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Indexfonds Welche ETFs 2017 die beste Rendite brachten

Welche ETFs brachten Anlegern die höchste Rendite? Quelle: Getty Images, Montage

Börsengehandelte Fonds, die einen Aktienindex nachbilden, sind günstig und beliebt, dabei aber unterschiedlich erfolgreich. Welche ETF-Indexfonds 2017 die höchste Rendite brachten - und wie Sie den besten ETF finden.

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Mit über 13.000 Punkten tanzt der deutsche Leitindex Dax gerade in Rekordhöhen. Doch Anleger, die in diesem Jahr mit einem börsengehandelten Indexfonds (ETF) vom Kursanstieg der Dax-Aktien profitieren wollten, haben im internationalen Vergleich nur eine mäßige Rendite eingefahren.

Der Finanzdienst Bloomberg verfolgt die Kursentwicklung von 96 Aktienindizes weltweit – im Schnitt brachten sie seit Jahresanfang einen Ertrag von 41 Prozent. Der Dax schaffte nur rund 15 Prozent.

Über börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs genannt, können Anleger auch an solchen Märkten investieren, wo sie bislang keine Einzelaktien kaufen können. Und entsprechend der Kursentwicklung des Dax brachte der ETF iShares Core Dax knapp 15 Prozent Rendite seit Jahresanfang. Der beste ETF, den deutsche Privatanleger handeln können, schaffte dagegen 44 Prozent. Das zeigt eine Analyse der WirtschaftsWoche auf Basis von Bloomberg-Daten.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Die Auswahl für Anleger ist scheinbar grenzenlos: Ende 2016 boten in Europa 48 verschiedene Gesellschaften ETF-Indexfonds an. Allein über den Handelsplatz Xetra der deutschen Börse lassen sich rund 160 ETFs kaufen. Die Frage: welchen wählen?

Kein anderer Anbieter ist bei den Europäern so beliebt, wie Marktführer Blackrock mit seiner ETF-Marke iShares. 48 Prozent der Gelder, die europäische Anleger in ETFs investiert haben, verwaltet Blackrock. Doch sind die ETFs von iShares auch besonders rentabel?

Die erfolgreichsten Indexfonds

Die WirtschaftsWoche hat die ertragreichsten ETFs in diesem Jahr ausgewertet. Indexprodukte, die auf Rohstoffen aufsetzen, sogenannte ETCs, und börsengehandelte Schuldverschreibungen, ETNs, blieben bei der Betrachtung außen vor. Auch die Handelskosten für Käufe und Verkäufe bei Depotbanken und Onlinebrokern sind in der Auswertung nicht berücksichtigt. Hier geht es um die reine Performance seit Jahresanfang.

Die besten ETFs 2017 - Platz 20 bis 11

Die schlechte Nachricht: Die beste Performance aller weltweit 5394 von Bloomberg gelisteten ETFs brachten solche Fonds, die deutsche Anleger nicht kaufen können.

Der Direxion Daily Homebuilders & Supplies Bull 3X Shares ETF steht an erster Stelle mit über 200 Prozent plus seit Jahresanfang. Er bildet den Dow Jones US Select Home Construction Index ab. Anleger profitieren hiermit also vom Boom der Baubranche in den USA. Der Index selber legte um gut 50 Prozent zu. Bei einem dreifach gehebelten ETF müsste die Performance also 150 Prozent betragen.

Der Direxion ETF schnitt also noch besser ab, als er eigentlich müsste – statt dreifach konnten Investoren gleich vierfach vom Wertzuwachs des Bauindex profitieren. Doch die Indexfonds von Direxion sind nur in den USA und nur für professionelle Investoren handelbar.

Seine außergewöhnliche Performance ist in der Tat eine Ausnahme. Denn die beste Performance brachten in diesem Jahr überwiegend solche Anlagen, die den chinesischen Markt abbilden.

Mit einem Dax-ETF den Dax übertrumpfen

Und selbst wenn deutschen Anlegern nur ein Bruchteil der über 5000 weltweit gelisteten ETFs zur Verfügung steht: Sie konnten mit den 20 besten ETFs die Rendite des Dax deutlich schlagen.

Denn acht der besten 20 ETFs, die für deutsche Anleger an den deutschen Handelsplätzen verfügbar sind, bilden die Entwicklung von asiatischen Aktien ab. Allerdings müssen sie damit auch ein höheres Risiko als beim Dax eingehen. Denn die Märkte in asiatischen Schwellenländern können neben höheren Erträgen auch zu deutlich höheren Kursverlusten führen.

Das runderneuerte Portfolio von Warren Buffett

Dafür hätten sie seit Jahresanfang in der Spitze 44 Prozent Rendite gebracht. Nur der Comstage Emerging Markets 2X ETF schaffte mit 64 Prozent plus eine noch bessere Performance unter den ETFs, die für deutsche Privatanleger verfügbar sind.
Doch weil es ein gehebelter Indexfonds ist, der die Kursentwicklung des zugrundeliegenden Index verstärkt abbildet, soll er in dieser Analyse nicht weiter betrachtet werden.
Denn mit dem Hebel steigt das Risiko für Anleger. Für Privatanleger stellen solche ETFs ein zu hohes Risiko dar und eignen sich eher für Trader, die kurzfristig auf bestimmten Märkten spekulieren wollen.

Ein Trend ist klar erkennbar: 13 der 20 besten Indexfonds haben einen Schwerpunkt in Schwellenländern, vier der fünf besten sind allesamt Asien-ETFs. Lediglich die Kursgewinne der deutschen Technologieaktien im TecDax konnten mit den asiatischen Aktien mithalten. Der iShares TecDax ETF brachte mit 42 Prozent plus in diesem Jahr ähnlich hohe Erträge.

Mit dem portugiesischen PSI 20 schafft es auch ein wahrer Exot unter die besten ETFs seit Jahresanfang. Der ETF bietet Anlegern neben der starken Performance überhaupt erst die Möglichkeit in Portugal zu investieren. Bei deutschen Depotbanken und Onlinebrokern wird der Handel in Portugal kaum unterstützt, der S-Broker der Sparkassen ist eine der wenigen Ausnahmen.

Wie finde ich den besten ETF?

Nun schafften es weder der Dax noch der weltweit größte Aktienindex MSCI World unter die Top 20 der ertragsstärksten ETFs seit Jahresanfang.

Doch für Anleger, die ein Portfolio anlegen möchten, mit dem sie das Risiko der Aktienmärkte möglichst global verteilen können, empfiehlt sich stets ein ETF auf den MSCI World Index, der derzeit 1652 Aktien in 23 Industriestaaten abbildet. Nur stellt sich die Frage: Welchen der verfügbaren MSCI World ETFs wählen?
Vier Kriterien helfen bei der Auswahl:

1. Performance
Der reine Index, wie er von MSCI berechnet wird, schaffte seit Jahresanfang in US-Dollar ein Plus von 19,4 Prozent – sofern die Dividendenerträge der Konzerne reinvestiert wurden.

Ein passender ETF von HSBC, der MSCI World USD ACC, schaffte seit Jahresanfang nach Bloomberg-Angaben 19,02 Prozent. Er legt die Dividenden für Anleger ebenfalls wieder an. In den Daten von Bloomberg ist es der ETF, der die Performance des MSCI World seit Jahresanfang am exaktesten abbilden konnte.

2. Ausschüttend oder Thesaurierend

Wenn für einen ETF beide Varianten erhältlich sind, sollten Anleger sich gut überlegen, welche Version ihren Bedürfnissen entspricht. Wollen sie möglichst hohe Erträge, empfiehlt sich eine thesaurierende Variante. Die Dividendenausschüttungen der im Index enthaltenen Werte werden dann direkt wieder reinvestiert. Das erhöht die Performance, wie sich am MSCI World zeigen lässt. Während der HSBC ETF 19 Prozent seit Jahresanfang schaffte, kam der beste ausschüttende MSCI World ETF von der UBS für deutsche Anleger auf nur 15,4 Prozent. (Ohne Dividendenerträge schaffte auch der MSCI World Index selbst nur gut 16 Prozent).

Wer hingegen einen ETF braucht, der laufend die Dividenden der Konzerne ausschüttet, muss sich trotz besserer Performance gegen einen thesaurierenden ETF entscheiden.

3. Nachbildung

Unter ETF-Anhängern stets heiß diskutiert: Wie sollten die Fondsgesellschaften einen Index abbilden? Muss ein Indexfonds wirklich jede einzelne Aktie besitzen, die im Basiswert enthalten ist?
Bei 30 Aktien, die im deutschen Leitindex DAX liegen, wäre das eine durchaus mögliche Variante. ETFs, die die Aktien für ihre Anleger tatsächlich kaufen, werden als physisch replizierend gekennzeichnet.
Für den MSCI World mit über 1600 Aktien aus über 23 Ländern ist es selbst für die größten Fondsgesellschaften kaum möglich, alle Aktien direkt zu kaufen. Schon gar nicht, zu solch geringen Handelskosten, wie ETFs sie bieten sollen.

In solchen Fällen bilden die Fondsgesellschaften die Wertentwicklung eines Index synthetisch nach. Dazu gehen sie Tauschgeschäfte mit anderen Handelspartnern ein, sogenannte Swaps. Selbst, wer als Anleger in einen Dax-ETF investiert, besitzt dann im Zweifel nicht eine einzige Dax-Aktie.

Beide Varianten kommen nicht ohne Risiken aus, wenn einmal Tauschpartner ausfallen sollten. Denn auch Anbieter von physisch replizierenden ETFs können ihre Wertpapiere verleihen. Doch bislang sind solche Ausfälle auf dem ETF-Markt nicht bekannt.

4. Gebühren
Neben der Performance ist für Anleger deshalb meist die Höhe der Gebühren ihres ETFs ausschlaggebend. Der Durchschnitt aller 5394 von Bloomberg gelisteten ETFs liegt bei jährlichen Gebühren von 0,40 Prozent.

Wie schlagen sich die rentabelsten ETFs seit Jahresanfang mit Blick auf ihre Kosten?

Auf Platz 11 und 12 liegen zwei Indexfonds, die den MSCI Schwellenländer-Index Emerging Markets abbilden. Beide schütten mögliche Dividendenerträge der Aktien an Anleger aus. Der eine ETF von SPDR State Street Global Advisors kam seit Jahresanfang auf 36,39 Prozent, der zweite, von UBS, schaffte 37,00 Prozent.

Die besten ETFs 2017 - Platz 10 bis 1

Beide Werte liegen zu dicht zusammen, als dass lediglich die Performance den Ausschlag für eine Investition geben könnte.

Doch auch bei den Gebühren unterscheiden sich die beiden ETFs kaum. SPDR verlangt eine jährliche Gebühr von 0,42 Prozent, die Anlegern über die Kursentwicklung direkt abgezogen wird. Die UBS verlangt 0,45 Prozent im Jahr.

Kein Wunder, dass Anlegern die Entscheidung für oder gegen einen ETF besonders schwer gemacht wird. Auch, wenn Blackrock mit iShares knapp die Hälfte des europäischen Marktes beherrscht, nimmt die Konkurrenz unter den Anbietern zu.

Mit dem Einstieg des US-Anbieters Vanguard können deutsche Anleger auch darauf hoffen, dass die Gebühren für ihre Indexfonds weiter sinken. „Wir wollen die Anlagekosten in Europa senken“, sagte Sebastian Külps, Deutschlandchef von Vanguard zum Marktstart Ende Oktober. Ein Trend, der in den USA bereits begonnen hat – und sich in Europa nun fortsetzt.

Wettbewerb drückt Gebühren

Der Datenanbieter Thomson Reuters Lipper hat die durchschnittlichen Kosten für einen ETF auf den EuroStoxx 50-Index beobachtet. 2010 kostete der noch 0,19 Prozent Gebühr, mittlerweile liegt sie bei 0,10 Prozent. Lipper Analyst Detlef Glow schreibt: „Dadurch, dass stetig neue Anbieter auf den europäischen Markt drängen, die mit günstigen Angeboten Kunden locken wollen, müssen auch die etablierten Spieler ihre Kosten senken.“ Gut für Anleger. Doch grundsätzlich ein Problem für die Fondsanbieter, findet Glow. „Ich glaube nicht, dass alle Anbieter mit dem ETF-Geschäft Gewinne machen. Kein Wunder, dass sich einige Häuser von ihren ETF-Sparten trennen wollen.“

Das Sparverhalten der Deutschen im Ländervergleich

Denn obwohl bei Anlegern beliebt, stehen erstaunlich viele ETF-Sparten zum Verkauf. Comstage, das ETF-Geschäft der Commerzbank etwa, wartet seit nun rund einem Jahr auf einen Käufer. Warburg Pincus konnte im Frühjahre bereits seine Source-ETFs verkaufen. Die US-Fondsgesellschaft Invesco übernahm Source, mit denen Warburg Pincus nicht recht auf einen grünen Zweig kam.

Können Anleger sich weder bei Gebühren noch bei der Performance für einen bestimmten ETF des gleichen Basiswertes entscheiden, kann die Höhe der verwalteten Gelder den Ausschlag geben. Je größer ein Fonds, desto höher die Chance, dass er auch langfristig am Markt verfügbar bleibt.

Denn bei kleinen Spezial-ETFs müssen Anleger auch immer wieder damit rechnen, dass sie schließen. Die besten 20 ETFs zeigen, dass Asien sich in diesem Jahr besonders als Investment lohnte. Vor allem die chinesischen Technologieaktien wie Alibaba oder Tencent sorgen für stetig neue Kursrekorde. Mit 447 Milliarden Euro Marktkapitalisierung überholte Tencent in dieser Woche gar den US-Konkurrenten Facebook, der an der Börse „nur“ 364 Milliarden wert ist.

Wer von solchen Aktien also profitieren will, ohne sich das Risiko eines einzigen Unternehmens oder ausschließlich des chinesischen Marktes ans Bein zu binden, bräuchte einen Asien ETF, der breit in Technologieaktien investiert.
Eine Möglichkeit: ein ETF der Deutschen Bank, der db X-Trackers MSCI Emerging Markets Information Technology. Samsung oder Alibaba zählen zu den größten Positionen im ETF, wie auch Apple-Zulieferer Foxconn und eben Tencent.

Seit seiner Auflage 2011 bis Anfang Mai 2017 brachte der db-x-Trackers einen Zuwachs von 75 Prozent. Einziges Problem: Der ETF wurde im Juni geschlossen. Mit 20 Millionen Dollar Volumen war der ETF ein Winzling am Markt. Nach sechs Jahren war für den Indexfonds Schluss.

Anleger werden in solch einem Fall rechtzeitig von ihrem Fondsanbieter informiert. Verkaufen sie ihre Anteile vor dem letzten Handelstag nicht, zahlt der ihnen den Wert des letzten festgestellten Kurses automatisch aus.

So sollten Anleger immer auch darauf achten, dass die ETFs neben verlockender Performance und niedrigen Kosten auch eine gewisse Größe statt nur weniger Millionen vorweisen. Zur Orientierung: Der Durchschnitt aller ETFs liegt bei rund 54 Millionen Euro. Dem weltweit größten ETF, dem SPDR S&P 500, haben Anleger dagegen knapp 213 Milliarden Euro anvertraut.

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