen Teil seiner Geldanlagen in afrikanische Märkte steckt, dürfte von den rasantesten Wachstumsjahren profitieren – muss allerdings aufgrund der mancherorts noch instabilen politischen Verhältnisse auch mit starken Schwankungen und herben Rückschlagen rechnen.
Mark Mobius, Chef der Schwellenländer-Fonds beim Fondsanbieter Franklin Templeton, erwartet auf Sicht der kommenden 20 Jahre hohe jährliche Wachstumsraten in afrikanischen Ländern. „Sechs von zehn der wachstumsstärksten Märkte der vergangenen zehn Jahre finden wir in Afrika“, sagt Börsenguru Mobius, der sich mit seinem Riecher für starke asiatische Märkte Kultstatus erworben hat. Für ihn zählen zu den wichtigsten Faktoren, die eine Aufholjagd Afrikas wahrscheinlich machen, vor allem die deutlich verbesserte Wirtschaftspolitik gepaart mit der steigenden Nachfrage aus Industrie- und Schwellenländern nach den Rohstoffen des Kontinents. Auch die Experten der Großbank HSBC gehen davon aus, dass bis 2017 sieben afrikanische Staaten zu den zehn wachstumsstärksten Volkswirtschaften in der Welt gehören. Interessant ist ein Afrika-Investment deshalb vor allem für Anleger, die einen Anlagehorizont von fünf Jahren und mehr haben.
Exportorientierte Wirtschaft
Der zweitgrößte Erdteil nach Fläche und Bewohnerzahl ist nach wie vor geprägt von Landwirtschaft und seinem Reichtum an Bodenschätzen. Dementsprechend exportorientiert ist die Wirtschaft. Afrika ist einer der wichtigsten Rohstofflieferanten weltweit, nicht zuletzt für die riesige und wachstumsstarke chinesische Volkswirtschaft.
Rang 10: Deutschland
Stehen 2014 mit Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland noch vier europäische Länder unter denen, mit dem höchsten BIP nach Kaufkraftparität, ist es 2050 nur noch ein einziges: Deutschland.
Aktuell ist Deutschland mit einem BIP von 3,621 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität das fünfstärkste Land der Welt. 2050 wartet nur noch Rang neun, obwohl Deutschland bis dahin 6,338 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität erwirtschaftet. Andere Länder wachsen um einiges schneller.
Laut PWC könnte Deutschland 2050 allerdings besser dastehen, als bisher geschätzt, da Spielraum für Infrastrukturinvestitionen bestehe, die die deutsche Ökonomie nach vorne bringen könnten. Das größte Problem für Deutschland: 2050 wird das durchschnittliche Bevölkerungswachstum im Vergleich zu 2014 jährlich um 0,4 Prozent sinken. Das langfristige Wirtschaftswachstum Deutschlands dürfte bis 2050 im Schnitt pro Jahr 1,6 Prozent betragen.
Quelle: PWC
Foto: dpaRang 9: Nigeria
Aktuell liegt der westafrikanische Staat noch auf Rang 20 – 1,058 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität erwirtschaftet er 2014. Nigeria ist neben dem Vietnam das Land, das zwischen 2014 und 2050 am stärksten wachsen wird – laut PWC könnten sie Wirtschaftswachstumsraten von durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr in diesem Zeitraum erreichen. Trifft das zu, dürfte Nigeria 2050 als erstes afrikanisches Land eine stärkere Wirtschaftsleistung erbringen als Deutschland. 7,345 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität dürfte Nigeria 2050 erwirtschaften.
Ein wichtiger Faktor dabei sind die Rohstoffreserven Nigerias. Diese könnten allerdings auch zum Problem werden. Wenn etwa wie aktuell die Ölpreise fallen, leidet Nigerias Wirtschaft darunter.
Nigerias größtes Potenzial liegt in seiner jungen Bevölkerung und dem stark zunehmenden Teil der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter.
Rang 8: Russland
2014 erwirtschaftet Russland 3,559 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität – und liegt damit knapp hinter Deutschland. Bis 2050 wird sich das ändern. Mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent pro Jahr, zieht Russland schon 2030 an Deutschland vorbei.
Wie auch Nigeria profitiert Russland von seinen Bodenschätzen. Die Fokussierung auf Rohstoffe könnte das Wachstum allerdings hemmen – wenn dadurch andere Wirtschaftszweige vernachlässigt werden. Auch die ansteigenden Spannungen zwischen Russland und den USA könnten die positiven Aussichten vergessen machen.
Rang 7: Japan
Gegenwärtig ist Japan das vierstärkste Land der Welt – gemessen in US-Dollar nach Kaufkraftparität erwirtschaftet Japan 4,788 Milliarden im Jahr 2014. Bis 2050 werden allerdings einige Schwellenländer an Japan vorbeiziehen. 7,914 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität wird Japan zu diesem Zeitpunkt noch umsetzen.
Wie auch Deutschland hat Japan vor allem mit seiner demographischen Entwicklung zu kämpfen. Das durchschnittliche Bevölkerungswachstum wird pro Jahr um 0,5 Prozent abnehmen, schätzen die Forscher.
Rang 6: Mexiko
2014 erwirtschaftet Mexiko 2,143 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität und ist damit die elftstärkste Wirtschaftsnation der Welt. Bis 2050 wird sich die Leistung fast vervierfachen – 8,014 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität wird Mexiko bis dahin einfahren.
Profitieren kann Mexiko vor allem davon, dass es nah am US-Markt liegt. Daher ziehen viele große Konzerne, die die USA beliefern wollen, Fabriken in Mexiko auf. Ein weiterer Vorteil: Dort sind die Arbeitskräfte noch weitaus günstiger als in den USA. Mit einem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum von 0,6 Prozent im Jahr wird Mexiko die Zahl seiner Arbeitskräfte bis 2050 zudem deutlich steigern können.
Foto: dapdRang 5: Brasilien
Auch Brasilien wird aus Sicht der Forscher weiter aufsteigen. Aktuell liegt es mit einer Wirtschaftsleistung von 3,073 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität noch auf Rang sieben – hinter Russland und Deutschland. Bis 2050 wird das Land seine wirtschaftliche Leistung mehr als verdreifachen können und Deutschland und Russland hinter sich lassen.
Das setzt allerdings voraus, dass Brasilien die Marktturbulenzen, die es seit Mitte 2013 heimsuchen, in den Griff kriegt. Zudem ist es wichtig, dass das Land seine Investitionsrate steigern kann.
Foto: APRang 4: Indonesien
Indonesien rangiert aktuell knapp hinter Frankreich auf Rang neun. Bis 2050 wird der weltgrößte Inselstaat seine Wirtschaftsleistung fast verfünffachen und 12,210 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität erwirtschaften. Damit stößt Indonesien auf Rang vier vor.
Nach Ansicht der Forscher wird es einen Teil seines Wachstums dadurch generieren, dass China seine Billig-Produktionsstätten bis dahin auslagern wird – unter anderem nach Indonesien. Ein Vorteil liegt auch in der zunehmenden Bevölkerung. Um 0,7 Prozent wächst sie im Schnitt pro Jahr. Von der Top drei ist Indonesien allerdings auch dann noch weit entfernt. Die USA werden 2050 240 Prozent mehr erwirtschaften als Indonesien.
Foto: APRang 3: USA
Aktuell belegen die USA noch den zweiten Platz – knapp hinter China. Sie erwirtschaften 17,416 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität. Die USA werden 2050 immer noch einen der wichtigsten Märkte der Welt besitzen. Deswegen wird das Einkommensniveau auch weiterhin eines der höchsten weltweit bleiben.
Dazu gilt: Obwohl der US-Markt nur noch ein geringes Wachstum verzeichnen wird, werden die politische und institutionelle Stärke sowie das geringe Risiko für Investoren weiter Geschäftsleute aus aller Welt anziehen.
Bis 2050 dürften die USA 41,384 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität erwirtschaften.
Foto: APRang 2: Indien
2014 erwirtschaftet Indien nicht einmal halb so viel wie die USA – bis 2050 wird das bis dahin wohl bevölkerungsreichste Land der Welt an den Amerikanern vorbeigezogen sein. Mit einer Wirtschaftsleistung von 42,205 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität.
Die Ursache für den Sprung nach vorne ist Indiens gigantische Bevölkerung, die mit einer durchschnittlichen Bevölkerungswachstumsrate von 0,7 Prozent pro Jahr von 2014 bis 2050 weiter stark zunehmen wird.
Gemessen am Pro-Kopf-Einkommen dürfte Indien allerdings auch dann noch weit hinter den westlichen Staaten zurückliegen.
Foto: dapdRang 1: China
China hat bereits 2014 die USA als wirtschaftsstärkste Nation der Welt abgelöst. Bis 2050 wird sich der Abstand noch vergrößern. Ganze 61,079 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität wird China bis dahin erwirtschaften und damit rund 50 Prozent mehr als die USA.
China wird seine Produktivität weiter ausbauen können und von seiner riesigen Bevölkerung profitieren. Allerdings könnten die Konflikte im Mittleren Osten und die Spannungen mit Japan die langfristigen Wachstumsmöglichkeiten durchaus einschränken. Sollten diese Konflikte gelöst werden, gehen die Forscher davon aus, dass Chinas Wirtschaftsleistung bis 2050 jährlich um 3,4 Prozent zulegt.
Die Investmentbank Morgan Stanley hat in einer Analyse jüngst festgestellt, dass die Nachfrage aus China für die Erzminen und Stahlhersteller Südafrikas lebensnotwendig ist. So verkaufte etwa der südafrikanische Eisenerzförderer Kumba im ersten Halbjahr 2012 rund 70 Prozent seiner gesamten Exporte nach China – Tendenz steigend. Der Kohleförderer RBCT schickt ein Fünftel seiner Produktion in Richtung China. Die Morgan-Stanley-Experten gehen davon aus, dass sich die chinesische Nachfrage kurzfristig zugunsten der Rohstoffförderer in Südafrika auswirkt. Langfristig bleibt jedoch ein Fragezeichen, nicht zuletzt wegen der unsicheren Prognosen zu Chinas Wachstum.
Aber es sind vor allem andere Faktoren, die die Aussichten auf ein Wirtschaftswunder in einigen afrikanischen Ländern immer konkreter werden lassen. „Afrikas Märkte kopieren erfolgreiche Konzepte aus etablierten Schwellenländern und versuchen, die Fehler der anderen zu vermeiden“, sagt Investment-Profi Mobius. Weil sich auch die Bedingungen für Investoren in Sachen Kommunikation, Transparenz und Unternehmensführung in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert hätten, haben die Risiken für Anleger abgenommen. „Wenn größere Schwellenmärkte vermehrt in Afrika investieren, fließt viel Kapital in Infrastrukturprojekt wie Straßen, Brücken, Schulen und Krankenhäuser“, so der Fondsmanager.
Hohe Wachstumsraten
Tatsächlich tragen neue erschlossene Rohstoffvorkommen dazu bei, dass sich die Verhältnisse in weiten Teilen Afrikas sukzessive verbessern. Länder wie Angola oder Mosambik weisen hohe Wachstumsraten auf – dank der erhöhten Nachfrage nach Rohstoffen. Von den neuen Einnahmequellen profitiert der gesamte Kontinent. Denn gleichzeitig fließen weniger Erträge aus dem Rohstoffgeschäft zurück in die Industrieländer, seit die G8-Staaten 2005 ihre multilaterale Entschuldungsinitiative beschlossen und armen Ländern damit in großem Umfang Schulden erlassen haben – sofern sie reformorientiert sind und gut regiert werden. Die freien Mittel aus dem geschrumpften Schuldendienst nutzen viele der betroffenen Staaten für Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Reformen.
Platz 9: Malaysia
Mit einer verhältnismäßig kleinen Bevölkerung von 28 Millionen Einwohnern kann Malaysia kaum punkten. Auch die verhältnismäßig hohen Arbeitskosten von 15,6 Dollar (absolutes BIP geteilt durch BIP pro Person) machen das Land nicht außergewöhnlich attraktiv. Spannend ist Malaysia vielmehr als Beschaffungsmarkt. Die Befragten der Studie von Valuneer und ICC zu Trends internationaler Einkaufsmanager bewerteten den Markt überaus positiv.
Quelle: Exklusivranking für die WirtschaftsWoche in Kooperation mit Valueneer. Für das Ranking wurde nach der Attraktivität als Absatz- sowie als Beschaffungsmarkt unterschieden und Indikatoren wie Lohnkosten, Wachstumsraten, Importvolumen, Rohstoffreichtum und Bevölkerungsgröße herangezogen und unterschiedlich gewichtet.
Foto: APPlatz 8: Ghana
Das afrikanische Land kann mit seinem starken Wachstums punkten. 2011 stieg das BIP um 13,5 Prozent. Kein anderer der 50 betrachteten Wachstumsmärkte wies solche Steigerungsraten auf. Dazu lockt Ghana mit günstigen Arbeitskosten. Allerdings gilt das westafrikanische Land nach wie vor als wenig sicher und sehr korrupt.
Foto: REUTERSPlatz 7: Polen
Das Land punktet bei deutschen Investoren vor allem durch seine räumliche Nähe als günstiger Beschaffungsmarkt. Die politische Lage ist stabil. 39 Millionen Einwohner freuen sich über ausländische Waren. 2011 gingen immerhin Importe im Wert von 170 Milliarden Dollar ins Land. Auch wenn die Lohnkosten verhältnismäßig hoch sind - Polen bleibt ein attraktiver Markt.
Foto: dpaPlatz 6: Algerien
Das Land erreicht in keiner Kategorie Bestwerte, kann aber als Beschaffungsmarkt überzeugen (Platz 2). Einkaufsmanager sehen viel Potenzial, außerdem verfügt das Land über immense Rohstoff-Ressourcen im Wert von 72 Milliarden Dollar. Die Arbeitskosten sind mit 7,3 Dollar noch deutlich geringer als z.B. in der Türkei (14,5 Dollar) oder Mexiko (14,6 Dollar). Damit erreicht Algerien insgesamt Platz 6.
Foto: APPlatz 5: Türkei
Im Ranking der besten Absatzmärkte erreicht die Türkei mit einer durchschnittlich kaufkräftigen, aber dafür umso größeren Bevölkerung von 75 Millionen Einwohnern einen guten dritten Platz. Im Jahr 2011 wuchs das BIP um satte 8,5 Prozent. Als Beschaffungsmarkt ist das Land dafür weniger attraktiv (Platz 10 von 50). Insgesamt: Platz 5.
Foto: dpaPlatz 4: Mexiko
Bereits 328 Milliarden Dollar Direktinvestitionen flossen 2011 nach Mexiko - der höchste Wert im Ranking. Dazu locken 112 Millionen Einwohnern. Diese Kombination macht Mexiko zum zweitbesten Absatzmarkt der Welt für die deutsche Wirtschaft - so die Experten von Valuneer. Als Beschaffungsmarkt kann das Land weniger überzeugen: Platz 11. Insgesamt reicht es für Rang vier.
Foto: dpaPlatz 3: Südkorea
1723 Dollar pro Kopf steckte Südkorea im Jahr 2011 in Forschung und Entwicklung - und damit mehr als alle anderen untersuchten Ländern. Als Beschaffungsmarkt belegt Südkorea den vierten Platz. Als Absatzmarkt überzeugt der asiatische Staat, weil er bereits im Jahr 2011 Importe im Wert von 525 Milliarden Euro einführte.
Foto: dpaPlatz 2: Indonesien
Indonesien verfügt über förderbare Ressourcen im Wert von 101 Milliarden US-Dollar und damit über das höchste Volumen der neun kommenden Absatzmärkte. Mit 240 Millionen Einwohnern ist Indonesien das viertgrößte Land der Welt. Diese zwei Kriterien - neben immer noch verhältnismäßig geringen Lohnkosten und der stabilen innenpolitischen Lage- machen Indonesien zu einem der aussichtsreichsten Wachstumsmärkte.
Foto: dpaPlatz 1: Nigeria
Mit nur 2,6 Dollar weist Nigeria die niedrigsten Arbeitskosten der 50 untersuchten Märkte auf. Das macht es als Beschaffungsmarkt äußerst interessant, ebenso wie sein Rohstoffvolumen im Wert von 92 Milliarden US-Dollar.
Foto: dpa
Dazu tragen auch die zunehmend stabilen politischen Verhältnisse bei. Ghana gilt nach 20 Jahren in stabilen politischen Verhältnissen längst als Musterfall für das demokratische Afrika, Ägypten hat sich nach dem arabischen Frühling allmählich stabilisiert und blickt in eine demokratischere Zukunft.
Bargeld
In Krisenzeiten ist es sinnvoll, das Portemonnaie voll zu haben. Möglicherweise werden ec-Karten zur Bezahlung nicht akzeptiert, und Geldautomaten spucken kein Geld mehr aus. Sehr Vorsichtige horten das für vier Wochen nötige Bargeld im heimischen Safe. Nach einer Bankpleite müssen die EU-weit vorgeschriebenen gesetzlichen Einlagensicherungstöpfe einspringen. Sie sollen Guthaben von Girokonten, Tagesgeldern und Sparbüchern bis zur Höhe von 100.000 Euro nach maximal 20 Arbeitstagen wieder bereitstellen. Diese Zeit ist zu überbrücken.
Graue Flamme = Sicher bei Bankpleite, fünf rote Flammen = hohes Risiko
Foto: WirtschaftsWocheGoldbarren und -münzen
Das Edelmetall ist die Notfallreserve außerhalb des Finanzsystems schlechthin. Wer mit dem Schlimmsten rechnet, hofft, dass er kleinere Goldmünzen gegen Lebensmittel oder Medikamente tauschen kann, wenn Banken ihn nicht mehr mit Bargeld versorgen. Verwahren Anleger ihr Gold allerdings im Bankschließfach, kann es nach einer Bankpleite dauern, bis sie Zugriff bekommen. In Krisenzeiten fällt der Goldpreis mitunter. Großanleger wie Hedgefonds müssen ihren Goldbestand verkaufen, um flüchtende Anleger auszuzahlen. Da in Panikphasen andere Anlagen wie Aktien oder Anleihen stark an Wert verlieren oder illiquide werden, ist Gold dann eine der wenigen Anlagen, die sie noch zu Geld machen können.
Foto: dpaSpareinlagen: Sparkassen/Volksbanken
Ihren Kunden versprechen Sparkassen, Landesbanken sowie Genossenschaftsbanken, dass sie Pleiten der zu ihrer jeweiligen Gruppe gehörenden Institute im Vorfeld verhindern. Meist geschieht das über Fusionen von schwachen mit stärkeren Mitgliedern. Kommt es zu keiner Pleite, muss auch kein Geld gerettet werden. Dadurch sollen auch Zertifikate und Anleihen vor einem Totalverlust sicher sein. Das ist ein Unterschied zu anderen Einlagensicherungssystemen. Die Solidarität funktionierte bislang, könnte aber bei der Schieflage großer Institute überstrapaziert werden.
Foto: dpaUnternehmensanleihen
Ausgerechnet Banken sind die eifrigsten Herausgeber von Unternehmensanleihen. Deren Papiere sollten sicherheitsbewusste Anleger meiden, sonst droht ihnen ein Totalverlust bei der Pleite. Experten trauen hingegen international tätigen Unternehmen mit soliden Finanzen zu, dass sie auch in Krisen immer die Zins- und Rückzahlung ihrer Anleihen stemmen können. Für viele sind Papiere der Konzerne der sichere Hafen schlechthin, sie haben diesen Rang den Staatsanleihen streitig gemacht. Viele sichere Unternehmensbonds bieten aber mit niedrigen Renditen keinen Inflationsausgleich mehr. Anleger sollten deshalb lange Laufzeiten meiden. Nur wer schnell in besser verzinste Angebote wechseln kann, entkommt einem Geldverzehr. Im Depot sind Unternehmensanleihen vor dem Zugriff einer Pleitebank geschützt.
Foto: PressebildAktien
Kaum ein Anleger kann Aktien als Urkunden zu Hause verwahren, sie werden nach dem Kauf ins Bankdepot gebucht. Dem kann eine Bankpleite nichts anhaben, der Inhalt bleibt Eigentum des Kunden, vorausgesetzt, er wurde nicht verpfändet. Der Anleger kann die Übertragung des Depots auf eine andere Bank verlangen. Der Depotwert wird sich allerdings in der Zwischenzeit verringern. Nahezu alle Aktienkurse fallen bei einem Bankencrash, weil Börsianer die damit verbundene Ansteckungsgefahr für weitere Banken und die Konjunktur fürchten. Bei sorgfältig ausgewählten Aktiengesellschaften können Anleger darauf hoffen, dass sie den Kursverfall an den Börsen zwar mitmachen, sich danach aber wieder erholen und nicht selbst in die Pleite rutschen, falls dem Crash eine lange Rezession folgt. Als Sachwert können Aktien in der Krise eine gewisse Sicherheit bieten, wenn sich der Anleger an wenig verschuldeten Unternehmen beteiligt, die viel Substanz bieten in Form von Maschinen, Grundstücken, Guthaben, Produkten, Patenten oder gefragten Dienstleistungen. Wer auf Unternehmen aus anderen Kontinenten setzt, ist weniger abhängig von der Krise im Euro-Raum.
Foto: dapdInvestmentfonds
Sie reduzieren das Risiko einzelner Pleiten von Unternehmen oder Staaten, weil sie das Anlegergeld breit streuen durch gesetzliche Regeln. Der Fondsmanager darf in ein Unternehmen nicht mehr als zehn Prozent des Fondsvermögens investieren – bei neueren Fonds 20 Prozent. Also wird nur der Teil wertlos, der auf die Pleitebank entfällt. Als Sondervermögen, das bei einer Bankpleite Eigentum der Anleger bleibt, können Investmentfonds nicht wertlos verfallen. Allerdings weiß der Anleger nie genau, wo der Fonds investiert ist. Und massive Kursverluste müssen Anleger vor allem bei Aktienfonds tolerieren. Viele Fondsmanager nutzen Derivate, um Aktienbestände abzusichern. Das funktioniert nur, wenn die nicht von einer Pleitebank herausgegeben wurden. Ein Risiko ist auch, dass verliehene Aktienbestände nicht zurückgegeben werden. Und in Rentenfonds stecken oft Bankanleihen, deren Kurse nach Pleiten fallen.
Foto: WirtschaftsWocheIndexfonds (ETF)
Die börsengehandelten Indexfonds bauen einen Index nach, dürfen einzelne Papiere aber mit weit mehr als 20 Prozent ins Portfolio aufnehmen. Das erhöht die Kursrisiken, wenn Papiere einer Pleitebank ein großes Gewicht bekommen. Kaufen Indexfonds die Werte, die im Index stecken (physische Nachbildung), nutzen sie oft einen Trick, um mehr einzunehmen: Sie verleihen die Wertpapiere. Organisiert werden die Geschäfte von Banken. Eine Pleite wäre in dem billionenschweren Markt fatal.
Foto: Edel RodriguezEuro-Land-Staatsanleihen
Wackelt eine Bank, springen die Europäische Zentralbank sowie Euro-Land-Politiker mit Rettungsaktionen ein. Lange profitierten die Kurse der Bundesanleihen von diesem Reflex und der Kapitalflucht aus der Euro-Peripherie. Doch mit jeder Rettungsaktion steigt das Risiko, dass sich Kapital auch aus Deutschland verabschiedet, weil Anleger an der Zahlungsfähigkeit des Landes zweifeln. Noch stärker absturzgefährdet sind Staatsanleihen der Euro-Südländer, die zu ihren massiven Staatsschulden jetzt noch Schulden ihres überdimensionierten Bankensektors übernehmen sollen. Kurzlaufende Bundesanleihen sind für viele Großinvestoren ein Rettungsanker ohne Rendite, aber: Sie sind die liquidesten Anlagen und schnell zu verkaufen.
Foto: WirtschaftsWocheSpareinlagen: Deutsche Privatbanken
Die Sparmilliarden deutscher Anleger sind vielfach doppelt geschützt: Für Privatpersonen bietet die europäische Einlagensicherung Schutz. Sie garantiert eine Rückzahlung von Spargeldern bis zu 100 000 Euro pro Sparer. Es macht dabei keinen Unterschied, ob Ehepaare ein Gemeinschaftskonto oder zwei Konten führen, sie bekämen im Pleitefall bis zu 200 000 Euro zurück. Für das Geld haften die Staaten, wenn die Mittel in den nationalen Entschädigungstöpfen nicht reichen. Bei der zu Vorwerk und Oetker gehörenden akf bank, der C&A-Bank, der zu Ikea gehörenden Ikano-Bank sowie der Umweltbank gäbe es im Pleitefall nur die gesetzlich garantierten 100 000 Euro, die durch die deutsche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) ausgezahlt würden.
Bei privaten Banken wie Deutsche Bank und Commerzbank sowie Tochtergesellschaften ausländischer Banken, die eine deutsche Banklizenz haben, zum Beispiel ING-DiBa, HypoVereinsbank und Santander Bank, greift ein weiterer Schutz: Für Girokonten, Spareinlagen sowie Tages- und Termingelder gibt der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) ein freiwilliges Rettungsversprechen ab. Die Sicherungssumme ist utopisch hoch: Sie beträgt bei der Deutschen Postbank pro Konto (!) 1,6 Milliarden Euro, bei der HypoVereinsbank bis zu 7,1 Milliarden Euro. Der Schutz wirkt immens, ist aber – anders als das gesetzliche Versprechen – kaum einklagbar und nicht solidarisch aufzubringen bei Großpleiten. Vorsichtige teilen ihr Geld auf verschiedene Banktypen auf – Privatbank, Sparkasse, Volksbank.
Foto: ReutersSpareinlagen: EU-Banken
Die besten Zinsen gibt es nicht unbedingt von deutschen Banken. MoneYou ist die Online-Marke der niederländischen Bank ABN Amro, die deutsche Anleger mit Tagesgeldzinsen in Höhe von 2,45 Prozent lockt. MoneYou- oder Credit-Europe-Bank-Kunden müssen sich im Pleitefall mit der niederländischen Zentralbank auseinandersetzen, die in englischer Sprache informiert. Bei der Deniz-Bank ist Österreich die Anlaufstelle, bei der Big Bank Estland. Dass die Entschädigung deutscher Sparer bei einem Crash dort nicht erste Priorität hat, liegt nahe. Bekannte Banken wie Cortal Consors (Tochter der französischen BNP Paribas) und Royal Bank of Scotland haben neben dem gesetzlichen EU-Schutz aus dem Ausland noch den Schutz durch den Einlagensicherungsfonds des BdB.
Foto: dpa/picture-allianceGeschlossene Fonds
Die unter anderem als Schiffs- oder Immobilienfonds angebotenen Produkte sind unternehmerische Beteiligungen. Anleger müssen mit Nachschüssen sowie einem Totalverlust rechnen. Wer zuvor nicht darauf geachtet hat, wie hoch die Kreditfinanzierung seines Fonds ist, erlebt jetzt sein blaues Wunder. Viele Schiffe bringen nicht genug ein, um Kredite zu bedienen, und Banken fordern ihr Geld sofort zurück. Verschärft sich die Bankenkrise steigen die Forderungen. Dem Anleger bleiben nur Schadensersatzklagen.
Foto: dpaSynthetische Indexfonds (ETF)
Sie sind eine spezielle Art von Investmentfonds, die den Schutz ihres Sondervermögens gern betonen. Im Fall einer Pleite des ETF-Herausgebers oder einer Bank hat der Anleger Anspruch auf die im Fondsvermögen hinterlegten Wertpapiere. Allerdings sind das bei den Synthetischen Indexfonds meist nicht die Papiere, die der Anleger erwartet. Der ETF kauft nicht die Aktien des Index, sondern nutzt ein Tauschgeschäft (Swap). Dabei garantiert eine Bank beispielsweise die Wertentwicklung des Dax, parkt aber im ETF irgendwelche Aktien. Könnte die Bank die Zusage nicht erfüllen, bleiben Anleger auf Papieren sitzen, die sie nicht wollen.
Foto: WirtschaftsWocheZertifikate
Die Käufer von Lehman-Brothers-Zertifikaten hatten Pech, dass ihre Bank nicht vor dem Untergang gerettet wurde. Sie verloren ihr Geld und scheiterten jüngst beim Bundesgerichtshof mit Klagen gegen die Verkäufer der Papiere. Niemand weiß, ob sich das nicht wiederholen kann. Beliebt sind Zertifikate als Absicherung gegen Kursverluste („Shortzertifikate“). Diese Funktion können sie nur erfüllen, wenn die Bank als Herausgeberin ihr Rückzahlungsversprechen später einlöst. Für die langfristige Absicherung eignen sich Zertifikate deshalb nicht. Die Prämien für den Versicherungsschutz (Credit Default Swap, CDS) gegen einen Zahlungsausfall von Banken sind ein Indikator, welche Emittenten noch als sicher gelten. Die Spannweiten der CDS-Prämien sind gigantisch (siehe Tabelle Seite 18). Großanleger, die sich gegen den Ausfall der UniCredit versichern möchten, zahlen 5,02 Prozent der Nominalschuld pro Jahr als Prämie, bei der Deutschen Bank beträgt der Aufschlag nur 1,76 Prozent.
Foto: dpa
Ein weiterer wichtiger Faktor für das Wirtschaftswunder der Zukunft ist die allmählich erwachende Konsumnachfrage. Dank der Investitionen und den damit verbundenen Arbeitsplätzen steigen die Einkommen. Experten prognostizieren, dass die Konsumausgaben bis 2020 um ein Drittel zunehmen. Anschaulich wird das etwa am Mobilfunkmarkt. Bereits knapp zwei Drittel der afrikanischen Bevölkerung verfügt über ein Mobiltelefon. Der allzu langsame Ausbau der Festnetztelefonie, der die Wirtschaft lange lähmte, wird damit obsolet, die Afrikaner nutzen ihre Handys auch geschäftlich – etwa für Überweisungen und für die Beobachtung von Märkten. Das Handy ist dort das wichtigste Kommunikationsmedium und ersetzt oft sogar den Computer. Fondsmanager Nick Price, Schwellenländerexperte und Fondsmanager bei Fidelity Emerging Markets und Gebieter über ein Anlagevermögen von vier Milliarden Euro, setzt daher etwa auf die Mobilfunkgesellschaft MTN. Das Unternehmen zählt 175 Millionen Kunden. Auch Fondsmanager Mark Mobius hat mehr als vier Prozent seine Afrika-Fondsvolumen in den Dienstleister investiert.
Auch andere Dienstleistungen gewinnen in Afrika an Gewicht. Banken etwa werden immer wichtiger. Unter den zehn wichtigsten Positionen des Templeton Africa Fund befinden sich gleich vier Banken, die First Bank of Nigeria etwa macht mehr als fünf Prozent im Fonds aus.
Ländertipps für Anleger
Die wichtigsten Länder für Anleger sind Südafrika, Nigeria, Sambia, Kenia, Ghana und Ägypten. Fidelity-Fondsmanager Price investiert viel in Nigeria. "Der Aktienmarkt dort entwickelt sich recht unabhängig von den globalen Märkten", argumentierte er kürzlich in einem Interview. An den afrikanischen Börsen tut sich eine Menge - allerdings sind die Märkte oft klein und es wird wenig gehandelt. Die Börse in Kenias Hauptstadt Nairobi ist gemessen an der Zahl der notierten Unternehmen die größte auf dem afrikanischen Kontinent. An ihr sind 60 Unternehmen gelistet. Seit Jahresanfang hat der Börsenindex dort rund 30 Prozent zugelegt. Allerdings hatte es im Vorjahr auch einen starken Einbruch gegeben. Noch besser schnitt die Börse in Ägypten ab, deren Handel nach dem arabischen Frühling im vergangenen Jahr zeitweise komplett brach lag. Seit Januar konnte der ägyptische Börsenindex um mehr als 50 Prozent zulegen. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist die Börse in Kairo die größte.
Auch der Kapitalmarkt öffnet sich allmählich für Staatsanleihen afrikanischer Staaten. Zwar sind die Emissionsvolumen noch überwiegend gering. Nigeria etwa konnte im September eine Anleihe im Wert von umgerechnet 190.000 Dollar platzieren. Sambia gelang es immerhin, 750 Millionen Dollar mit einer zehnjährigen Anleihe einzusammeln, die Rendite lag anfangs bei 5,6 Prozent. Aber das ist erst der Anfang in die moderne Staatsrefinanzierung. Kenia und Ruanda haben bereits angekündigt, eigene Anleihen anbieten zu wollen. Eine wichtige Voraussetzung für die wirtschaftliche Aufholjagd gegenüber anderen Schwellenländern.
Alle genannten Faktoren sprechen klar für den wachsenden wirtschaftlichen Erfolg afrikanischer Länder. Dennoch ist es für den Investor unerlässlich, differenziert vorzugehen und gegebenenfalls schnell zu reagieren. So drohen in Kenia Unruhen bei den bevorstehenden Wahlen, in Nigeria kommt es immer wieder zu religiösen Konflikten, die Elfenbeinküste wurde noch im vergangenen Jahr von blutigen Machtkämpfen erschüttert. Auch an den wenig liquiden Börsen Afrikas sind die Schwankungen enorm hoch und nichts für nervenschwache Anleger.
Die hohen Risiken der Afrika-Investments schlagen sich zwar auch in vergleichsweise hohen Renditechancen nieder, Privatanleger sollten sich dennoch auf professionelle Hilfe stützen. Am einfachsten gelingt dies mit aktiv verwalteten Investmentfonds, die gezielt in afrikanische Aktien investieren und für eine sinnvolle Mischung und damit Risikostreuung sorgen. Das weiß auch das Templeton-Team um Mark Mobius. Afrika-Fonds eigenen sich nach Aussagen des Fondsanbieters vor allem als Beimischung im Depot, und sind eher etwas für langfristig orientierte Anleger, die auch mal höhere Wertschwankungen in Kauf nehmen. Dann aber bieten sie Gewinnchancen, wie sie in den Industrieländern schon lange nicht mehr anzutreffen sind.