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FTX-Übernahme durch Binance geplatztAnleger sind bloß ein Spielball der großen Kryptobörsen

Nur einen Tag nach Verkündung bläst die Kryptobörse Binance die Übernahme des Konkurrenten FTX wieder ab. Die Big Player verhalten sich wie im Wilden Westen – und erschüttern das Vertrauen in den Kryptomarkt weiter.KOMMENTAR von Philipp Frohn 10.11.2022 - 13:41 Uhr

FILE PHOTO: FILE PHOTO: Binance and FTX logos are seen in this illustration taken, November 8, 2022. REUTERS/Dado Ruvic/Illustration/File Photo/File Photo

Foto: REUTERS

Das kann es wohl nur in der Kryptowelt geben: Über Wochen sät der Chef der weltgrößten Kryptobörse Binance Zweifel daran, dass Konkurrent FTX noch liquide ist. Auf Twitter lässt er seine Millionengefolgschaft wissen, FTX-Token in Höhe von 530 Millionen Dollar abzustoßen – ohne sich dabei direkt über die rivalisierende Kryptobörse zu äußern.

Anleger interpretieren die Worte des Binance-Chefs als Warnung und verkaufen ihre Anteile. Es kommt zu einem Bankrun, der Kurs des FTX-Token bricht ein – und die Kryptobörse will plötzlich von Binance übernommen werden. In einem vermeintlichen Akt der Gnade stimmt der Krypto-Marktführer zu.

So weit, so kurios. Doch bloß einen Tag nach der Ankündigung lässt Binance den Mega-Deal auch schon wieder platzen. Bei der Prüfung der Finanzbücher habe man milliardenschwere Löcher gefunden, heißt es nun von Binance. FTX befindet sich nach der geplatzten Übernahme im freien Fall. Nun könnte die Insolvenz drohen, mit dramatischen Folgen für Anleger.

Der fragwürdige Übernahmezwist hat Panik am Kryptomarkt ausgelöst und fast 200 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet. Jetzt werfen Kritiker Binance vor, die Krise am Kryptomarkt und bei FTX selbst ausgelöst zu haben. Ein durchaus berechtigter Einwand.

Der große Ausverkauf am Markt begann nämlich erst, als Binance-Chef Chengpeng Zhao auf die kursierenden Gerüchte um Liquiditätsprobleme bei FTX aufsprang. Im besten Fall ist sein Verhalten "nur" verantwortungslos. Als Chef der größten Kryptohandelsplattform sollte Zhao wissen, dass seine Tweets den sensiblen Kryptomarkt beeinflussen. Im schlimmsten Fall aber zielte der Binance-Chef mit seiner Social-Media-Macht wissentlich auf den Sturz seines Konkurrenten. Die Anleger wären dann nichts als ein Spielball großer Kryptobörsen.

So oder so: Die jüngsten Ereignisse rütteln noch weiter am Vertrauen in den Kryptomarkt, der in diesem Jahr schon allzu oft durch krude Geschäftsmodelle und Insolvenzen aufgefallen ist. Und noch schlimmer: Sie markieren eine weitere Eskalationsstufe. Denn nun verhalten sich auch Big Player wie Binance wie im Wilden Westen.

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